Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt mich erneut.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Zeitlupe
behäbig
verprassen
enthalten.
Die Worte stammen von Werner Kastens mit seinem Blog Mit Worten Gedanken horten

*
Ich bin in einer Gegend aufgewachsen, in denen bisweilen ein durchaus starker Dialekt gesprochen wird. Da heisst der Regen manchmal “Raache” und kommst Du morgen?: “Künnste morche?”.
Dieser Dialekt mag durchaus behäbig wirken, manchmal zumindest.
Lernen kann man so einen Dialekt kaum, selbst wenn man quasi in Zeitlupe die örtliche Aussprache verfolgt.
Beim sogenannten Schachblumenfest etwa 30 km weiter sprach ich mal mit einer Frau an einem Stand, an dem auch Bücher einer Mundart-Autorin vertrieben wurden. Die Frau bezeichnete sich als zugereist und die Ortssprache dort eigentlich nur ansatzweise richtig zu sprechen. Deshalb könne sie die präsendierten Gedichte nicht ganz adäquat vortragen, ich konnte das sowieso nicht.
Ihre Zeit in diesem Ort hatte sie jedenfalls nicht verprasst, es besser zu machen.
Vor zwei Wochen sprach ich mit jemanden, der sagte, er müsse morgen zu einem Platz namens Place de Caen. Wie man Caen auszusprechen hatte, wusste ich und führte das vor.
Um das Ganze dann noch auf die Spitze zu treiben, trug ich vor, wie “Ticinallo” in italienisch auszusprechen wäre. Ausgerechnet eine Italienerin, die incognito anbei stand, zerstob meine Auffassung und sprach das doch etwas anders aus! Authentischer, viel natürlicher. Ich hätte ihre Version gerne aufgezeichnet. Hätte ich sie dann auch repetieren können? Wohl kaum.
Interessant. Beherrschst du den Dialekt?
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Ich verstehe ihn, nutze aber eher eine Lightversion dort.
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Bist du glücklich, als Dialektsprecher (davon gehe ich jetzt mal aus) aufgewachsen zu sein? Ich meine, weil Dialekte einen doch oft sehr stark verwurzeln … 🤔
Morgenkaffeegrüße 🌦️🌻🍃☕🍪👍
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Das Verwurzelnde ist jedem Dialekt eigen, das stimmt. Insofern höre ich ihn eigentlich gerne.
Ich spreche selbst eher einen gemässigten Orts-Dialekt. Verstehe aber ohne weiteres Leute, die ihn stärker nutzen.
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Tja, das mit den Idiomen, die jede Gegend speziell machen. Man streift sie lebenslang nicht wirklich ab. :–)
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ja, das ist so 🙂
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Aus Dir spricht das reale Leben!
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absolut 🙂
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Wieder so eine lebensnahe Geschichte!
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Die ist lebensnah und 1:1 so erlebt. 😉
Danke, Frau Benseler 🙂
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Das dachte ich mir schon, daß sie auch genauso erlebt ist.
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