Category: Gesellschaftliches

Niemand ruft mich an

Einen alten Bekannten rief ich unlängst an.
Er war immer unzuverlässig,
betont gegenüber Freunden
die sich als solche dünkten
Was ihn dabei antrieb
das weiss nur er
wenn überhaupt

Zum Schluss unseren Austausches
kam ein Satz
den ich von ihm kenne,
schon immer:
Niemand ruft mich an!

Zustände


Dies hier schrieb ich schon am 12. März:

Zur Zeit der Pandemie war mir zwar des öfteren bang, aber erst seit dem Krieg in der Ukraine bin ich mit etwas konfrontiert, das sich als Flashbacks bezeichnen lässt.
Ab und an tauchen bedrohliche und unklare „ Gefühle“ auf, die sich in eine gewöhnliche Stimmung für Sekundenbruchteile einschieben können. So als würde ich gleich irgend etwas gewahr werden, was es an der Stelle nicht gibt/geben kann.

Zur Zeit meiner schweren Depression vor 22 Jahren waren es im Unterschied dazu zwanghafte Gedanken, die sich ins Gedankengefüge einschleichen wollten, meist über als schlimm erlebte Versäumnisse, und wehe, ich lies sie, wenn auch nur partiell, rein. Dann gab es kein Halten mehr.
Die Depression hörte übrigens genau da auf, als dieser Druck der Zwangsgedanken aufhörte. Ich musste nicht mehr von vorneherein dagegenhalten.
Es war damals „die Kunst“, eine einzelne schlichte Zeichnung, die mich eines Abends befreite.

Liniensalat

*

Zeichnung vom 03.04.2022

Gesellschaftspolitisch ist daran zunächst mal nichts, es ist nur eine formale Spielerei – aber wie so oft, ist sie als solche lesbar.