Erinnerungen einer Nation

Dank Christiane geht es munter mit den Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Herr Stepnwolf vom Blog Weltall. Erde. Mensch…und Ich. Sie lauten:

Reagenzglas
übermächtig
vergessen.

Ich versuche mich diesmal mit einer sehr mageren Buchrezension, denn es gilt ja, die 300-Worte-Regel nicht zu überschreiten…

*

Neil MacGregor, Gründungsintendant des Humboldt-Forums, versucht in dem Buch “Erinnerungen einer Nation” anhand meist künstlerischer Artefakte, deutsche Geschichte nachzuzeichnen.
In 30 Kapiteln untersucht er sehr präzise und mit tiefer, vorurteilsfreier Einscht, was es eigentlich heißt, Deutscher zu sein.
Auch wenn man geschichtlich schon gut bewandert ist, verhelfen diese Schritte durch die Epochen zu einem umfassenderen Verständnis des Deutschtums.

MacGregors Blick durchs Reagenzglas oder Brennglas erweist sich als ein sehr abgeklärter Blick, ohne Vorurteile und sieht Europa als Ganzes.

Man liest vom sehr prägenden Bauernkrieg und der machtvollen Hanse. Von den Preussen und der Auflösung dieses Reiches.
Die Geschichte der Juden in Deutschland wird nicht vergessen und ausgespart. Mein Titelbild von Rudolf Arnheim, den ich mal skizziert hatte, mag als Referenz an dieses Kapiel dienen.
Luthers Übersetzung der Bibel wird beleuchtet, auch der Versuch, dies in England gleich zu tun, wird gestreift.
Gutenberg’s einmaliges Genie, die bisher schon zur Verfügung stehenden handwerklichen Fertigkeiten so zu bündeln und komprimieren, daß ein Serienbuchdruck von Büchern möglich war, beeindruckt. Seine Erfindung war ein Multipliaktor hohen Ausmasses für die Verbreitung von Wissen.
Riemenschneiders Kunst wird ein ganzes Kapitel gewidmet. Ebenso natürlich darf Dürer nicht fehlen, dessen Signum oft kopiert wurde. Gegen Kopien seiner Werke hatte Dürer wenig, nur die Kopie seines “AD”-Zeichens, die sties ihm sauer auf.
Der übermächtige Goethe darf in der geschichtlichen Betrachtung nicht fehlen.
Und natürlich darf auch Käthe Kollwitz und Ernst Barlach nicht fehlen. Barlachs schwebender, pazifistischer Engel mit dem Gesicht von Kollwitz wurde in der NS-Zeit zerstört. Nur durch eine damalige heimliche Kopie hat dieses Werk überlebt und hängt nun gleich an 2 Orten in Deutschland.

Die wichtige Bauhausbewegung klingt im Buch mehrmals an.

Die Phase von Napoleons demütigenden Siegen Anfang des 19. Jahrhunderts bis zur Gründung des deutschen Kaiserreichs 1871 wird eingehend beleuchtet.
Vergessen wurde wenig in diesem kenntnisreichen Buch.

*

300 Worte

Gefangen im Netz

Am 16.06.2020 bei starkem Wind fotografiert.
Der Klein-Käfer, hilflos im Netz, wird zudem von einer winzigen Milbe bewohnt.

Es handelt sich hier um Onthophagus coenobita, den Mönchs-Kotkäfer. Die Käfer erreichen eine Größe von 6–10 mm.

Bei dem besagten Wind konnte ich nichts Näheres erkennen, erst dann am PC. Als ich gleich danach nochmal draussen im Garten nachschaute, war das Netz verschwunden.


Wenn jetzt jemand sagt, daß ein Käfer, der sich von Kot ernährt, nicht zu einem Artikel taugen sollte, dann zeige ich das folgende Foto 🙂

Drei süsse Bläulinge

Neue Kopfserie fortgesetzt

18 Köpfchen aus einer neuen Serie von 22 Köpfchen möchte ich euch nach und nach vorstellen.
Wieso 22? Weil ich bei dieser Serie genau so viel Köpchen aus einem einzigen Hubel Ton formen konnte.

Hier Kopf 7 – 12

Kopf 7

Kopf 8

Kopf 9

Kopf 10

Kopf 11

Kopf 12

Auch hier eine Frage an Euch:

Hättet ihr Lust, einem der Köpfchen einen Namen oder eine Zuschreibung eines Charakters zuzuordnen?