Category: Zeichnung

Jugendbildnis

Nicht gerade jugendlich, aber ein junger Mann. Der Autor mit 21 Jahren. Gezeichnet mit Hilfe eines Spiegels, daher der konzentrierte Ausdruck.

Ablesen kann man darin nicht, wie das Leben danach wohl verlaufen sein wird.

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Das Leben ist schön

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Das Leben ist schön!
Dies hörte ich Von Freunden in letzter Zeit zweimal.
Was bedeutet das? Daß man es sich persönlich TROTZ des Viruses gut eingerichtet hat, also auch keine finanziellen Nöte hat?!
Sicher, wenn man etwa die Nöte der Bevölkerung vergangener Zeiten, zumindest bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts betrachtet, dann muß das so stimmen! Da war echte Not wohl ständig zugegen. Seit dem Wirtschaftswunder in unserem Land geht es uns im Grunde gut, auch wenn man den kalten Krieg als latente Bedrohung dagegen rechnen mag.

Dennoch stört mich, daß ganz fest betont wurde, daß es uns gut geht. Das hört sich für mich ähnlich an wie das Leugnen des persönlichen Tods, dem wir ja alle nicht entrinnen können. Und dieses Wegleugnen/Wegschauen hat ja Tradition, manche Wissenschaftler sehen das dennoch vorhandene Bewusstsein des Tods als Quell der Kunst, überhaupt jeder Kreativität.

Sicher, das Leben kann wundersame und schöne Anteile besitzen, ist es also de facto auch, aber verallgemeinern und auf die lange Strecke ausweiten kann man es nicht.

Vielleicht wollten die, die das sagten, zum Ausdruck bringen: “Lass uns das Leben so schön machen wie möglich!”
Da kann ich dann mitschwingen.

Zeichnen im Verbund

“Etwa alle 3, 4 Wochen treffe ich mich mit Freunden, um zu zeichnen.”

Dies schrieb ich im Februar, als ich das letzte Mal mit Freunden zeichnen war.

Das Aktzeichnen schult das Auge. Man lernt, das zu zeichnen, was man sieht/vorfindet und nicht, wie man sich einen Körper vorstellt.

Die Zeichnung oben ist eine Verkürzung, die mir oft am meisten Spaß gemacht hat.

An diesem Abend im Februar waren es 8 Skizzen a 8 – 10 Minuten, von denen ich nur die obige zeige. Aber die anderen 7 waren auch gelungen.

Studie

Nach einer Foto-Vorlage aus “Jüdische Portraits” von Herlinde Koebl.

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Mich hat das Buch von Koelbl “Jüdische Portraits” , das in den frühen Neunzigern erschien, sehr inspiriert.
Koelbl ging es darum, zu zeigen, auf welch unterschiedliche Weise jüdische Mitbürger die Zeit in den 20ern, 30ern und danach innerlich verarbeiteten. Mir gefiel die meist kämpferische Haltung manch Portraitierter. Ihre Resilienz neudeutsch.

Damals, in den frühen 90ern, interessierte mich zum zweiten auch sehr das Älterwerden. Ich fand in Koelbls Buch wunderbare Fotoportraits von Alten, die mich sehr einnahmen und die ich ab und an zeichnerisch umsetzte. So hier das Portrait von Stefan Heym.

Das Buch markierte zum dritten auch eine zaghafte persönliche Öffnung hin zu Geschichte. Zuvor war ich sicher apolitisch und wusste wenig bis garnichts von geschichtlichen Zusammenhängen. Aber es dauerte auch dann trotzdem noch geraume Zeit, bis ich mich intensiver mit Geschichte und Politik auseinandersetzte.