Was für ein Traum !

Wieder steht für zwei Wochen Christianes Etüdenaufruf an.

Ich nehme wieder daran teil.

In max 300 Wörtern kann man eine kleine Geschichte, ein Essay, ein Gedicht, ein Was-auch-immer schreiben, die drei vorgegebene Worte enthalten müssen.
Myriade gab diese drei vor:

Giraffe
mondsüchtig
suchen.

*

Wie einem Fantasyfilm gleich wand er sich wie eine monströse Schlange, mit dem Kopf einer Giraffe , aber dennoch Mensch, durch Erdgänge. Wie er da durchs Dunkle rauschte!
Ab und an sties er , durch schwaches Licht aufmerksam, auf Höhlen, in denen sich Menschen befanden.
Wie froh war er einige von ihnen anzutreffen.

Und wie froh war er, daß, als er ihnen zuhörte, sie offenbar auf seiner Linie waren, jedenfalls die meisten. Keiner von ihnen schien mondsüchtig oder argumentierte verschroben.
Hier war er richtig!

Je länger er aber verweilte, um so deutlicher wurde es, daß sie doch substantiell anders dachten. Die Widersprüche häuften sich.
Der Vegetarier war doch kein Vegetarier und der Buchenthusiast hatte kaum ein Buch gelesen.

Dies war zunächst nicht zu erkennen gewesen, jetzt trat das aber zutage.

Er konnte nicht bleiben, also begann er wieder zu suchen. Rauschte durch die endlosen Erdflure, um unerwartet dann wieder auf eine weitere interne Höhle zu stossen.
Aber nach anfänglicher Begeisterung, nach einem Gefühl, jetzt doch zuhause zu sein, erwies sich dieses Gefühl als nicht tragfähig. Zu sehr wichen plötzlich die Meinungen ab, zersetzten das zunächst so klare Bild.

Und wieder surrte er durch die Gänge…
Das schien ihm auf einmal dann doch sinnlos. Er hielt inne!
Was wollte er denn wirklich? Wollte er 1+1=2, in allen Lebenslagen?! Oder konnte er doch irgendwie akzeptieren, daß die Gleichung auch anders zu lösen wäre?!

Als er aufwachte, fühlte er sich wie gerädert.
Was für ein Traum!

Die ach so endlosen Rapsfelder

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie.

Die, die sie mögen, überwältigt das satte Gelb, das sich in meist riesigen Flächen ergiesst.

Für die anderen sind das Monokulturen, Zeichen von Sterilität.

Wenn man aber näher schaut, ist das zweite Argument nicht mehr ganz so schlüssig:

Zwei veritable Schnaken bei der Paarung.

Ich finde sie im übrigen ausgesprochen schön – was aber vermutlich damit zu tun hat, daß ich Insekten seit einiger Zeit gern mein Auge schenke.
Und so wird für mich aus dem Gewirr der Beinchen sogar etwas Anmutiges.

P.S.

Die Rückenzeichnnung der Tiere ähnelt maximal dem anderer Tiere:

Chlorops pumilionis – Gelbe Getreidehalmfliege.

Zu sehen hier:

“Gelbe Getreidehalmfliege” in gross.

Auch ein Wiederkehrer

Maiglöckchen-Blattwespe am Salomonsiegel

Sie erscheint auch jedes Jahr und zwar immer an der gleichen Stelle in unserem Garten. Offenbar finden alle Lebensvorgänge dieses Tiers genau hier statt.

Daß die Faltung, die ja gemeinhin zu Flügeln aus Verpackungsgründen gehört, sich bei Entfaltung nicht vollkommen auflöst, ist ein Charakteristikum dieses blauschwarzen Tiers.

Zu der Frage der Pünktchen im Kommentarbereich 🙂

Gemeiner Trauerschweber (Anthrax anthrax)

Alle Jahre wieder…

2019 hatte ich das erste Mal dieses seltsame Tier am Insektenhotel gesehen. Was es dort sucht?

Parasitiert werden verschiedene Wildbienenarten aus der Unterfamilie der Megachilinae (Bauchsammler), unter anderem auch Mauerbienen, vor allem die Rost­rote Mauerbiene. Die Fliege schwebt hubschrauber­artig vor den Nesteingängen und schleudert ihr Ei mit einer wippenden Bewegung des Hinterleibs zielgerich­tet in den Nistgang. Nicht gerade die rücksichtsvollste Art und Weise mit seinem Nachwuchs umzugehen, aber offensichtlich hat sich dieses System bewährt.

aus: (https://www.naturgartenfreude.de/wildbienen/parasiten/trauerschweber/)