Category: Etüden

Farben, die man nicht sieht

Für zwei weitere Wochen stehen Christianes neue Etüden an.
Die folgenden 3 Worte sind in einem Text von max. 300 Worten zu verwenden.

Die Wortspende ist von Monika mit ihrem Blog Allerlei Gedanken. Sie lauten:

Praline
herzhaft
wandern.

Werner machte mich jüngst auf die Farbe “Praline” aufmerksam.
Da ich eine Rotgrünschwäche habe, bin ich nicht zu beneiden, wenn es darum geht, die Farbanteile eines Tons zu bestimmen. Fast aussichtslos.

Ich freue mich dennoch herzhaft über die oft sehr unterschiedlichen Töne, die neuerdings als Wandfarbe oder auf Stoffen angeboten werden: Denn ich nehme ihre Besonderheit durchaus wahr, das schon!

So bin ich also einer, der sensibel ist ohne das rechte Werkzeug dazu!
Das ist schon reichlich absurd, nicht wahr?!. Wie ein Blinder, der das Aussehen einer Gräfin XY an einem bestimmten Tag zu würdigen hat.

Oft wandere ich durch Geschäfte, um zu schauen, was es für neue Kreationen gibt. Da bin ich Frau, obwohl ich ein Mann bin.
Den grössten Kick bekam ich mal auf einem Stoffmarkt in Bangkok 2001, wo ich meinte, fast in Freudestränen auszubrechen, so viel unterschiedliche Strukturen und Muster bekam ich zu Gesicht. Das war einer meiner stärksten Erlebnisse.


Sich etwas gönnen

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Praline
herzhaft
wandern.

Jacques quälte sein Studium, ihm schien, als hätte er – mit untrügerischem Scharfsinn – schlicht das falsche gewählt.
Als er schweren Herzens durch die Stadt wanderte, kam er an einem Pra­li­né-Geschäft vorbei. Obwohl er da sonst nie reinging, weil er ohnehin kaum Geld hatte, sagte er sich: Heute will ich mich mal verwöhnen!
Er suchte sich diverse Pralinen aus, auch mal Karamelkaubonbons und ähnliche Leckereien.
Manche dieser Pralinen schmeckten herzhaft, andere waren erstaunlich fade, wieder andere schienen reinstes Zucker zu sein.

Als er ein zähes Kaubonbon probierte, zog die Masse ihm dabei eine Blombe aus dem Mund.
Vorbei war es jäh mit dem Seelentrost, er verfluchte das ganze Süsszeug und warf es komplett weg. In die nächste Tonne.


Praline perdu

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Praline
herzhaft
wandern.

“Du, Hermine, hast Du meine Praline gesehen?”

“Heinz, hast Du sie nicht gegessen?”

“Nach dem herzhaften Kaffee (mit Schuss) wollte ich noch eine Weile warten… Der Hund war ja auch hier nicht drin oder?!”

“Heinz, den habe ich erzogen, der isst keine herrenlose Pralinen. Einfach weg wandern wird die Praline sicher auch nicht, haha.”

“Warte, Hermine… ich weiss es jetzt! Ich habe sie auf dem Bistrotisch da drüben angeknabbert abgelegt! “

“Du warst das?! Ich habe vorhin dort einen massiven Schokofleck entfernt.
Heinz! In der Hitze lässt man keine Praline liegen. Für die Hitzegrade zur Zeit sind die nicht gemacht.”

“Blöd! Schade, Hermine… hoffentlich lassen sich die Pralinenhersteller da was einfallen!. Pralinen dürfen nicht so schnell schmelzen. Das geht nicht! Garnicht!”

“Heinz, ich glaub, unsere Lebensmittelchemiker sind da bestimmt schon dran. Die kriegen das hin. Wir wollen auch bei tropischen Temperaturen nicht auf solche Köstlichkeiten verzichten wollen. Wo kämen wir denn da hin!

Ausserdem: Hitze mag ich nicht, soll nicht hier her. Ist nichts für uns Europäer. Wieso macht unsere Regierung da nix?!”


Das mit der Praline

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Praline
herzhaft
wandern.

“Mensch, was für eine Praline!”, meinte mein Freund Jo über die Frau, die an ihm heftig interessiert war.
Verwunderung wanderte über mein Gesicht, so hatte ich ihn nie reden hören.

Dieses herzhafte Wahrnehmen der Frau half ihm offenbar, sich auf sie einzulassen. Trotz einer schmerzhaften Erfahrung aus der kürzlich geendeten Beziehung.

Mit dem neuen Herzstück war es dann doch bald vorbei, schade daß der Zauber nicht länger wirkte. Das beiderseitige Wollen ging in ein Nichtwollen über, als Folge von Inkompatibilität, sagt man wohl neudeutsch dazu.