Category: Etüden

Frost

Dank Christiane geht es auch in 2021 mit den Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Ludwig Zeidler.
Folgende Worte sind in einem bis zu 300 Worte starken Text zu verwenden:

Zetermordio
weichmütig
backen.

*

Fred schreit Zedermordio: Es ist soooo kalt!!
Das Wetter kann man sich nicht backen, meint Horst. Das müssen wir wohl so hinnehmen!
Willi leidet auch, die Kälte setzt ihm wie mit Nadeln zu.
Hans ist das ziemlich egal. er ist weichmütig und regt sich nicht auf.


Gib Laut

Dank Christiane geht es auch in 2021 mit den Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Ludwig Zeidler.
Folgende Worte sind in einem bis zu 300 Worte starken Text zu verwenden:

Zetermordio
weichmütig
backen.

*

Ich kann mich erinnern, mal aus der Ferne eine jüngere Frau sehr laut tönend auf dem Fahrrad erlebt zu haben. Zetermordio schrie sie nicht geade, aber es war doch sehr irritierend.
Irgendwann kam ich drauf, daß sie das Lautsein übte, Befreiung suchte. In spirituell-therapeutischen Zirkeln mag es solche Übungen geben

Wer zu weichmütig ist und für den Lautstärke per se unheimlich ist, mag eine solche Übung helfen.
Eine Freundin von mir konnte jedenfalls überhaupt nicht laut sein. Ich bat sie mal in der Wildnis, richtig laut zu werden, doch das konnte sie nicht mal im Ansatz.

Jemanden backen kann man nicht, man kann ihn nicht zu etwas bringen, wenn er es nicht will , wenn es nicht zu ihm passt. Und so lässt man es dann.


Schon wieder !!

Dank Christiane geht es auch in 2021 mit den Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Ludwig Zeidler.
Folgende Worte sind in einem bis zu 300 Worte starken Text zu verwenden:

Zetermordio
weichmütig
backen.

*

Schon wieder!!!

Gestolpert, etwas verschüttet, nicht aufgepasst! Manchmal schreie ich dann Zetermordio, weil mir das nicht in den Kram passt und ich zusätzlich aufräumen oder mich verarzten muß. Anstatt weichmütig mit mir zu sein, bin ich dann meistens deftig ungehalten, kann das Ganze EINFACH nicht verstehen!!

Welches Rezept kann ich denn dagegen backen? Was könnte mir helfen, diese Stolperei und Tölpelei zu vermeiden?

Unlängst sties ich auf DE.
Was das ist?
Simpel: … DO EASY.
Studiere Deine Bewegungen ein, sei Dir all der Gegenstände um Dich rum bewusst.

Übe Sequenzen ein, die ursprünglich zum Stolpern oder Anrempeln geführt hatten. Wenn es nicht gut klappt, zurück auf Start und erneut die Sequenz einüben!
Und wer das nicht glaubt, sehe sich auf Youtube eines der Videos zu

*The Discipline of DE*

an.

Wenn Du nur nachhaltig genug übst, magst Du zum Schluß sogar nachts wie ein Zenmeister die Zielscheibe mit einem Pfeil treffen.


Wohnzimmerreise Januar

Heide (Puzzleblume) und Almuth (Pflanzwas) haben etwas angedacht, was ich interessant fand und an dem ich mich gerne beteilige:

Eine sogenannte Zimmerreise und zwar einmal im Monat. Oder mehrmals, wenn man möchte.
Heide managt nun dankenswerterweise das Projekt und dies hier ist mein Beitrag für den Januar:

***

Diese kleine afrikanische Skulptur hat Leben!

Sie verbindet mich, obwohl in Würzburg gekauft, mit einer kurzen Reise nach New York 1995.
Damals fand dort die Schach-WM zwischen Kasparov und Anand statt, was der äussere Grund der Reise war.
An nur einem einzelnen Abend besuchte ich die Spielstätte der Schachgrössen, die anderen Tage streifte ich durch die Stadt.

Natürlich wollte ich die Broadway-Theater, aber auch die Kunstmuseen besuchen.

Da gab es das MoMA, museum of modern Art, das Guggenheim und das Whitney museum of american arts , das Museum of contemporary arts und das Metropolitan Museum.

Seltsamerweise erinnere ich mich ausgerechnet immer wieder mal an die langgezogenen Treppenaufgänge des Metropolitan Museum.
Ich ging am Morgen auf den fast leeren Treppen hin und her. Ich vermute, das Museum war noch nicht offen. Und ich wollte keinerlei Zeit versäumen, typisch.
Jedenfalls waren diese Treppen recht lang, fast schon zum Jonglieren einladend.

Da ich eine Kontaktlinse gleich am Eintreffabend verloren hatte, sah ich mich für die folgenden 5 Tage gehandicapt. Die andere verbliebene Linse war zu schwach, also lies ich sie auch gleich weg.

Im Museum sah ich mir die üblichen Highlights an wie etwa den Tempel von Dendur.

Im linken Teil des Museums war die afrikanische Kunst untergebracht, die mich mehr interessierte.
Hier gab es viel zu bewundern. Ursprüngliche Kunst wie meine Skulptur oben.
Einen Stock höher dann war die Ozeanische Kunst untergebracht.

Und hier verschlug es mir ganz unerwartet den Atem!
Es war ein Erweckungserlebnis. Die dort gezeigte Kunst schien mir noch kraftvoller, urtümlicher und aufgeladener zu sein als die afrikanische Kunst. Ich war zuvor noch nie solcher Kunst begegnet.
Wem nur konnte ich diese Eingebungen und Gefühle mitteilen? Es war einfach überwältigend.
Ich versuchte mir wie oft die Formen einzuprägen, die langen Schiffe, die viele Meter hohen Kultgegenstände.

Nur ein Foto aus diesem Raum hatte ich “gerettet”, denn meine Filmrollen waren begrenzt.

Geisterstange der Mimika aus Neuseeland



Ich hoffte sehr auf einen Fotoband im Artshop, doch da gab es nichts dazu.

Einen geeigneten Fotoband erwarb ich erst Jahre später.

Der Autor

Und was gab es abseits davon:

Schwule in einem Cafe, die mir von einiger Ferne begeistert irgendetwas zuriefen.
Mensch, was tat mir das gut! Auch im Nachhinein. Ich vergaß das lange Zeit nicht.

Dann war ich auch in Leo Castellis Artgalerie, die schwer zu finden war. Der 88-jährige Castelli war nicht da, aber ich durfte mich umschauen.

Schnelle Inlinefahrer gab es viele. Ich weiß noch, wie ich einem jungen Mann staunend nachschaute, wie er eine leichte Steigung im Bogen in Vehemenz nahm.

Exaltierte gab es einige wenige auf den Strassen. Am besten man kümmerte sich nicht darum.
So etwa ein grell angezogener wild schreiender Mann im Rollstuhl. Dann jemand, der einen Riesen-Gettoblaster auf seinen Schultern trug. Und ein wild gestikulierender Prediger.

Im Central Park hatte ich mal Angst. Auch ganz ganz unten im Süden von Manhattan im Hafengebiet, als es dämmerte. Ich wollte von dort aus zu meinem Hotel hochlaufen, was sich als völlig absurd erwies. Die Distanz war einfach enorm.

An einer Aufzeichnung eines Songs für MTV nahm ich ganz zufällig im Westvillage als Teil der cheering crowd teil. Die Zeit dafür war mir nicht zu schade.

Eine abgerissene Autotür und zwei Taxis, die scheppernd nebeneinander herrasten.

Obwohl ich manchmal Zeit verlor durch erfolglose Sucherei, begegnete mir unheimlich viel. Man fragt sich, was so alles in 5 Tage passen kann… einfach irre viel 🙂