Auf dem Blech des Insektenhauses flieht dieses Zebraspringspinnchen davon. Den Namen verdient es zurecht. Es überspringt locker Klüfte, die 3 bis 4 mal so groß sind wie es selbst. Den Sprung selbst kann man mit blossem Auge nicht erkennen, er wird vermutlich in ein paar Hunderstel Sekunden vollzogen sein. Unsere Zeitdimension ist ja für solch ein Tier nicht bindend.
Im Jahr 2020 geht es dank Christiane munter mit den Etüden weiter. Die Wortspende stammt diesmal von Ludwig Zeitler. Ich beteilige mich gerne an dem Projekt. Folgende Worte sind zu verwenden:
Rumpelkammer mutvoll zehren.
Eine fiktive Erzählung.
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Franz ist ein seltener Mensch. Zuerst: Seine Art zu schauen ist so, daß man nicht weiß: Schaut er jetzt diesen Gegenstand in ein paar Metern Entferung an oder nicht?! Leer ist der Blick dabei nicht, aber er scheint nichts zu fixieren. Doch halt: Auch das ist es nicht! Der Blick ist fest, aber es scheint sich nichts darin zu spiegeln. Von einem Gespräch mit ihm mag ich lange zehren. Er hat eine Art der Argumentation, die nicht meine, aber keinesfalls als abwegig zu bezeichnen ist. Es kommt darin fast nichts vor, was man sonst auch von anderen Menschen hören könnte oder schon gehört hat! Wie ausgespart also von den üblichen Phrasen und Sichtweisen, doch das nicht bewusst, sondern auf zufällige Art.
Er lebt als Eremit in einer Art Rumpelkammer. Gesehen habe ich diese Kammer mal durch einen Spalt. Ich stelle mir diese halt so vor.
Mit vielen Leuten spricht er nicht. Mutvoll empfinde ich, daß er mit mir spricht. Ab und an jedenfalls, wenn sich unsere Wege kreuzen.
Oft habe ich das Gefühl – oder eine leise Ahnung – daß er sich irgendwann an etwas in unseren Dialogen stören könnte und er dann nicht mehr wiederkäme, ohne Streit, einfach so.
Für mich wäre das schlecht, weil ich seine Unabhängigkeit schätze! Auch wenn mir seine Art manchmal etwas miefig und absonderlich vorkommt.
Für ihn wäre es sicher auch schlecht. Aber vielleicht würde er mein Fehlen garnicht bemerken – oder es würde ihn dagegen hart treffen! All das weiß ich nicht!
Ich glaube, daß es irgendwann zu einem “Zerwürfnis” kommen muß, aber wann? In einem Monat oder in 10 Jahren?! Vollkommen unklar für mich. Auch weiß ich definitiv nicht, was zum Zerwürfnis führen könnte! Ich befinde mich da fast wie auf einem Balancierseil. Man wird sehen.
Aber das Ganze, unser Gemeinsames, wenn ich so sagen darf, würde vollkommen entwertet sein, wie fast nicht geschehen, wenn es so käme! Und das ist mir unheimlich.
Im unserem Hochbeet konnte ich einen Wollschweber dabei beobachten, wie er an Säfte im tiefen Erdreich kommt.
Durch beständigen Druck durch Flügelschlagen trinkt das Tier. Man sieht es regelrecht vibrieren. Manche Fluginsekten wie Hummeln oder Bienen stossen in schnellem Rhythmus in das Substrat ein, löffeln also sozusagen und trinken auf diese Weise. Der Wollschweber allerdings gehört zu den Fliegen.