Erichs Erfahrungen

Fröhlich lockt Christianes neuer Etüdenaufruf.

Die Wörter für die Textwochen 01/02 des Jahres 2022 stiftete Ludwig Zeidler. Sie lauten:

Hoffnungsschimmer
unverzeihlich
nähen.

und sind in einen max. 300 Wörter umfassenden Text einzubringen.

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Hans wählte einen Aufbau, mit dem er vor Monaten schon gegen Oskar im Schach verloren hatte. Wieder deklinierte er diesen Aufbau durch und durch und verlor eins ums andere Mal damit.

Erich als ewiger Beisitzer sagte darauf: “Aber Hans, das ist unverzeihlich! Diesen Aufbau hast Du doch schon vor Wochen ausprobiert, in allen möglichen Varianten”.
Hans meinte daraufhin knapp: “Das stimmt nicht, das habe ich noch NIE gespielt!”.

Nun kann man ja mal vergesslich sein, aber solch eine Erfahrung einfach zu vergessen und dazu eine leidvolle, ist schon merkwürdig.
Mit welchen Mitteln näht eigentlich unser Gehirn seine Erfahrungen zusammen?

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Jüngst waren Erich und Erna zu einem Abendessen bei einem befreundeten Ehepaar.
Zwei weitere Gäste aus dem Ort wollten auch kommen, sagten aber wegen gesundheitlicher Bedenken ab. Sie hatten offenbar akut von neuen Krankheitsfällen in ihrer Umgebung gehört.
Am nächsten Morgen frühstückten Erich und Erna noch bei ihren Gastgebern. Seltsamerweise war auch das Paar, das für den Vorabend abgesagt hatte, zugegen.

Dachten diese jetzt anders wie am Abend zuvor?
Erich hatte keinen Hoffnungsschimmer, daß er das je erfahren wird.

*

“Erich, die Strasse runter gehe ich nicht, da ist es zu windig.”
Also gingen Erich und Erna einen anderen, mehr geschützen Weg.
“Du, Erna, ich kann Dir meinen Schirm geben”, fiel Erich jetzt ein.
“Danke, Erich. Ich liebe Wind!”.

*

Und die Mär von der Geschicht:
Gedanken und Vorstellungen sind manchmal frei wie der Wind.
Und Entscheidungen werden manchmal getroffen ohne Erinnerung an frühere, oft ganz entgegengesetzte Entscheidungen.

Neue Masche in der Mache

Einige meiner Blauköpfe im Garten.

Fünf davon hatte ich unlängst verschenkt.

Das war Anlass, wieder welche zu machen, aber in etwas anderer Aufmachung:

Etwas länger…
…etwas fröhlicher
…tolldreistfröhlich
…ins sich ruhend
Der letzte der 5, die ich hier mal zeige…
insgesamt waren es 10 an der Zahl.

Es ist eine willkommene Gelegenheit, nach viel Beschäftigung am PC wieder etwas mit den Händen zu machen.

Auf eine Karte…

Schaut, was diese hübsche Marienkäferlarve mir einst empfahl, als sie über mein Büchlein wanderte!


Was will sie mir sagen, was soll ich 2022 tun?

Rastlos unterwegs über Stock und Stein, um mir Tipps zu geben

Nein, Riskantes liegt mir nicht, da gehe ich nicht mit. Sorry, meine herzallerliebste Larve!

***

Eine Bekannte, etwa 62, will endlich Englisch lernen.
Ich … will mehr lesen als 2019 oder 2021.

Was wollt ihr 2022 ändern? Habt ihr Vorsätze oder lebt ihr ohne Vorsätze oder Absichten?

Letzthin erwähnte Wildgans den Begriff “dünnhäutig“.
Das bin ich wohl nachwievor, wennauch ich in bestimmten Situationen, gelassener geworden bin.

Der Grund für meine Dünnhäutigkeit?!
Ich brachte als Kind und junger (jüngerer) Mensch wenig auf die Reihe, was kommentiert wurde.
Dünnhäutig brauche ich jetzt nicht mehr zu sein, ein jeder ist seinen Weg gegangen und meiner war eben meiner.

Sei’s drum!

Kraut und Rüben

Fröhlich lockt Christianes neuer Etüdenaufruf.

Die Wörter für die Textwochen 01/02 des Jahres 2022 stiftete Ludwig Zeidler. Sie lauten:

Hoffnungsschimmer
unverzeihlich
nähen.

und sind in einen max. 300 Wörter umfassenden Text einzubringen.

Wie ein Fisch im Wasser…

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Erna hat schon wieder eine 5-Minuten-Schachpartie gegen Horst, ihren Spielkameraden verloren. Durch Zeitüberschreitung.
Bitter beklagte sie sich bei ihrem Opi:
„Opi, ich stand die ganze Zeit besser und dann gewinnt der Horst nur, weil ich keine Zeit mehr auf der Uhr hatte. Der hatte nix gezeigt, so was von nix…grrh.“

Opi lächelte, nahm Erna zur Seite und deutete auf die Nähmaschine der Omi.

„Schau, du musst einfach ziehen wie die da arbeitet. Kontinuierlich, Zug nach Zug, so wie diese Maschine näht“.

„Aber dann mache ich ja Fehler, Opi, wenn alles so schnell geht“.

Unverzeihliche Fehler wirst Du schon nicht machen und wenn, dann gibt es doch eine nächste Partie, Erna“.

„Aber ich mache nicht gerne Fehler, Opi!“.

„Erna! Und was denkt denn Horst? Sobald er einen Hoffnungsschimmer hat und merkt, daß Du keine Zeit mehr hast, wirft er Dir weitere Brotkrumen hin, dass Du noch mehr Zeit verbrauchst. Die Stellung interessiert ihn dann schon lange nicht mehr, Hauptsache 1:0 durch deine Zeitüberschreitung, weil die 5 Minuten rum sind“.

Erna stutzt.

„Wähle einen Mittelweg, Erna, hab beides im Auge, deine Zeit und das Brett. Keiner sieht Dich schief an, wenn Du mal Kraut und Rüben spielst. Aber lass Horst mit seinem Schnell-schnell nicht so einfach durchkommen.“