Category: Etüden

Am Lago

Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt mich doch wieder sehr:
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Kürbis
kitzlig
krakeln.

enthalten.
Wortspender ist in diesen 2 Wochen ist Wortverdreher

*

Es war für mich meist ein kitzliges Unterfangen, zum Ferienhaus meines Freundes am Lago zu fahren.

Gerade nach der Autobahn, die dann letzten 100 km durch die Ebene hin zum Haus, zogen sich immer sehr lange hin.
Ich kann mich erinnern, dass wir beim letzten Treffen mit Freunden dort bei der Abfahrt vergaßen, den Schlüssel zu hinterlegen und wir so diese vermaledeite Ebene dreimal durchqueren mussten.

Dennoch war es immer schön dort… am Lago.

In den ruhigen Morgenstunden zeichnete ich dort gelegentlich etwas, man könnte es krakeln nennen. Siehe oben.

Zur “Erfrischung” hatten wir einmal eine grosse Flasche Most in Kürbis-Form, die ich mitbrachte, im Wohnzimmer stehen, da konnte sich jeder bedienen. Oder war es etwas anderes?! Wer weiß? Liegt schon länger zurück.

Irgendwann verkaufte mein Freund dieses Haus. Es lohnte sich nicht mehr. Die anderen Familienmitglieder sahen keinen Sinn mehr darin, es zu unterhalten.

Immer wieder denke ich an dieses Haus zurück, so ganz weit unten und so mühselig zu erreichen. In diese Gegend werde ich auch sicher nicht mehr wiederkommen. Obwohl es da zahlreiche Erinnerungen gibt.
Und jede einzelne davon wertvoll.


Wertvolle Erinnerungen

Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt mich doch wieder sehr:
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Kürbis
kitzlig
krakeln.

enthalten.
Wortspender ist in diesen 2 Wochen ist Wortverdreher

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Wie staunte ich einst, als ich eine Unterschrift eines Stars in meinem Interessensgebiet ergatterte und diese ein krakelndes Etwas war. Ähnliches ist mir dann noch ein zweites Mal passiert. Genie zu sein bedeutet nicht unbedingt, daß sich dieses auch in der Schrift ausdrückt.

Ich traf auch mal überraschend meinen Lieblings-TV-Schauspieler auf dem Flughafen. Er ist es – im übrigen – immer noch, weil ich nur ganz wenige kenne, die so präzise spielen. Persönlich sah ich ihn auch in einem Theaterstück, sehr nahe, das war mir sehr wichtig gewesen damals … und ein Highlight meines Lebens, immer noch.
Es war mir damals am Flughafen übrigens zu kitzlig, ihn anzusprechen. Ohnehin musste er bemerkt haben, daß ich ihn trotz Brille erkannt hatte.

Bei Kürbissen denke ich wiederum an ein Restaurant in Fuerte, wo zum Jahreswechsel allerlei Figuren auf dem Buffet zu finden waren.. Ich fragte den Küchenchef damals, woher sie denn diese Kreationen bezögen. Ich vermutete ein Unternehmen dahinter. Er aber deutete auf seinen chinesischen Mitarbeiter!


Das Bierfest

Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt mich doch wieder sehr:
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Kürbis
kitzlig
krakeln.

enthalten.
Wortspender ist in diesen 2 Wochen ist Wortverdreher

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Heinz und Horst unterhalten sich am Rande des hiesigen Bierfests:

Heinz: “Mensch, was hat denn der da vorne für einen Kürbis auf? Hat sicherlich zu lange getagt!”

Horst: “Der krakelt regelrecht durch die Gegend, so viel intus hat der.”

Heinz: “Ich will nicht kitzlig sein, aber interessieren würde ichs doch gerne wissen, wieviel der gepackt hat!”

Horst: “Da unten auf dem Fest, Heinz, da sitzt auch immer einer, der bricht alle Rekorde. Der hat alles frei, denn bessere Werbung gibt es nicht. Bei dem läuft es einfach nur durch.”

Heinz: “Ich kenne ihn auch. Anmerken tut man es ihm auch nicht, egal wie viele Mass er hat!”

Horst: “Wie kommt der denn eigentlich heim?”

Heinz: “Da gibt es einen Lumpensammler, so nennt man den Bus, den nimmt er. Den letzten freilich”.

Horst: “So ohne Bier wird er darin vielleicht eindösen und verpasst seine Strasse?!”

Heinz: “Iwo. Der Busfahrer kennt ihn schon … da gibt es kein Vertun”.

Die beiden unterhalten sich noch lange. Sie sind ja keine Biertrinker, gehn da nicht hin.

Irgendwann drehen sie um, das Abendessen wartet und dazu gibt s ein kleines, feines Gläschen Wein. So hat das Stil.
Emma und Erna würden es auch nicht schätzen, wenn sie angetüdelt daherkämen.
Da gibt es kein Vertun!!


Eine alte Leier

Einen weiteren Text in Christianes neuen Etüdenaufruf bringe ich hier ein.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Biedermeier
niederträchtig
flöten.

enthalten.
Wortspender ist in diesen 2 Wochen Heide

Heinz, der Ratgeber auf dem Berg

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Heinz, der Bergweise, sieht oft ein wenig hinter die Biedermeier-Kulissen.

Die nette Elvira pilgerte deshalb zu ihm und fragte ihn um Rat, erzählte ihm dabei folgendes:

Ihre Freundin Susanne klagt immer über dieses und jenes. Ihre Sorgen, ihr Verdruss, ihren Ärger. Immer wieder!

Gern half Elvira ihr mit ihrem Rat. Sie fühlte sich gut damit, auf alles eine Antwort zu haben.
Schön war das, so gefragt zu sein!! Wie eine ältere Schwester fühlte sie sich dabei.

Wie schrecklich war es ihr aber, als jemand ihr mitteilte, daß Susanne dagegen mit der jüngeren Claudia viel scherzte und immer Spaß hatte. Da war sie wie umgewandelt, leicht, locker, lebensfroh. Die deutlich jüngere Claudia bekam die Schokoseite umsonst..

Wie niederträchtig! Furchtbar! Elvira hatte plötzlich mächtig Wut auf Susanne! Sie war offenbar für sie allzeit der Kehrichteimer gewesen!
Wie es in ihr kochte! So wie im Topf, der flötet, wenn er eine bestimmte Temperatur erreicht hat. Oh, wie wütend war sie!

Elvira wusste nicht ein noch aus mit ihrer Wut und Verstörung, deshalb fragte sie Heinz. Heinz gab keine einfache Antworten, das wusste sie.

Heinz sagte ihr nach einigem Zuhören bedächtig:

“Du hast als Kind gelernt, daß Du nur Liebe bekommst, wenn Du Leistung bringst. Also folgst, zuhörst, im Voraus erledigst und so fort.
Und dennoch reichte es damals nie. Also hast Du deine Anstrengungen verdoppelt und verdreifacht.
Daher jetzt, viele Jahre später, eine tiefe Traurigkeit. Eine Traurigkeit, die unter dem mächtigen Zorn verdeckt liegt.”

Also deswegen hatte sie sich fortwährend um Susanne bemüht, auch wenn sie gar keine Lust mehr auf ihre Tragiken hatte.
So war das.Sie hatte von früh auf gelernt, daß sie “bringen” musste. Liefern.

Eine alte Leier also.
Susanne hatte nur ihr Dilemma aufgezeigt.