Author: kopfundgestalt

Was einmal war

Viele Jahre zeichnete ich in einer kleinen Gruppe.

Im Herbst/Winter 2019 trafen wir uns das letzte Mal, im darauffolgenden Frühling nahmen wir unsere Routinen nicht mehr auf.

Es war eine schöne Zeit gewesen – Trauer schwingt mit.

Hier zeige ich euch eine Arbeit einer jungen Frau, die dieses Blatt wegen Misslingens vernichten wollte. Ich lies das nicht geschehen und bat mir das Blatt aus – weil ich es einfach gut fand.

Zwei himmelblaue Bläulinge

Nach dem drastischen Bild der Libelle in Groß nun versöhnlichere Aufnahmen:

Wie ich lernte, gelingt die Kopula über eine Art Schraubverschluß. Daher drehen sich die Falter eine Weile um sich herum.
Geduld ist erste Bürgerpflicht.

Vierfleck

Eine Nahaufnahme dieser Libelle.

HJ Schlichting sagte mal, man solle sich überlegen, ob man solche Vergrösserungen zeige.

Ich zeige sie deswegen, weil auf jedem Quadratmillimeter Struktur und Farben zu finden sind. Das gilt nicht nur für die Libelle.

Das ist das Eine.

Das andere ist, den Hinterraum der Augen zu zeigen.

Bei der Libelle tut auch ein winziger Knoten als Gehirn alles Nötige:
Fliegen, sich ernähren, Insekten ausspähen und Überfall, Balzverhalten, Paarung, Eiproduktion unter Verwendung von Samenpaketen, Feinderkennung, Säuberungsverhalten, Sinnesleistungen überwachen ect ect ect ect ect.

Ihre Augen

Wieder steht für zwei Wochen Christianes Aufruf für eine Etüde an.

Ich nehme daran teil.

In max 300 Wörtern kann man eine kleine Geschichte, ein Essay, ein Gedicht, ein Was-auch-immer schreiben, die drei vorgegebene Worte enthalten müssen.
Puzzleblume vom Blog puzzle ❀ gab diese drei vor:

Wetterbericht
ordentlich
irisieren.

*

Sie hatte was.
War auch in der Lissaboner Disco schnell umringt von zwei, drei Männern.

Groß war sie, hatte Augen, die irisierend wirkten. Ein Wesen wie von einem anderen Stern.

Sie gab sich ganz natürlich. Einen heftigen Charme setzte sie nicht ein, das war nicht nötig.

Die Männer waren nicht wegen des Wetterberichts in die Disco geflüchtet. Offenbar war sie dort Stammgast.
Horst war mit einem Franzosen dort und er sagte ihm, wie sehr ihm diese Frau gefiel. Dem Franzosen war sie dagegen nicht besonders auffällig. Er sagte:
“Alors, va la voir!”

Horst aber ging nicht hin, der Franzose schüttelte nur verständnislos den Kopf.

Wie sollte er ihm erklären, daß ihm diese Frau auch ordentlich Angst machte?!

Er hatte mal eine Erfahrung mit einer überaus faszinierenden Frau gemacht, regelrecht verfallen war er ihr gewesen. So einen starken Sog hatte sie damals ausgeübt.

Die Sache ging nicht gut aus, Horst brauchte so etwas nicht zweimal.

*