
Wieder steht für zwei Wochen Christianes Aufruf für eine Etüde an.
Ich nehme daran teil.
In max 300 Wörtern kann man eine kleine Geschichte, ein Essay, ein Gedicht, ein Was-auch-immer schreiben, die drei vorgegebene Worte enthalten müssen.
Puzzleblume vom Blog puzzle ❀ gab diese drei vor:
Wetterbericht
ordentlich
irisieren.
*
Sie hatte was.
War auch in der Lissaboner Disco schnell umringt von zwei, drei Männern.
Groß war sie, hatte Augen, die irisierend wirkten. Ein Wesen wie von einem anderen Stern.
Sie gab sich ganz natürlich. Einen heftigen Charme setzte sie nicht ein, das war nicht nötig.
Die Männer waren nicht wegen des Wetterberichts in die Disco geflüchtet. Offenbar war sie dort Stammgast.
Horst war mit einem Franzosen dort und er sagte ihm, wie sehr ihm diese Frau gefiel. Dem Franzosen war sie dagegen nicht besonders auffällig. Er sagte:
“Alors, va la voir!”
Horst aber ging nicht hin, der Franzose schüttelte nur verständnislos den Kopf.
Wie sollte er ihm erklären, daß ihm diese Frau auch ordentlich Angst machte?!
Er hatte mal eine Erfahrung mit einer überaus faszinierenden Frau gemacht, regelrecht verfallen war er ihr gewesen. So einen starken Sog hatte sie damals ausgeübt.
Die Sache ging nicht gut aus, Horst brauchte so etwas nicht zweimal.
*
Irgendwie ein bisschen schade, vielleicht ist sie ja gar kein Mensch, der andere emotional und materiell ausbeuten wird, aber wenn Horst begründete Bedenken hat, nicht mehr in der Lage zu sein, Vernunft und Willen im notwendigen Masse aufrecht erhalten zu können, finde ich sein Verhalten nachvollziehbar. Es gibt eben Menschen, Männer und Frauen, die Faszination hilflos macht und bei denen der Selbsterhaltungstrieb oft erst zu spät wieder einsetzt.Die Verantwortung liegt schliesslich auch immer bei sich selbst.
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Der übermächtige Schein dieser Frau zeigte Horst ja auf, daß er damit nicht umgehen können würde. Die Frau würde vielleicht sagen: Ich bin das nicht!
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Jemand kann sich auf Dauer nicht wohlfühlen bei jemandem, der ihn dermassen in einen schmelzen Käse verwandelt. Solche Selbstauflösungen tun nur in intimen Momenten gut, aber eine Partnerschaft braucht zwei sich als solche fühlenden Einzelpersonen, die zusammenwirken wollen, nicht eine Motte und ein Licht.
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Aha! Aus Erfahrung wird man klug. :–)
Schön geschildert, das Dilemma.
Lieben Morgengruss,
Brigitte
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So ist es 🙂
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Und war Horst ‘s Entschuldigung von Dauer, oder ist er letztlich doch hin zu ihr?
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Er ist nicht hin. 😉
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Nicht jede*r, den mensch toll findet, warum auch immer, passt zu jedem/jeder, klar. Ich bin mir durchaus nicht sicher, ob ich ihn eher ob seiner Einsicht bewundern oder ob seiner Zaghaftigkeit tadeln soll. Letzten Endes eine Frage der Selbsteinschätzung / des Selbstbewusstseins … 🤔
Danke für die Etüde!
Abendgrüße 🌦️🌳🍵🥗🌼👍
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Auch dir einen feinen Abend, liebe Christiane. Horst lässt grüßen 😀
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