Category: Kreatives sonst

Eine Erfahrung

Quelle: Pixabay

Dank Christiane geht die Erfolgsstory der Etüden weiter, bin gespannt, wieviele diesmal mitmachen.
Die Wortspende stammt diesmal von Mutiger leben.
Folgende Worte sind in einem maximal 300 Worte umfassenden Text zu verwenden:

Schmutzfink
fabelhaft
mopsen

Diesmal ein kürzerer Text.

*

Ihm fehlten einige Zähne. Er trank – und rauchte unentwegt. So roch er auch.
Aber er war ordentlich gekleidet, kein Schmutzfink.
Ich weiß nicht mehr, wie er hies. Er gehörte zu meiner Abteilung, den Bongos: Wir sollten im Ernstfall Kabel verlegen.

Das Geld beim Bund war ja sehr knapp. Eines Tages bat er mich um 20 DM. Ich gab sie ihm ohne zu zögern, denn ich war besser gestellt. Aber ich rechnete nicht damit, das Geld wiederzusehen.
So schlau war ich schon. Er hätte mir im übrigen auch was mopsen können, wenn er drauf aus gewesen wäre.

Anfang nächsten Monats gab er mir überraschend das Geld zurück!
Da war ich baff!
Hinter einem leichten Zittern verbarg sich ein fabelhafter Mensch: Seine Züge waren zwar grob und ausgemergelt, aber von einer feinen Sensibilität durchzogen. Die man nur merken konnte, wenn man näher hinsah.

Wenn mich diese Monate damals etwas gelehrt hatten, dann dieses:
Ein 1. Blick kann trügen.

*

156 Worte


Hans seine Studien

Quelle: Pixabay

Dank Christiane geht die Erfolgsstory der Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Mutiger leben.
Folgende Worte sind in einem maximal 300 Worte umfassenden Text zu verwenden:

Schmutzfink
fabelhaft
mopsen

Diesmal ein witziger und ernster Text zugleich.

*

Ich besuchte Hans in seiner kleinen Wohnung.
Staubig wars. Alles mögliche lag rum, da wurde anscheinend überhaupt nicht aufgeräumt. Vielleicht lagen manche Dinge schon Wochen und Monate rum, vielleicht auch Jahre. Wer weiß das schon!
Ein ganz schöner Schmutzfink ist er, dachte ich, aber er wird diesen Schlamassel nicht als solchen wahrnehmen.

Hans ist ein Könner, was sogenannte Schachprobleme anbetrifft. Ich mag zwar diese Studien nicht so sehr, weil die Anordnung der Steine meist wie wahllos auf dem Brett verteilt scheint. Wie hingekegelt!
Da braucht es ein geübtes Auge, um Muster in diesem Wirrwar zu erkennen. Aber Hans ist ein ganz fabelhafter Schach-Komponist, er hat schon einige anerkennende Würdigungen dafür bekommen.
Z.b. von einem kleinen Fachblatt zu Rätseln aller Art.

Was Hans mir heute zeigen will, das ist ein ganz besonderes Juwel.

Und wirklich, als er es vorführt, das Matt in 4 Zügen, mit all den Verästelungen, all den Feinheiten und überraschenden Wendungen, da fühle ich mich glatt versucht, es zu mopsen.
Das ist so genial! Die pure, pure Schönheit! Ich schaffe so etwas nicht, ganz entschieden nicht! Nie und niemals.

Nein, ich werde es ihm nicht stehlen. Das wäre billig und schofel.
Hoffe nur, daß er dafür eine entsprechende Anerkennung bekommt.
Aber die ist ihm – natürlich- nicht gewiss.
Wer denn sollte anerkennen? Wer denn?

Wenn er mal gestorben ist, findet man seine Kernsammlung an Schachstudien vielleicht, oder alles landet auf dem Müll.

*

232 Worte


Sukzessiver Verbrauch

Quelle: Pixabay

Dank Christiane geht die Erfolgsstory der Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Mutiger leben.
Folgende Worte sind in einem maximal 300 Worte umfassenden Text zu verwenden:

Schmutzfink
fabelhaft
mopsen

Diesmal ein ernster Text.

*

Was für Schmutzfinken sind wir Menschenkinder eigentlich. Schon in dunkler Vorzeit, vor abertausenden von Jahren, gestaltete der Mensch fleissig die Erde um, unwissentlich und wissentlich. Ich habe z.b. nicht gewusst, daß zwei Drittel der Großtierarten im Zeitraum 100.000 – 50000 v. Chr. ausgerottet wurden, nachzulesen hier. Daß mit zu besiedelnden Inseln etwas geschah, das Archäologen als „Landschaften transportieren“ bezeichneten, wie in besagtem Artikel auch nachzulesen. Das und ähnliches wirft ein schales Licht auf uns als Menschheit.

Und was mit der heutigen Erde passiert, ist wie ein Mopsen von letzten Früchten, die unsere Erde besitzt. Ein Weltverbrauch. Fabelhaft ist, so betrachtet, eigentlich wenig am Menschen.

Aber vielleicht kriegt der Mensch ja noch die Kurve und verarztet geschickt den arg geschundenen Planeten.
Schade wärs sonst um ihn.

123 Worte


Träume sind keine Schäume

Quelle: Pixabay

Dank Christiane geht die Erfolgsstory der Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Mutiger leben.
Folgende Worte sind in einem maximal 300 Worte umfassenden Text zu verwenden:

Schmutzfink
fabelhaft
mopsen

*

Der Gerd ist ein Schmutzfink und zudem ein Schmarotzer. Leiht Bücher aus und gibt sie nicht zurück. Mopst auch Obst vom Grundstück des Nachbarn, ich habs gesehen! Gut, daß ist leidlich, nicht der Rede wert. Das sollte mich wahrlich nicht aufregen, wahrlich nicht!
Aber wieso die fabelhafte Helga auf ihn hereinfiel, ist mir nicht verständlich!
So eine Frau könnte jeden haben, j-e-d-e-n, so anziehend ist sie, ein reines Juwel! Sie hat eine Aura, der man sich nicht entziehen kann, sehr wahrscheinlich kann auch manche Frau da schwach werden. Genialisch vereint sie all das denkbar Attraktive, man fragt sich, wie das sein kann? Ich begreife manchmal nicht, wie die Gaben der Natur so verschieden verteilt sein können.
Manchmal gehe ich ihr auch aus dem Weg, es ist einfach zuviel. Andererseits liebe ich die Anregung und das Aufblitzen in meinem Gehirn im Millisekundenbereich. Ich antizipiere manche Bewegung, manchen Blick von ihr, eine Kaskade an Bildern setzt ein. Wie ein Rausch.
Nun, Gerd hat sie also „gewonnen“ oder eher sie ihn, verwundern kann mich eh garnichts mehr.

Ich dagegen lebe mein Leben so für mich. Freue mich über meine Träume und Phantasien, die mir manchmal wie Kino erscheinen. Sie erscheinen mir manchmal wie ein sanftes Weben wunderbarer Düfte und Bilder. Ein Reichtum, der mir einfach so geschenkt wurde.
Und so gehen die Tage meist beschwingt und zufrieden vonstatten.
Mal schaun, was Morgen anfällt.

235 Worte