Category: Etüden

Rendite

Wieder steht für zwei Wochen Christianes Aufruf für eine Etüde an.

Ich nehme daran teil.

Die Wortspende für die Textwochen 25/26 des Jahres 2022 stammt von Donka mit ihrem Blog OnlyBatsCanHang. Sie lautet:

Wiedergeburt
blümerant
antanzen.

*

“Zwei Bier!”

Heinz und Horst sitzen mal wieder beim Schorsch zusammen.

Nach dem zunächst dringlichen Bewerten der letzten Fussballergebnisse kam Horst mit einer unerwarteten Bemerkung daher:

“Glaubst Du eigentlich an Wiedergeburt, Heinz?”

“Da wird mir ganz blümerant zumute. Wenn schon, dann bitte als Brad Pitt, Horst! Haha.
Aber:
Ich musste schon dieses Mal ungefragt auf der Bühne antanzen, ob ich nun wollte oder nicht! Den ganzen Weg durchlaufen vom Säugling, Knirps, Schüler bis hin zum Investment-Banker. Ein zweites Mal möchte ich das nicht.”

“Naja, vielleicht winkt Dir ja auch eine Existenz als Guru, im fernen Asien?”

“Sind die besser dran”?

“Nicht unbedingt. Manche wollen nicht mehr Lehrer sein, sie sind es oft leid, Vorbild zu sein.”

“Ja, das verstehe ich. Von mir wollen die Leute immer Rendite. Die kann ich ihnen nicht unbedingt zusagen. Ein Guru ist ebenso nicht für das Glück der “Klienten” zuständig, findet sich aber genau dort wieder”.

“Wenn nicht Guru, wenn nicht Banker, was denn dann?””

“Schmetterling!”

Da war Horst verblüfft.

“Ich könnte flattern tagein tagaus, hätte nichts im Kopf!”

“Lass das den Gerhard nicht hören, Heinz! Die haben nach ihm einiges im Köpchen, fliegen nur dort hin, wo es ordentlich Rendite gibt”.

“WAS, DIE AUCH? Ich bin entsetzt”.

“Musst du nicht, Rendite ist das a und o…ALSO kannst du doch wieder Banker werden! Noch zwei Bier, Schorsch!”

Dem Haussegen gewidmet

Wieder steht für zwei Wochen Christianes Aufruf für eine Etüde an.

Ich nehme daran teil.

In max 300 Wörtern kann man eine kleine Geschichte, ein Essay, ein Gedicht, ein Was-auch-immer schreiben, die drei vorgegebene Worte enthalten müssen.
Anja mit ihrem Blog Annuschkas Northern Star gab diese drei vor:

Yachtclub
besenrein
abspecken.

*

“Wir müssen weniger werden, Heinz!”

“Was meinst Du denn damit, Horst?!”

“Elfriede jammert immerfort, dass ich zuviel Zeit im Yachtclub verbringe. Nun denn, ich bin dort für die Überwachung der Taue zuständig. Und dafür, dass jemand da ist, wenn jemand kommt. Ronald, der Vorsitzende ist ja so gut wie nie da. Ein verwaister Club wäre kein gutes Aushängeschild. Ich bin sozusagen das Gesicht des Clubs.”

“Und bei mir ist es das Bloggen. Stundenlang am PC, du wirst noch richtig krank davon, sagt Christa. Sie verlangt von mir als Ausgleich, dass ich die Wohnung besenrein halte. Abspecken soll ich auch noch. Mit ständigem Bloggen kann das kaum gehen.”

“Wir müssen damit aufhören, Heinz. Aber was dann? Der Club bin ich und ich bin der Club”.

“Horst, ähnlich siehts bei mir aus. Aber wohin mit meinen ganzen Fotos, diesem Overload? In die Tonne? Ich und meine Kamera sind quasi verheiratet. Ich kann nicht ohne.”

“Heinz, mach einfach das: Fotografiere so wie vor 20 Jahren, aber ohne Film drin! Oder benutze eine Atrappe, haha. “

“Gebongt…Horst und du schreibst an der Clubtür: Bin gleich zurück! Die meisten haben ja eh keine zehn Minuten Zeit, um zu warten.”

“Prost, so machen wir das, Heinz !”

Der Club macht Sorgen

Wieder steht für zwei Wochen Christianes Aufruf für eine Etüde an.

Ich nehme daran teil.

In max 300 Wörtern kann man eine kleine Geschichte, ein Essay, ein Gedicht, ein Was-auch-immer schreiben, die drei vorgegebene Worte enthalten müssen.
Anja mit ihrem Blog Annuschkas Northern Star gab diese drei vor:

Yachtclub
besenrein
abspecken.

*

“Wir müssen weniger werden, Heinz!”

“Was meinst Du denn damit, Horst?!”

“Wir haben ein Problem mit unserem Yachtclub. Unlängst trat Dr. Hartlaibbrot aus unserem Club aus.
Als ich ihn fragte, meinte er, daß zuviele im Club seien. Er fühle sich da nicht mehr wohl.”

“Horst, das stimmt schon, wir haben viele Mitglieder”.

“Das allein ist es nicht, Heinz. Dr. Hartlaibbrot möchte unter sich sein. Nicht mehr die richtigen Leute”.

“Aber wie willst Du denn da reduzieren, wie abspecken?”

“Tja, das ist die Crux!”

“In unserem Club sind auch viele, die keine Yacht besitzen. Dr. Drunkenbot z.b. Der hat schon lange keine mehr. Ich weiß nicht, wieso er sich fast jeden Tag an unserem Yachthafen rumtreibt?”

“Tja, Heinz, Peter Drunkenbot ist schon lange alleine. “

“Ist halt so. Es sind auch Nichtakademiker bei uns, z.b. Franz vom hiesigen Feinschmeckerrestaurant. Wozu braucht der eine Yacht?”

“Ja, Heinz, alles sehr heterogen. Aber unser Name verpflichtet!
Wir müssen wieder einen Club darstellen, der Leute wie Dr. Hartlaibbrot ein gutes Zuhause bietet. Es gibt genug andere auf seiner Ebene, die unmutig zu sein scheinen. Denen müssen wir signalisieren, daß wir eine Veränderung anstreben.
Da brauchen wir ein schlüssiges Konzept!
Besenrein muss das Konzept sozusagen sein, unangreifbar. Der Übergang muss ruhig und geordnet vor sich gehen!”

Einfach weniger

Wieder steht für zwei Wochen Christianes Aufruf für eine Etüde an.

Ich nehme daran teil.

In max 300 Wörtern kann man eine kleine Geschichte, ein Essay, ein Gedicht, ein Was-auch-immer schreiben, die drei vorgegebene Worte enthalten müssen.
Anja mit ihrem Blog Annuschkas Northern Star gab diese drei vor:

Yachtclub
besenrein
abspecken.

*

“Wir müssen weniger werden!”

“Was meinst Du denn damit, Horst?!” Heinz blies den Rauch einer von Horst gestifteten Zigarre nach rechts weg.

“Na, das Überflüssige beseitigen, die Dinge, die wir nicht wirklich brauchen, Heinz!”

“Und was wäre das bei Dir?”

“Z.b. zum Yachtclub gehen und mein Boot abmelden”.

“Ok, bei mir wäre primär dran, erstmal abzuspecken. Weiss nur nicht recht wie!”

“Heinz, da hätte ich eine Idee: Du kannst auf mein Boot gehen, nimmst spartanisch Essen für 4 Wochen mit. Bleibst im Hafen und verlässt das Boot erst am Schluss wieder und zwar besenrein, mehr musst Du nicht machen”.

“Das hört sich gut an, prächtige Idee, Horst!
Aber… dann kannst Du dein Boot ja noch nicht abstossen!”.

“Heinz, da habe ich doch gleich die nächsten Ideen: Meinen Porsche verkaufen. Nicht mehr auf die Malediven und wieder essen gehen beim Schorsch unten.”

“Horst, du wirst doch nicht deinen Stil verraten, den hast du dir doch schwer erarbeitet. Ganz so krass wäre ich nicht. Freiwillig Jägerschnitzel essen und dumbes Bier trinken?”

“Also mach mal halblang! So abrupt würde ich das auch nicht machen. Ganz kommod nach und nach. Zigarren bestelle ich jetzt nur noch einmal, dann ist damit klar Schluss…warte nur ab!”