Category: Etüden

Das Traumgeschehen

Looking back


Einen neuen Text bringe ich in Christianes nun zweiten Etüdenaufruf ein.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte

Prophezeiung
anständig
verkrümeln.

enthalten.

***

Manchmal, in letzter Zeit, besonders wenn ich mit dem Auto untwerwegs bin, tauche ich überraschend für einen Moment in frühere Befindlichkeiten ein. Wie im Flash.

Es ist mir dann, als wäre ich aus der Jetzt-Zeit gefallen und befände mich recht frisch und unmittelbar in einer ehemaligen Lebenssituation.
Eine Situation, die nicht scharf umrissen ist. Ich sehe mich da meist mit wacher Aufmerksamkeit und verjüngt irgendwo stehen, mit den Gedanken und Empfindungen, die mich damals so begleitet haben dürften.

Diese Eindrücke oder Bilder flackern anständig stark für Sekunden, aber wie Dunst kann ich sie nicht “bergen”, ihnen weiter folgen.

Welche Prophezeiung hatte die damalige Zeit für mich? Die des Wachstums vielleicht, die des Ausprobierens, die des Schnupperns? Oder war es damals in Wirklichkeit ganz anders, war ich de facto eher in Niederungen unterwegs?!

Das sagen mir meine Spontanbilder nicht, sie malen mir ein rosa Bild.

In der heutigen Zeit, um einiges mehr älter, möchte ich mich zuweilen in eine Höhle verkrümeln, in der Hoffnung, wieder verstärkt Anschluss an diese Träume, an diese feinen Empfindungen zu kommen.
Manche machen wohl genau das, gehen auf lange Wanderungen oder einen Retreat. Um wieder Wurzeln im Alten zu schlagen und echte Luft zu atmen.

*


Ein Dialog

Stilisierter Dialog – von Gerhard M.


Einen neuen Text, diesmal eine Art Humoreske, bringe ich in Christianes nun zweiten Etüdenaufruf ein.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte

Prophezeiung
anständig
verkrümeln.

enthalten.

*


“Nun gerieren sie sich doch nicht so!
Soll ich ihnen das wirklich abnehmen, was sie da gerade vorgebracht haben?”

“Sie meinen, ich wüsste nicht, wovon ich rede?
Das sagen ausgerechnet Sie, einer, der alles glaubt, was ihm gemeinhin vorgesetzt wird !!”

“Und worauf gründet sich dann ihr Wissen? Auf anständigen Quellen hoffentlich?!”

“Das lassen sie mich beurteilen!! Ich habe starke, sehr sehr starke Quellen sogar… und die haben auch manche Prophezeiung beinhaltet, die jetzt – leider , oh Wunder – Wirklichkeit geworden sind oder es bald werden.”

“Was wurde denn vorausgesagt?!”

“Sie fragen eins ums andere Mal und hören mir auch nicht zu – ich gehe jetzt”.

“Nun verkrümeln sie sich doch nicht! Wir können doch über alles reden.”

“Ja, ja…ok … über was denn noch?”

“Gut!… Also wo genau wollen wir denn mit unserem Abgleich anfangen?”

“Bei Adam und Eva jedenfalls nicht, das möchten sie wohl gerne!. Zudem ist es mir zu spät. Meine Frau wartet auch sicher schon mit dem Abendessen!!”.

“Ja, dann guten Appetit! Gut, daß wir miteinander versucht haben, zu sprechen!”

“Ja, wir sind uns sehr einig – das zeigte sich deutlich, überdeutlich!”.


Der Hof des Königs

Was hast Du gesagt? – Zeichnung Gerhard M.


Einen neuen Text bringe ich in Christianes nun zweiten Etüdenaufruf ein.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte

Prophezeiung
anständig
verkrümeln.

enthalten.

*


Wer in früheren Zeiten einem Herrscher schlechte Nachrichten brachte, der musste sich alsbald verkrümeln.

Oder er überbrachte seine Nachricht eingebettet in eine kunstvolle Prophezeiung, die man so oder so auslegen konnte.
Das ist eine fürwahr anständig schwere Kunst gewesen.

Und was macht man heute, wenn vom Climate change die Rede ist?
Entweder man leugnet lange einen solchen, zumindest einen selbstgemachten.
Oder man sagt: Da haben wir gewievte Leute für, die können das abbiegen.
Oder man meint: Das können wir schaukeln, sogar mit wachsendem Wohlstand, ohne jegliche Einbuße oder Verzicht.

Ja, wenn so viele das sagen, wo ist dann das Problem?
Und können so den Hof des Königs verlassen ohne Unbill. Der König ist’s zufrieden …


Die Socken

Der Horst sprachlos über den Heinz

*

Heinz seine Erlebnisse

*

Vom Cafestuhl in den Schlick Heinz fiel
der war ungemein dick und viel

Wer lachte da reihum gemein?
das fand er wahrlich nicht fein!

Zu putzen war da wahrlich nix
Alles ausziehen wollte er, sofort, fix.

Mittendrin hielt Horst ihn zurück
mit ernstem und hartem Blick!

“Was ist denn da so ominös?”
Heinz wurde fast richtig bös!

“Heinz, so bedenke doch!
Deine Socke hat ein Loch!”

Da hatte Horst wahrlich recht
Das mit der Socke wäre schlecht

Wie würde das denn aussehen
Die letzte Socke und die Zehen?

Das wäre ein Fauxpas ohnegleichen
Also lies er sich erweichen.

Packte seine Siebensachen zusammen
Alle hatten jetzt deutlich Erbarmen

Rosie gab ihm ihren frischen Cappu
Seine Stimmung hob sich im Nu.

Dreckig war er freilich nach wie vor
Aber er hatte vermieden ein Eigentor.


Eine weitere Geschichte also für Christianes neuen Etüdenaufruf .
Mein max. 300 Worte umfassender Text Text sollte die Worte “Schlick ominös putzen” enthalten.