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Ein Talent verschleudern?

Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt mich erneut.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Zeitlupe
behäbig
verprassen
enthalten.

Die Worte stammen von Werner Kastens mit seinem Blog Mit Worten Gedanken horten

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Kann man sein Talent verprassen?

Ich denke schon. Durchaus.

Manche Produzenten elektronischer Musik haben sich m.E. ganz auf DJ-Sets verlegt und verlegen selbst keine Musik mehr. Wozu auch. Cds werden kaum mehr gekauft, seit es Spotify und anderes gibt.

Einen Longplayer produziert man meist nur noch, wenn man einen eigenen Live-Act damit bewerben will.

Ich finde es sehr schade, daß offenbar nicht mehr an ausgewogenenen Scheiben gerade im Elektronik-Bereich getüftelt wird. Eine solch besondere Scheibe hatte doch mal tatsächlich dazu geführt, daß ich das Aalener Jazzfestival besuchte, einzig um Henrik Schwarz zu erleben.
Das war eine für mich musikalisch sehr aktive Zeit.

Noch vor 5 Jahren hörte ich schnelles Zeug und phasenweise experimentelle Musik, jetzt mag ich es behäbiger: Ich bin jetzt meist bei Ambient oder Cool Jazz fündig.
Es muss nicht Musik in Zeitlupe sein, das nicht. Sie soll Raffinesse enthalten, ein gutes Stück “intelligenter” Musik sein, einfach etwas, was zum Zuhören auffordert. Man muss die Freude spüren, daß da jemand etwas schaffen wollte, was “extraordinaire” ist. Gefrickel auf hohem Niveau 🙂



Nine heads

Eine kleine Parade von keramischen Köpfchen im Garten.

Ich habe welche ausgesucht, die etwas gemeinsam miteinander haben.

Sie stehen auf Monier-Eisen, weil sie sich so gut präsentieren lassen.

Bräsigkeit

Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt mich erneut.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Zeitlupe
behäbig
verprassen
enthalten.

Die Worte stammen von Werner Kastens mit seinem Blog Mit Worten Gedanken horten

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Das Wort “bräsig” erlebt eine Renaisssance.
Die Webseite dwsds zeigt das anschaulich in einer Kurve an. Bräsig sein bedeutet behäbig sein, sich kaum bewegen.

Der Politik schreibt man gewöhnlich dieses Adjektiv zu. Lange Zeit war dort das Thema Klimawandel oder digitaler Wandel nicht auf der Agenda. Man kümmerte sich zu wenig.

Das ist auch bei einem anderen “Verein” so der Fall, bei dem sich beim jetzigen “Aufbruchsweg” wenig bis garnichts zu bewegen scheint.
Zeitlupe oder 3 Schritte vor, 2 zurück.
Versäumnisse in Sachen Missbrauch und damit einhergegangene Vertuschung werden durch ein einmalig ausgesprochenes Bitten um Verzeihung begradigt. Man stellt sich als Bistumsleiter hin und sagt: “Ich bitte aufrichtig um Verzeihung!”. Damit werden jahrzehntelange Missstände quasi salopp vom Tisch gefegt. So einfach geht das!

Das Vertrauen ist im Grunde verprasst! Gäbe es da nicht das Pfund, daß man nicht weiß, was nach dem Tod kommt!
Darauf kann man bauen und nicht zu knapp.



Unsere Sprache

Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt mich erneut.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Zeitlupe
behäbig
verprassen
enthalten.

Die Worte stammen von Werner Kastens mit seinem Blog Mit Worten Gedanken horten

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Ich bin in einer Gegend aufgewachsen, in denen bisweilen ein durchaus starker Dialekt gesprochen wird. Da heisst der Regen manchmal “Raache” und kommst Du morgen?: “Künnste morche?”.
Dieser Dialekt mag durchaus behäbig wirken, manchmal zumindest.
Lernen kann man so einen Dialekt kaum, selbst wenn man quasi in Zeitlupe die örtliche Aussprache verfolgt.

Beim sogenannten Schachblumenfest etwa 30 km weiter sprach ich mal mit einer Frau an einem Stand, an dem auch Bücher einer Mundart-Autorin vertrieben wurden. Die Frau bezeichnete sich als zugereist und die Ortssprache dort eigentlich nur ansatzweise richtig zu sprechen. Deshalb könne sie die präsendierten Gedichte nicht ganz adäquat vortragen, ich konnte das sowieso nicht.
Ihre Zeit in diesem Ort hatte sie jedenfalls nicht verprasst, es besser zu machen.

Vor zwei Wochen sprach ich mit jemanden, der sagte, er müsse morgen zu einem Platz namens Place de Caen. Wie man Caen auszusprechen hatte, wusste ich und führte das vor.
Um das Ganze dann noch auf die Spitze zu treiben, trug ich vor, wie “Ticinallo” in italienisch auszusprechen wäre. Ausgerechnet eine Italienerin, die incognito anbei stand, zerstob meine Auffassung und sprach das doch etwas anders aus! Authentischer, viel natürlicher. Ich hätte ihre Version gerne aufgezeichnet. Hätte ich sie dann auch repetieren können? Wohl kaum.