Category: Etüden

Fünfzig Male

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Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Im Jahr 2020 geht es dank Christiane mit den Etüden weiter.
Ich beteilige mich gerne daran, meist mit recht kurzen Texten wie dem folgenden:

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Beim Schorsch verbringe ich immer meinen Skiurlaub.
Eigentlich fahre ich kein Ski mehr, aber die Landschaft dort ist so schön.

Das Essen ist leider mickrig geworden in letzter Zeit.
ICH kann das beurteilen, bin ich doch schon zum 47ten Mal bei ihm. Zum 47ten mal!
Schorsch macht keinerlei Anstalten, besseres Essen auf den Tisch zu stellen.
Meinen Ausspruch abends beim Bier: “Früher war vieles besser”, hatte er nicht wirklich verstanden.
Ich war mürrisch und grantig!  Wirklich sauer!
Meine Frau sagte am Telefon:
“Du bleibst doch jetzt nicht fern, jetzt, wo du die 50 fast voll hast!”

Da sie mich gerne kommandierte, und ihre “Ratschläge” eigentlich immer richtig waren, ging ich drauf ein.

“Aber wenn Schorsch dann den 50ten vergisst?!?”

“Nun lass das mal meine Sorge sein!”, meinte sie.

“Ja dann… dann ist ja alles geregelt.”
So kann es weitergehen.

 

Die Not des Busfahrers

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Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Im Jahr 2020 geht es dank Christiane mit den Etüden weiter.
Ich beteilige mich gerne daran, meist mit recht kurzen Texten wie dem folgenden:

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Sommers fahre ich gerne in ein Gebiet, wo man winters seinen Skiurlaub verlebt.

Die Angebote zu dieser Zeit sind dann eher mickrig, aber dafür ist alles recht ruhig.

Eines Tages, beim Stehen vor dem Hotel, mit meiner geliebten Pfeife, sah ich einen Bus rückwärts den Berg hochfahren.
„Heh, wieso machst Du das?“ rief ich dem Busfahrer zu.
„Mein Chef hat mich kommandiert, es so zu tun. Weil man oben nicht drehen kann“.

Nach einer Weile kommt der Busfahrer zurück, wieder verkehrt herum!

Ich war völlig baff!

Er meinte nur: „Man konnte oben doch drehen“.

 

 

 

Der Ton macht die Musik

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Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Im Jahr 2020 geht es dank Christiane mit den Etüden weiter.
Ich beteilige mich gerne daran, meist mit recht kurzen Texten wie dem folgenden:

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Das Buch war eindeutig mickrig!
Besser war das vorhergehende leider auch nicht.
Überhaupt der ganze verdammte Stoß!

Meine Frau hatte ich vor meinem Skiurlaub gebeten, mir eine Reihe ihrer Lieblingsbücher mitzugeben. Ich kommandierte dabei herum, nach all der Hektik im Büro der letzen Woche…

So hatte sie mir also meinen Ton heimgezahlt!
Der leere Inhalt der Bücher schallte gleichsam in meinen Ohren nach. So wie die ihren wohl geklingelt hatten.

Schön blöd das alles gelaufen!

 

Freundschaft

Eine Schreibeinladung von Christiane.

Eine Kurzgeschichte mit drei vorgeschriebenen Worten.

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Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christane

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Schwermütig war Fritz oft, zumindest sagten das einige Bekannte.

Auf einer Party bei Fred traf Fritz John, einen Mitbewohner von Fred.
John war sehr belesen, konnte vier Sprachen, ein interessanter Mensch rundum.
Als der Abend zuende ging, er hatte selten solche Abende erlebt, ging er erfüllt nachhause.

Tage später rief ihn überraschend John an. Er müsse bei Fred ausziehen. Ob er bei ihm einige Tage wohnen könne?
Diese, seine Unbehaustheit, hatte offenbar Methode. Aber: Daß John gerade an ihn gedacht hatte, ehrte ihn dann doch sehr. Er war in sehr angehobener Stimmung.

John kam tatsächlich am nächsten Tag abends.

Nach etwa 2 Monaten erzählte John, daß er im Cafe am Rathausplatz einen Blick auf eine interessante Frau erhascht hatte, mit ihr dann ins Gespräch gekommen sei und es gefunkt hatte. Nun ziehe er zu ihr.
Er freute sich sehr für ihn, wenn auch die Zeit bei ihm damit ein Ende hatte.
Aber immerhin, dachte er, sei ihm John sicher sehr dankbar und ein Freund fürs Leben.

Wochen später erfuhr er, daß John in grossem Stil Geburtstag gefeiert hatte, er war nicht eingeladen gewesen.
Wie konnte das denn sein? Sicher ein Missverständnis!!
Fred klärte ihn Tage später auf, daß John ihn tatsächlich vergessen hatte. Es war halt so, John war es nicht peinlich.

Nirgendwo

Eine Schreibeinladung von Christiane.

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Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christane

Eine fiktive Geschichte:

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Nirgendwo zuhause zu sein, ein Gefühl der Unbehaustheit.
So beschrieb er sein Lebensgefühl.

Sehr schwermütig klangen diese Worte, wenn sie mal kamen. Oft unverhofft, mittendrin in sonstiger Unterhaltung.

Selten konnte man ein Lachen bei ihm erhaschen. Woher kam es wohl, dieses Lebensgefühl?

Wenn man graben wollte, lehnte er immer ab. Das wollte er nicht.
Nein, das Gefühl stehe für sich, habe sein eigenes Recht.
So war der Traurigkeit nicht beizukommen.
Das Gefühl war einfach ab und an da, sein treuer Begleiter durch die Tage.

Wir müssen nur noch eine Weile warten

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Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

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Bald wird man wohl Kunststoff, der recycelbar ist, in Serie herstellen können.
Dann wird man auch das Himmelsleuchten wieder ungetrübt sehen können, ohne Kleinstpartikel in der Atmosphäre.
Und wenn man ausreist,  findet man Strände vor, die vollkommen sauber sind.

Dann kann man die Verpackungen von Essenswaren, Spielzeugen, Versandgütern ect. auch wieder etwas oppulenter gestalten, denn jeder möchte ja seine Waren so anbieten können, dass sie zum Kauf reizen.

Wir müssen nur noch eine Weile warten.

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Danke für die Einladung, Christiane 🙂

Zuhause gab es das kaum

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Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

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Der Vater machte seinem Jungen zum Geburtstag einen Leiterwagen aus Holz.
Das waren bestimmt recycelbare Bretter, die er da verwendet hatte.

Da er nicht Urlaub machen konnte, geschweige denn ausreisen, (auswärts konnte er nie schlafen), machte er mit seiner Frau nur Tagesausflüge.

Von diesen Wanderungen mit Freunden nahmen sie immer Erlebnisse mit, wie ein Himmelsleuchten, schöne, weite Ausblicke, ein glückseliges Ausruhen auf der Bank, Heiterkeit und Ausgelassenheit.

Zuhause gab es das kaum.

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Danke für die Einladung, Christiane 🙂