Bei diesem Foto könnte man meinen, die Wespe hätte einen geöffneten Hinterleib. Zwar ist der Hinterleib als Ganzes lediglich schalenförmig, wie eine “leere” Tonne, durch die ein vergleichsweise dünner Schlauch führt, aber die Tonne ist natürlich oben, zum Mittelteil des ganzen Leibs, “durch einen Deckel” geschlossen. Nur eine schlauchartige Verbindung führt vom mittleren Segments des Insekts zu “der Tonne”.
Wenn man manchmal Reste einer Wespe auf Blättern findet, dann wird einem das bloß Schalenartige des Hinterleibs klar. Eigentlich ist das Ganze wie eine wie eine Vase aufgebaut.
Einen fünften Text in Christianes neuen Etüdenaufruf bringe ich hier ein. Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte Biedermeier niederträchtig flöten. enthalten. Wortspender ist in diesen 2 Wochen Heide.
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Klar und deutlich kommunizieren, wie geht das?
Wenn ich einige meiner Freunde, mit denen ich – zur Zeit – im Verbund über Email kommuniziere, so betrachte, ist es nicht niederträchtig zu behaupten, das wäre schwer. Manche schreiben schnell, übers Handy, die Buchstaben fliegen nur so, Schreibfehler inbegriffen. Nein, Texte sollte man – möglichst – so schreiben, als würde man ein langsames Stück flöten.
Besser noch wäre es im Biedermeierstil, also auf schwerem Schreibtisch und mit wohlbedachter Setzung, zu formulieren.
Aber reicht das aus? Eigentlich müsste jemand jeweils das Geschriebene gegenlesen. Ist das zu Sagende klar gesagt, für jedermann verständlich?
Gar nicht so einfach, denn in manchem Geschriebenen schwingt etwas mit, was nur verständlich wird, wenn man den Kontext kennt oder das Gefühl. Wie etwa im Witz, den ich – im Kern – von Fritz Muliar und einer Doppel-CD kenne und den ich in der letzten Etüde erzählte. Die Aufschlüsselung darin war „Die Masse machts…“, die ich von Muliar noch deutlich im Ohr hatte und die von emsiger Geschäftigkeit um jeden Preis erzählte.
Auch ein Editor Lektor eines Buchs tut sich manchmal schwer: Wenn ein Wort falsch ist, aber zufällig in den Satz passt. Was dann?
Wie dem auch sei: Kommunikation ist ein schwierig Ding. Man sollte immer Missverständnisse einkalkulieren. Aber nicht ständig, sonst kann man ja nicht reden.
Eine winzige Weichwanze sah sich durch meine Aktivitäten gestört und zog es vor, zu fliehen. Von diesem Blatt hinein zum Blattansatz und dann über einen anderen Stengel wieder hinaus zu einem vom vorherigen benachbarten Blatt.
Am Schluss der umfangreichen Aktion aber musste sie wieder fliehen…
Einfach überrannt durch eine Vespa vulgaris. Diese interessierte sich keineswegs für sie. Aber ein Schreck für das Wänzchen war es allemal – und erneut weg war sie.
Einen vierten Text in Christianes neuen Etüdenaufruf bringe ich hier ein. Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte Biedermeier niederträchtig flöten. enthalten. Wortspender ist in diesen 2 Wochen Heide.
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„Der Kasch drüben ist ganz niederträchtig, der verkauft kleine Teddybären für zu wenig. Das ist absolutes Dumping. Dass man den nicht aus dem Markt wirft?!“
„Was regst Du dich so auf, Rudy. Deine Teddybären erinnern mich an Biedermeier und sind doch viel schöner! Das kann doch jedermann erkennen“.
„Klar, Heinz, das schon. Aber zuerst laufen die Kunden dort vorbei, kommen direkt aus der Hohen Gasse vom Bahnhof her. Das ist ein idealer Platz. Dann sehen sie anschliessend meine Bären, etwas teurer, und machen kehrt, hin wieder zum Kasch!! Damit sind sie mir flöten gegangen.
„Aber hey, Deine Teddys sind doch viel toller. Mensch! Das sagte ich Dir doch gerade!“
„Das ist egal, Heinz, das zählt wenig. Ich kaufe meine ja für siebzehn ein, was soll ich machen?!“.
Heinz merkte, mit Rudy konnte er nicht weiter reden, das machte keinen Sinn.
Am nächsten Tag kam er dennoch nochmal auf den Graf-Eberhard-Platz.
Was sein Erstaunen, als Rudy kaum mehr was auf seinem Tisch hatte. Alles fast verkauft. Dann sah er ein Schild auf dem Tisch: „Teddys, 3 für 50 Euro!“.
„Hey, Rudy, ich bin baff. Das macht doch keinen Sinn!“ entrüstete ich mich.
„Wieso, Heinz… die Masse machts!! Hah! Siehst ja, fast alles verkauft! “