Lateinisch auch nicht besser

Die folgende, recht hübsche Fliege hat den Namen Villa hottentotta. (Den deutschen Namen dazu lasse ich mal weg). Sie gehört jedenfalls zur Familie der Wollschweber (Bombyliidae).

Zur Zeit zeigt sie sich ab und an am Efeu.

Breit läuft sie aus, das unterscheidet sie von Schwebfliegen
Aber die Augen hat sie von den Schwebfliegen.

Oft sieht man sie auf Trampelpfaden entlang Hecken. Dort auf den Lehmböden sitzen manchmal auch Falter. Beide scheucht man natürlich ständig auf.

Lautloses Abschalten

Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt mich erneut.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Zeitlupe
behäbig
verprassen
enthalten.

Die Worte stammen von Werner Kastens mit seinem Blog Mit Worten Gedanken horten

In Erinnerung an “Lautlos im Weltraum” mit Bruce Dern.

*

Man wollte nicht mehr weiter Geld verprassen. Diese fünf Raumstationen mit Flora der Erde, das schluckte erheblich Geld. Man hatte ja seinerzeit die Idee gehabt, die Pflanzenvielfalt der Erde zu konservieren – auf möglichst natürliche Weise, wenn auch im kalten Weltraum gelegen.

Auf der Erde war ja alles verwüstet. Ein Koloss, der verseucht war. Ein stinkender Ball…eine Kloake fast.
Leben konnte man dort nur mehr in bestimmten Zonen. So ähnlich wie um die 2000er herum in den Vierteln der Reichen. Die hatten damals ihre Nobelviertel, mit Wachen, Sicherheit und Luxeriosität.

Eine behäbige und sinnlose Idee wäre es, all die Pflanzen von Erde 1.0 wiederzuerwecken. Zumal diese Pflanzen ohnehin nur in Treibhäusern Fuss fassen könnten.
“Denen muss man ja Starthilfen auf jedem mm geben , meinte Ingenieur Hans! Die nutzen ihre Chance ja nur in Zeitlupe! Nein, mit denen ist kein Staat zu gewinnen, erst recht nicht eine Saat, hahahaha.
Vergesst das grüne Geschwurbel!
So wie er dachten viele.

Alle Parteien waren dafür, die Raumkapseln abzuschalten. Die DNA der Pflanzen war ja zudem in Datenbanken vorhanden, man konnte sie also allzeit wiederbeleben, wenn man es WIRKLICH unbedingt wollen wollte.
Doch wer wollte das schon wirklich?! Wer?

Das Leben war zudem in bestimmten Funktionseinheiten gesichert, Essen gab es in Tablettenform und Luft aus dem Gerät. Zwar war man nachwievor biologischer Mensch, aber doch auch autark wie nie zuvor und so weitestgehend unabhängig.
Man brauchte nur Grund, um seinen Fuß darauf zu setzen und Gravitation, weil nach dieser ja jede Zelle schreit, aber sonst? Die Sonne schien zudem unablässig auf den Ball, was sie auch weiter einige Jährchen tun würde.

Wie sagte Hans: Endlich sind wir so, wie wir eigentlich immer sein wollten!
Frei.

282 Worte



Auf jemandem herumtrampeln

Hier ist ein winziger Marienkäfer noch ganz alleine. Er hat allen Zugriff auf den wässrigen Nektar, der aus den Drüsen des Efeu-Diskus austritt.
Eine freche Fliege will auch was und klettert einfach auf den Rücken des Käfers.
Und bleibt da eine Weile ganz ungerührt.

Dem Käfer ists egal.

Wieso die Fliege genau da den Nektar aufnahm, wo ringsrum unbewohnte Diskus mit Nektar zu finden waren, keine Ahnung.

Im Fluß

Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt mich erneut.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Zeitlupe
behäbig
verprassen
enthalten.

Die Worte stammen von Werner Kastens mit seinem Blog Mit Worten Gedanken horten

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Wenn Glück reichlich fliesst, einem alles in den Schoß fällt, wer denkt da schon daran, daß solch ein Glück auch eine Zerfallszeit hat?
Wenig deutet ja in der Hohezeit auf so etwas hin.

Jacques waren die Frauen hold. Passte sich eine nicht an oder stand quer, war die nächste schon am Drücker. Er war jung, erfolgreich, sah gut aus, war geistreich, mit ihm konnte man sich wahrlich schmücken ( wenn man denn wirklich zu ihm gehörte).

Er verprasste keine Zeit mit irgendwelchen Problemgeschichten anderer –
es waren ja nicht seine!

Behäbig übers Leben nachzudenken, auch nicht. Nein, das Leben feiern!

Dem schwermütigen Rolf hörte er kaum zu. Der schien in Zeitlupe zu leben, was erzeugte der denn am Tag? Sein Blatt war immer leer! Er versäumte, “etwas niederzuschreiben”.

Morgens wacht der auf, mit fast immer den gleichen Gedanken. Ach, wie langweilig und sinnlos.

Eva meinte zu Jacques: “Aber er ist ein Typ!”

“Ja, was für ein Typ? Ein Gesicht hat er nicht. Fahl.” dachte Jacques.

An Eva hier da war ihm gelegen, das gab er innerlich aber nicht zu. Wäre ja zu absurd, abhängig zu sein. Er doch nicht!

Ein paar Tage später, nach einem großen geschäftlichen Coup, kam er heim.
Das Maison war leer, Eva wohl irgendwo feiern.

Niemand schenkte ihm reinen Wein ein, dann merkte er es selbst: Eva war zu Rolf gegangen, dem speckigen Widerling.
Ihm das? Ihm das!?!

Die reizende Charlotte wies er ab, er hatte keine Zeit.

Er begann zu grübeln. Mittendrin in dieser für ihn untypischen Phase erfuhr er, daß sein Coup ein großes Loch hatte und er nun in deftigen Schwierigkeiten steckte.
Offenbar war er an jemandem geraten, der mindestens eine halbe Nummer grösser war.
Jetzt galt es zu zu kämpfen. Aber mit was? Härte hatte er nie gelernt.

*

295 Worte