Heute ist wieder ein Fenster offen.


Auftritt für die Kleinen und Winzigen wie der Staublaus Graphopsocus cruciatus
Heute ist wieder ein Fenster offen.


Auftritt für die Kleinen und Winzigen wie der Staublaus Graphopsocus cruciatus
Einen weiteren Text in Christianes neuen Etüdenaufruf bringe ich hier ein.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Biedermeier
niederträchtig
flöten.
enthalten.
Wortspender ist in diesen 2 Wochen Heide

*
Heinz, der Bergweise, sieht oft ein wenig hinter die Biedermeier-Kulissen.
Die nette Elvira pilgerte deshalb zu ihm und fragte ihn um Rat, erzählte ihm dabei folgendes:
Ihre Freundin Susanne klagt immer über dieses und jenes. Ihre Sorgen, ihr Verdruss, ihren Ärger. Immer wieder!
Gern half Elvira ihr mit ihrem Rat. Sie fühlte sich gut damit, auf alles eine Antwort zu haben.
Schön war das, so gefragt zu sein!! Wie eine ältere Schwester fühlte sie sich dabei.
Wie schrecklich war es ihr aber, als jemand ihr mitteilte, daß Susanne dagegen mit der jüngeren Claudia viel scherzte und immer Spaß hatte. Da war sie wie umgewandelt, leicht, locker, lebensfroh. Die deutlich jüngere Claudia bekam die Schokoseite umsonst..
Wie niederträchtig! Furchtbar! Elvira hatte plötzlich mächtig Wut auf Susanne! Sie war offenbar für sie allzeit der Kehrichteimer gewesen!
Wie es in ihr kochte! So wie im Topf, der flötet, wenn er eine bestimmte Temperatur erreicht hat. Oh, wie wütend war sie!
Elvira wusste nicht ein noch aus mit ihrer Wut und Verstörung, deshalb fragte sie Heinz. Heinz gab keine einfache Antworten, das wusste sie.
Heinz sagte ihr nach einigem Zuhören bedächtig:
“Du hast als Kind gelernt, daß Du nur Liebe bekommst, wenn Du Leistung bringst. Also folgst, zuhörst, im Voraus erledigst und so fort.
Und dennoch reichte es damals nie. Also hast Du deine Anstrengungen verdoppelt und verdreifacht.
Daher jetzt, viele Jahre später, eine tiefe Traurigkeit. Eine Traurigkeit, die unter dem mächtigen Zorn verdeckt liegt.”
Also deswegen hatte sie sich fortwährend um Susanne bemüht, auch wenn sie gar keine Lust mehr auf ihre Tragiken hatte.
So war das.Sie hatte von früh auf gelernt, daß sie “bringen” musste. Liefern.
Eine alte Leier also.
Susanne hatte nur ihr Dilemma aufgezeigt.

Ein gewisser Fourier hatte vor knapp 200 Jahren den Treibhauseffekt entdeckt, genauer war das 1824.
Seitdem weiss man im Grunde von den Auswirkungen des CO2 – oder hätte es wissen können.
Was ist nun zu tun? Pflaster austeilen, hier und da kleine Anpassungen – oder eine …Transformation?
Also im 2. Fall Ausstieg aus Kohle, Ausstieg aus dem bisherigen Verkehrskonzept, massiver Ausbau von alternativen Energien, Ausstieg aus “flächendeckendem” Konsum und immer stärker werdender Produktion von Gütern und und und?!
Kleine Anpassungen gehen – fast – immer – eine irgendwie geartete Transformation dagegen wird auf starken Widerstand stossen.
Also letztenendes Weitermachen wie bisher?!
Am Sonntag jedenfalls beginnt die Weltklimakonferenz in Glasgow.

Einen weiteren Text in Christianes neuen Etüdenaufruf bringe ich hier ein.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Biedermeier
niederträchtig
flöten.
enthalten.
Wortspender ist in diesen 2 Wochen Heide.
*
Paule und Heinz trafen sich wie vereinbart am Berg.
Paule schaute sich Heinz an und stellte fest:
„Heinz, Du wirst doch nicht mit deinen alten Biedermeier-Schuhen den Berg hochkraxeln wollen?“
„Wieso sollte ich nicht, Paule? Bequem sind die!“.
„Heinz, aber ganz allgemein wird zum Bergsteigen gutes und festes Schuhwerk empfohlen!“
„Paule, Du glaubst garnicht, wie gut ich in diesen Schlappen laufe.“
„Das glaube ich Dir schon, dass Du Dich da wohl fühlst. Aber, ich will nicht niederträchtig sein, ein bisschen abgelatscht sehen sie schon aus, haha!“.
„Das mag so wirken. Ich fühle mich mit ihnen gut gewappnet.“
„Naja, ich weiß nicht…
Was, wenn Deine Gesundheit am Berg dabei flöten geht?
Auffangen kann ich Dich jedenfalls nicht“ , schaute Paule amüsiert auf Heinz’s Bauchumfang.
„Der Schorsch ist doch vorletztes Jahr bös umgeknickt, mit seinen extra neuen Schuhen… jetzt bist Du dran!!“ raunte Heinz.
Kaum hatte er es ausgesprochen, kam schon Hans, der 3. Wanderer am vereinbarten Treffpunkt an.
„Hast Du auch solche Schuhe an wie Heinz?“ wunderte sich Paule.
Hans: „Heinz hatte gestern zu mir gesagt, auch Turnschuhe gehen. Das klang für mich völlig plausibel“.
Was sollte Paule nun tun? Das wusste er auch nicht. Wirklich nicht.
Nun standen sie am Fuß des Bergs herum und keiner wollte einen Schritt tun.
Dumm standen sie so rum. Richtig dumm, wie ein Gemälde fast: “Rast am Berg”.
Irgendwann drehten sie sich rum und tranken was unten, beim “Schlappen”. So hies die Kneipe nämlich tatsächlich.