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Das Bierfest

Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt mich doch wieder sehr:
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Kürbis
kitzlig
krakeln.

enthalten.
Wortspender ist in diesen 2 Wochen ist Wortverdreher

*

Heinz und Horst unterhalten sich am Rande des hiesigen Bierfests:

Heinz: “Mensch, was hat denn der da vorne für einen Kürbis auf? Hat sicherlich zu lange getagt!”

Horst: “Der krakelt regelrecht durch die Gegend, so viel intus hat der.”

Heinz: “Ich will nicht kitzlig sein, aber interessieren würde ichs doch gerne wissen, wieviel der gepackt hat!”

Horst: “Da unten auf dem Fest, Heinz, da sitzt auch immer einer, der bricht alle Rekorde. Der hat alles frei, denn bessere Werbung gibt es nicht. Bei dem läuft es einfach nur durch.”

Heinz: “Ich kenne ihn auch. Anmerken tut man es ihm auch nicht, egal wie viele Mass er hat!”

Horst: “Wie kommt der denn eigentlich heim?”

Heinz: “Da gibt es einen Lumpensammler, so nennt man den Bus, den nimmt er. Den letzten freilich”.

Horst: “So ohne Bier wird er darin vielleicht eindösen und verpasst seine Strasse?!”

Heinz: “Iwo. Der Busfahrer kennt ihn schon … da gibt es kein Vertun”.

Die beiden unterhalten sich noch lange. Sie sind ja keine Biertrinker, gehn da nicht hin.

Irgendwann drehen sie um, das Abendessen wartet und dazu gibt s ein kleines, feines Gläschen Wein. So hat das Stil.
Emma und Erna würden es auch nicht schätzen, wenn sie angetüdelt daherkämen.
Da gibt es kein Vertun!!


Gewöhnliche Strauchschrecke

Ei, wer hängt denn da am Barometer im Garten?

Zwar hatte ich einiges fotografiert an einem sonst trüben Tag des 23.10.2021, aber dieser “Braten” kam mir zum Schluss gerade recht.

Ein Tier mit toller Zeichnung. Wieso es gerade da Platz nahm? Um den Wettergott um besseres Wetter zu bitten?

Wer weiss.

Eine alte Leier

Einen weiteren Text in Christianes neuen Etüdenaufruf bringe ich hier ein.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Biedermeier
niederträchtig
flöten.

enthalten.
Wortspender ist in diesen 2 Wochen Heide

Heinz, der Ratgeber auf dem Berg

*


Heinz, der Bergweise, sieht oft ein wenig hinter die Biedermeier-Kulissen.

Die nette Elvira pilgerte deshalb zu ihm und fragte ihn um Rat, erzählte ihm dabei folgendes:

Ihre Freundin Susanne klagt immer über dieses und jenes. Ihre Sorgen, ihr Verdruss, ihren Ärger. Immer wieder!

Gern half Elvira ihr mit ihrem Rat. Sie fühlte sich gut damit, auf alles eine Antwort zu haben.
Schön war das, so gefragt zu sein!! Wie eine ältere Schwester fühlte sie sich dabei.

Wie schrecklich war es ihr aber, als jemand ihr mitteilte, daß Susanne dagegen mit der jüngeren Claudia viel scherzte und immer Spaß hatte. Da war sie wie umgewandelt, leicht, locker, lebensfroh. Die deutlich jüngere Claudia bekam die Schokoseite umsonst..

Wie niederträchtig! Furchtbar! Elvira hatte plötzlich mächtig Wut auf Susanne! Sie war offenbar für sie allzeit der Kehrichteimer gewesen!
Wie es in ihr kochte! So wie im Topf, der flötet, wenn er eine bestimmte Temperatur erreicht hat. Oh, wie wütend war sie!

Elvira wusste nicht ein noch aus mit ihrer Wut und Verstörung, deshalb fragte sie Heinz. Heinz gab keine einfache Antworten, das wusste sie.

Heinz sagte ihr nach einigem Zuhören bedächtig:

“Du hast als Kind gelernt, daß Du nur Liebe bekommst, wenn Du Leistung bringst. Also folgst, zuhörst, im Voraus erledigst und so fort.
Und dennoch reichte es damals nie. Also hast Du deine Anstrengungen verdoppelt und verdreifacht.
Daher jetzt, viele Jahre später, eine tiefe Traurigkeit. Eine Traurigkeit, die unter dem mächtigen Zorn verdeckt liegt.”

Also deswegen hatte sie sich fortwährend um Susanne bemüht, auch wenn sie gar keine Lust mehr auf ihre Tragiken hatte.
So war das.Sie hatte von früh auf gelernt, daß sie “bringen” musste. Liefern.

Eine alte Leier also.
Susanne hatte nur ihr Dilemma aufgezeigt.