Das Leben eines Profis

Quelle: Pixabay

Für zwei weitere Wochen stehen Christianes neue Etüden an.
Die folgenden 3 Worte sind in einem Text von max. 300 Worten zu verwenden.
Die Wortspende ist diesmal von DORO|ART.

Pfanne
glücklich
trennen.

*

“Du hast wohl die Pfanne heiß! Von wegen, Schachprofis verdienen gut!”, sagte Herbert zu meinem Kumpel Horst.

Dann aber erklärte er, wie das denn mit diesem Sport so sei:

“Früher tingelten Profis von Open zu Open. Ein kleines Antrittsgeld, wenn sie eine hohe Rating und einen Titel hatten.
Aber in diesen Open gab es immer junge Spieler, die dem Profi ein Bein stellen wollten und selbst schon ziemlich versiert waren. Verlor der Profi gegen einen von ihnen, meist, weil er nicht seine volle Spielstärke aufbot, dann war es mit der Kohle durch einen Turniersieg vorbei und auch die Rating ging den Bach runter. Doppeltes Pech!

Nach einigen jahren lud man den Profi vielleicht kaum mehr zu einem Turnier ein, weil seine Rating nicht mehr top war.
Schön war das jedenfalls auch nicht, auf lärmigen Open sein Können unter Beweis stellen zu müssen.

Man muss die Vergangenheit allerdings sauber von der Gegenwart trennen.

Seit kurzer Zeit können sich Top-Spieler glücklich schätzen, denn sie können streamen, gegen Jedermann antreten, Online-Schachkurse oder Spaßformate im Netz anbieten. Da geht vieles, das Schachpublikum ist hungrig, sehr hungrig.

Das war im letzten Jahrtausend wirklich völlig anders. Wer damals sehr, sehr gut war, ein Genie, könnte man sagen, setzte oft auf die Karte Schach und glaubte, ganz nach oben zu kommen. Sehr selten gelang das.
Nicht zu vergessen, daß das Spiel wirklich harte Analyse-Arbeit abverlangt, die man nicht so nebenbei machen kann.
In einem 0815-Job jedenfalls wird weit weniger verlangt und man bekommt am Ende des Monats einfach sein Geld.”

Horst hatte bisher andächtig zugehört. Jetzt meinte er trocken:

“Verführerisch ist es eben, wenn man sehr gut ist. Besser wäre es eigentlich, man wäre nicht so gut!”

Auch die Feldwespe kann’s

Vorhin zeigte ich die hübsche Wespenbiene mit den mellierten Augen..

Aber auch die grössere Feldwespe mit den schwarzen Augen unterliegt dem physikalischen Prinzip:

Also auch sie!

Die Umgebung dient als Lichtobjekt und reflektiert Licht ins Insektenauge, das aufgrund seiner spezifischen Pigmente alles Licht schluckt. Daher erscheint es schwarz. Dennoch nicht völlig, denn es wirft Licht weiter ins Auge des Fotografen und zwar von dem Aufbau des Facettenauges. Die einzelnen Facetten sind wohl in Feldern gruppiert, so meine Vermutung.

Aufgenommen am 22.04.2021.