Pflaster für die Erde?!

Eine Keramikkugel von mir – mit virtuellem Plaster

Ein gewisser Fourier hatte vor knapp 200 Jahren den Treibhauseffekt entdeckt, genauer war das 1824.

Seitdem weiss man im Grunde von den Auswirkungen des CO2  – oder hätte es wissen können.

Was ist nun zu tun? Pflaster austeilen, hier und da kleine Anpassungen – oder eine …Transformation?
Also im 2. Fall Ausstieg aus Kohle, Ausstieg aus dem bisherigen Verkehrskonzept, massiver Ausbau von alternativen Energien, Ausstieg aus “flächendeckendem” Konsum und immer stärker werdender Produktion von Gütern und und und?!


Kleine Anpassungen gehen – fast – immer – eine irgendwie geartete Transformation dagegen wird auf starken Widerstand stossen.
Also letztenendes Weitermachen wie bisher?!

Am Sonntag jedenfalls beginnt die Weltklimakonferenz in Glasgow.

22 thoughts on “Pflaster für die Erde?!

  1. Genau, sehr gut auf den Punkt gebracht. Und ich fürchte, dass die Konferenz mal wieder nur “heiße Luft” produzieren wird. Und davon haben wir ja schon genügend – tatsächlich und sprichwörtlich. Die Konferenz in Paris produzierte auch viele Zusicherungen, aber am Ende kam nichts Konkretes dabei heraus. Jetzt wird die Zeit knapp und wenn wir jetzt nicht eine grundsätzliche Wende schaffen, werden wir unsere Zukunft verspielt haben. Und diese grundsätzliche Wende beginnt auch irgendwo bei jedem von uns. Ich denke auch, jeder kann etwas tun, sein Handeln ändern und somit seinen “ökologischen Fußabdruck” verringern. In meinem Bekanntenkreis sagen viele, Einzelne können nicht die Welt verändern. Doch in Wirklichkeit waren es immer Einzelne, die etwas angestoßen haben und am Ende macht es ja die Masse. Hier liegt ein gewaltiges Potential.
    Ich habe heute gehört, dass der Klimawandel die Festlandsgletscher in Grönland immer stärker zum Abschmelzen bringt. Und dass sich manche hier auch schon freuen, damit sie noch mehr Öl und Gas fördern und verbrennen können. Da muss doch die Temperaturerhöhung in manchen Köpfen einen bleibenden Hitzeschaden verursacht haben. Dann kam aber auch die offizielle Stellungnahme, dass man die Förderung von fossilen Brennstoffen hier in jedem Fall unterbinden will. Zumindest dieser Irrsinn scheint vorläufig “auf Eis gelegt”. Die Frage ist nur, wann die Dollarzeichen auch dieses Eis wieder zum Schmelzen bringen und man tatsächlich auch hier neue Brennstoffe abbaut und verfeuert. Erschreckend, dass man selbst angesichts der Fakten, Bilder und Katastrophen unserer Zeit weiterhin befürchten muss, dass die Menschheit wissend und wollend immer schneller auf den Abgrund zurast.

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    1. Danke für den sehr umfangreichen Kommentar!
      In solchen Fällen zitiere ich manchmal den Künstler Chris Jordan, der ab 2006 auf geschickte Weise verdeutlicht hat, wieviel Waste wir erzeugen.
      http://www.chrisjordan.com/gallery/rtn/#silent-spring

      Wenn wirklich ein großer Prozentsatz ökologisch bewusst leben würde und dies auch sichtbar zum Ausdruck brächte, gäbe es vielleicht eine Wende,

      Ich lese gerade Brockmann: “Im Wald vor lauter Bäumen “,
      dies aber zufällig.
      Der Netzwerkwissenschaftler redet hier auch von Kipppunkten, die sich nicht unbedingt vorher zeigen und danach gibt es kein Zurück mehr.
      Sein Bild ist das einer Kugel, die in einer von 2 benachbarten Kuhlen liegt. Durch Bewegung und Störung gerät die Kugel in der 1. Kuhle ins Hin-und Her, kann aber die Kuhle nicht verlassen. Die Wände sind zu hoch. Die 1. Kuhle ist unsere Welt mit ihren Jetzbedingungen.
      Durch äussere Umstände wird die Kuhle nun allmählich flacher. Noch immer bleibt die Kugel in der ersten Kuhle, aber irgendwann kommt sie da plötzlich raus (Kipppunkt) und landet in der nächsten, tiefen Kuhle, aus der sie nicht mehr zurück kann. Ein neues Gleichgewicht. Bloß ist diese 2. Kuhle für uns als Menschheit eine Katastrophe, denn mit ihr und in ihr können wir nicht leben.

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      1. Ich denke, das ist ein sehr passendes Bild mit der Kugel. Es ist sehr vieles miteinander vernetzt. Einiges wissen wir, vieles wissen wir noch gar nicht.
        Was mir in diesem Zusammenhang direkt einfällt ist eine Erkenntnis, die ich letztens durch die Grünpatenschaftsfläche unserer Naturschutzgruppe hier in der Gemeinde hatte:
        Im August letzten Jahres übernahmen wir eine Grasfläche, 290 Quadratmeter groß, die von der Gemeinde stammt und auf der nur Gras wuchs. Und im letzten Sommer wuchs das nicht mal, denn man hatte es bodengleich abgemäht, durch Hitze und Trockenheit war alles dürr. Wir legten in einem Teilbereich eine Wildbienen-Nisthilfe an, Trockenmauer, Sandarium, Totholzstapel und ein Staudenbeet. Auf dem Rest der Fläche ließen wir einfach mal alles wachsen – auch wegen der einschränkenden Corona-Maßnahmen. Es tauchten mindestens 30 verschiedene Pflanzenarten auf, u.a. auch viele Gräser.
        Einen Teil mähten wir mit der Sense ab, einen anderen Teil ließen wir stehen. Natürlich waren überall Grashüpfer und Heuschrecken zu finden, wegen des hohen Grases.
        Und nun tauchte an den Nisthilfen für die Wildbienen, aber auch auf den Blüten, plötzlich eine wunderschön schimmernde Wespe mit schön grazilem Körperbau auf. Wir erkannten bald, dass es der Stahlblaue Grillenjäger ist. Außerdem tauchte eine Wespenspinne auf. Und als wir uns das Beutespektrum der beiden ansahen, wurde uns klar, dass Spinne wie Grillenjäger von solchen Heuschrecken abhängig sind, da sie sie fangen. Nur weil wir das Gras wachsen ließen, tauchten diese vielen verschiedenen Heuschrecken, Grashüpfer und Zikaden auf. Und nur weil sie auftauchten, kamen auch Wespenspinne und Grillenjäger.
        Ich denke, vielen sind diese Verbindungen nicht bewusst und ich fürchte, das ist auch ein Problem. Nicht mal die Verbindung zwischen Mensch und Natur ist bei vielen Menschen präsent. Man könnte meinen, sie denken, wir sind nicht von einer intakten Natur abhängig, so wie sie mit ihr umgehen und wie sie auf die Themen reagieren.
        Bleibt nur zu hoffen, dass es der Menschheit gelingt, diese Kippunkte noch rechtzeitig abzufangen. Ansonsten wird es eng mit unserer Zivilisation – da hast du vollkommen recht. Und wenn man sich die Entwicklungen anschaut, sieht es leider danach aus, dass die Welt sich schneller verändert, als es die Menschheit imstande ist.

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        1. Schönes Beispiel, nicht umsonst nennt man das Ganze Ökosystem.
          Ein klein wenig “unterrichte” ich Spaziergänger, wenn ich am Efeu des Nachbarn stehe.
          Meistens höre ich von Bienen, die sich darin tummeln würden, aber de facto sind es etwa 15 insektenarten: Schaben, Wanzen, zikaden, Marienkäfer, Wespen, Schwebfliegen, Polierfliege, schmeissfliegen und Mücken.

          Gerade las ich von der Ausrottung der megafauna in Australien ,Madagaskar ect, schon in grauer vorzeit .
          Der Mensch war immer invasiv!

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          1. Ja, da hast du recht. Island ist ja auch so ein Beispiel, in dem es wohl auch mal in gräßerem Maße Wald gab. Dann kamen die norwegischen Siedler und es wurde alles abgeholzt. Das Schlimme ist nur: Der Mensch ist heute wie nie zuvor technisch in der Lage auszubeuten und zu zerstören. Dadurch werden die “Wunden” noch tiefer, ausdauernder und zerstörerischer.
            Und die Blüten des Efeus, ja die werden wirklich von vielen verschiedenen Insekten besucht. Auch Admiral-Falter und Tagpfauenaugen habe ich schon daran gesehen.

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  2. Wir alle sind gefordert, nicht nur die “große” Politik. Tempolimit kann man auch selber machen, wenn die FDP es nicht will. Okay, funktioniert nicht, weiß ich. Ich persönlich mache es trotzdem. Wir versuchen schon seit Jahren, unseren Fußabdruck möglichst klein zu halten. Wir kaufen fast ausschließlich bio, wohnen in einem Passivhaus auch bei Kleidung gucken wir sehr genau, aber unser Auto ist eine Schwachstelle, die ich wegen der Behinderung meines Mannes nicht wirklich bereit bin aufzugeben.
    Trotzdem glaube ich, wenn gerade wir, die wir uns das leisten können, alle ein bisschn reflektierter konsumieren würden, wäre schon viel gewonnen.
    Völlig off topic, aber ich habe nächsten MIttwoch ein Date. Du weißt schon… es geht also weiter.

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  3. Tim Bendzko singt, dass er nur noch kurz die Welt retten muss. Wenn es denn mal so einfach wäre.
    Vielleicht ist das für uns einzelne auch alles eine Nummer zu groß. Ergebnis: Ohnmacht, Hilflosigkeit, Fragen über Fragen, Überforderung.
    Dann aber bleibt eigentlich nur der eigene Kosmos und der Versuch dort das zu tun, was die Klimasituation nicht noch mehr verschlimmert und für ein einigermassen gutes, eigenes Gewissen zu sorgen. Für mich ist das eine Möglichkeit nach vorne zu schauen.
    Liebe Grüße,
    Jürgen

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    1. Ja, Jürgen, das ist auch mein Weg. Ich bin allerdings froh, dass ich kein Teeny mehr bin und mich insofern nicht mehr vor der (meiner) Zukunft fürchten muss, wie es junge Menschen zum Teil tun.

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  4. Das Bild ist stimmig. Pflaster helfen nicht. Das Klima ist keine isolierbare Fragestellung, und CO2 als Verursacher von Klimawandel erst recht nicht. Das Thema entstand durch die Industrialisierung als Folge der modernen Naturwissenschaft.
    Die Erde als Ganzes und in ihren Teilen, die Tiere und ein großer Teil der Menschheit leiden unter den dadurch entstandenen Produktionsverhältnissen, die zugleich auch viele Erleichterungen gebracht haben.. Wie ist dem abzuhelfen? Darüber wird man in Glasgow wohl kaum sprechen, sondern über technische Fragen wie E-Autos und Ende des Kohleabbaus. Warum spricht man nicht über das Ende der Rüstungsindustrie, der Kriege, der kolonialistischen Ausbeutung? Warum nicht über das Ende der Unrechtsverteilung erwirtschafteten Mehrwerts innerhalb jeder Gesellschaft und weltweit?
    Ich weiß, solche Fragen sind leicht gestelllt. Die Antworten sind schwieriger. Dafür bedarf es eines tieferen Besinnens über das, was wir als Menschen auf diesem Globus sind und sein könnten..

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