Category: Kreatives sonst

A bedingt B

Dies ist ein Artikel zu Christianes neuer und hoffentlich nicht letzter Einladung zum Schreiben.
Drei Worte müssen in einem Text mit max. 300 Worten verwendet werden.

Schnitt
rot
beherrschen
.

Viele Insekten beherrschen das Einmaleins.

Sie glauben das nicht?

Unterschreiten Sie eine gewisse Distanz, sagen wir im Schnitt 40 cm, dann wirkt das wie eine rote Karte: Die Winzigkeiten verlassen klaglos das Spielfeld, ergreifen die Flucht.
Schnell sind sie, man meint manchmal, sie nutzen Teleportation. Zwergzikaden z.B.

Sieht man Hornissen auf der Suche nach Opfer an der Goldrute zu, dann weiß man, wieso Insekten so präzise sind im Auffliegen.
Kein Nektar kann letztlich so süß sein, um in der Nähe von Räubern zu bleiben.

Insekten sind gewöhnlich kein Diskussionsthema, ich weiß. Kann wech.
Dennoch reizte es mich, diesen kleinen unintelligenten (?!) Lebewesen eine Etüde zu widmen. 🙂

Das Teddy-Manko

Im Wolfsburger Phaeno spielte ich ein wenig mit Teddy und Würfel.

Der Würfel konnte sich nicht zwischen 1 und 3 entscheiden. Alternierend zeigte er entweder die eine oder die andere Zahl.

Dem Teddy anbei war das egal.

Da lebt es sich ohne Würfel wohl besser, lieber Teddy, nicht?!

Tagesgedanken VII

Unterschriftssache

Der Künstler Joachim Schäd pflegte seine Werke offenbar manchmal mit Minimalschrift zu unterzeichnen (siehe unten).

Was drückte solch eine Zurücknahme im Schriftbild aus?
Einer der Antworten könnte sein: Das Universum/Gott hat durch ihn durch-gewirkt. Er selbst tat im Prinzip nichts anderes, als den Stift zu halten.
Ich kannte Schäd nicht gut genug. Eigentlich glaube ich trotzdem nicht, daß er so dachte.

Er war bescheiden. Er machte nicht viel Aufhebens von sich, das gewiss!

Einen weiteren Künstler dieser Art kenne ich, den von mir sehr geschätzten Schachgroßmeister Robert Hübner.

Er unterschrieb und unterschreibt immer sehr winzig. Seine Notizen sind auch so.
Sein ganz besonders akribischer Zugang zum Wahl-Gegenstand Schach zeichnete ihn aus. Da gab es kaum einen zweiten. Ellenlange Analysen, denen nur wenige folgen konnten und wollten.

Schnelle Urteile waren ihm fremd. Ich habe zwei Bücher von ihm, “Materialien zu Partien von Robert Fischer” und “Fünfundfünzig feiste Fehler”. Im letzteren untersucht er Beurteilungsfehler in seinen Partien schonungslos in beispielhaften Analysen.
Denn und das ist gewiss: Am meisten lernt man von falschen Konzepten.

Wo hört man auf –
und wo geht man noch einen Schritt tiefer?

Hübner gehörte zur zweiten Gruppe. Er gab sich nie mit einfachen Antworten zufrieden.

Klein und bescheiden der Beitrag zur Welt: Vielleicht dachten Schäd und Hübner hier gleich.

Vielleicht nur ein graphisches Motiv, diese Zeichnung der Zeichnung?!

Magische Fünf

Im Wolfsburger Kunstmuseum stieß ich auf diese Keramikplastik von Otto Piene.

Man kann sich kaum vorstellen, wie mächtig und machtvoll dieses Konglomerat von fünf Büffeln, so es welche sind, auf den Betrachter wirkt!
Betitelt ist es durch Piene mit “Deep Black“.

In der Tat ist es ein ganz tiefes Schwarz, in dem diese Urviecher stehen und in dem sie “gekleidet” sind.
Welche Glasur Piene hier verwendet hat, weiß ich nicht.

Von Piene sind noch weitere sehr starke Werke in der Ausstellung “Blow up! Vom Wachsen der Dinge ” vorhanden. Da passt eins zum anderen.

Ein Gewinn wie selten, diese Ausstellung!