Klare Rede

Glasklarer Teich

Einen fünften Text in Christianes neuen Etüdenaufruf bringe ich hier ein.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Biedermeier
niederträchtig
flöten.

enthalten.
Wortspender ist in diesen 2 Wochen Heide.

*

Klar und deutlich kommunizieren, wie geht das?

Wenn ich einige meiner Freunde, mit denen ich – zur Zeit – im Verbund über Email kommuniziere, so betrachte, ist es nicht niederträchtig zu behaupten, das wäre schwer.
Manche schreiben schnell, übers Handy, die Buchstaben fliegen nur so, Schreibfehler inbegriffen.
Nein, Texte sollte man – möglichst – so schreiben, als würde man ein langsames Stück flöten.

Besser noch wäre es im Biedermeierstil, also auf schwerem Schreibtisch und mit wohlbedachter Setzung, zu formulieren.

Aber reicht das aus?
Eigentlich müsste jemand jeweils das Geschriebene gegenlesen. Ist das zu Sagende klar gesagt, für jedermann verständlich?

Gar nicht so einfach, denn in manchem Geschriebenen schwingt etwas mit, was nur verständlich wird, wenn man den Kontext kennt oder das Gefühl.
Wie etwa im Witz, den ich – im Kern – von Fritz Muliar und einer Doppel-CD kenne und den ich in der letzten Etüde erzählte. Die Aufschlüsselung darin war „Die Masse machts…“, die ich von Muliar noch deutlich im Ohr hatte und die von emsiger Geschäftigkeit um jeden Preis erzählte.

Auch ein Editor Lektor eines Buchs tut sich manchmal schwer: Wenn ein Wort falsch ist, aber zufällig in den Satz passt. Was dann?

Wie dem auch sei: Kommunikation ist ein schwierig Ding. Man sollte immer Missverständnisse einkalkulieren. Aber nicht ständig, sonst kann man ja nicht reden.

Und muß schweigen.



8 thoughts on “Klare Rede

  1. Kommunikation soll aber auch nicht wie von den Schulen verstanden belehrender Frontalunterricht sein, sondern schon offene oder widersprüchliche Gedanken enthalten, damit Kommunikation oder Austausch erst entsteht!

    Liked by 2 people

    1. Ja, offen sollte Kommunikation in jedem Falle sein.
      Aber wenn man sich bei Begriffen wie “vorne/hinten; oben/unten” manchmal verheddert, wird es schwierig.

      “Ich komme mittags vorbei” meint z.b. oft nachmittags, so bis halb sechs. Selbst so erlebt…

      Liked by 1 person

  2. Ja, das mit der Kommunikation ist schon von Angesicht zu Angesicht nicht immer leicht. Bei der Schriftform kann man nicht einmal am Gesichtsausdruck des Gegenübers ablesen, ob dort vielleicht etwas unbeabsichtigt “in den falschen Hals geraten” ist. Das macht es nicht einfacher … .

    Liked by 4 people

    1. Da könnte man doch eine schöne Paraodie des Missverstehens entwickeln, wo eine regelrechte Kaskade des Nicht/Falschverstehens entsteht.
      Am Schluss haben sich alle fusselig geredet und nix gewonnen.
      Vielleicht schreibe ich mal so etwas…
      🙂

      Liked by 3 people

  3. Wohlbedacht zu schreiben hat den Vorteil, dass man nicht alles mehrfach erklären muss, was letztendlich mehr Zeit kostet 🤔
    Schlimm ist es nur, wenn man denkt, man habe doch alles breit und ausführlich erklärt … und es ist auch nicht niederträchtig zu behaupten, dass dieser Fehleinschätzung immer einige unterliegen 🤔😉.
    Danke für deine Gedanken 😁👍
    Nachmittagskaffeegrüße 😁☁️☕🥐👍

    Liked by 4 people

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