Mein Diadem

Auf dem Lorbeer finde ich oft die Diadem-Blattzikade vor. Sie ist etwa 1 mm breit und 3-4 mm lang.

Man sieht sie wohl gewöhnlich als Pflanzenrest an, so winzig ist sie.

Ein Vergrösserungsversuch unten.
Die zwei schwarzen Punkte an den Flügel-Enden weisen sie als Diadem-Blattzikade aus. Insektenbox hat eine wunderbare Übersicht dieser wunderbaren Winzlinge, hier.

Das Witzige an dieser Zwergzikade ist, daß sie fast immer meine Gegenwart bemerkt. Sie fliegt dann entweder davon oder rattert seitlich über den Blattrand hinaus. D.h. sie bewegt sich in seitlichem Stakkato.
Was für einen Vorteil das liefert? Offenbar ist das keine gewöhnliche Bewegungsart, wird von einem Räuber nicht als solche angesehen?! Es wirkt ähnlich einem Wegrutschen von Streu.

Viele sehr winzige Insekten reagieren im übrigen prompt, lassen kaum Annäherung zu. Das merke ich an den Gänseblümchen, wo die winzige Zwergbiene Lasioglossum sofort auffliegt, kaum setze ich einen Fuß auf die Wiese 😉

Schwelgen in Gelb

Diese Wildbiene hat ein deftiges Bad im Löwenzahn genommen!

Auch noch kleinere Gesellen tummeln sich in der Löwenzahnblüte:

Es ist die winzige Tanzfliege Rhamphomyia sulcata.

Mit so einem Rüssel sollte man wirklich überall hinkommen können.

Unten zeige ich den grossen Bruder, die helle Tanzfliege, irgendwann 2021 aufgenommen.

Tanzfliege Empis Livida

Zurück zum Löwenzahn:

Diese zwei Rapsglanzkäfer nutzen den gelben Raum hier für andere Dinge als Nahrungsaufnahme.

Punktierte Zartschrecke. Auch sie schon unterwegs in diesem Jahr.

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Der deutsche Name Tanzfliegen ist im übrigen auf das Schwarmverhalten der weiblichen Tiere zurückzuführen. Männliche Tiere bieten ein Brautgeschenk in Form eines erbeuteten Insekts an. Dies dient auch der eigenen Sicherheit, denn es kommt auch schon einmal zu Kannibalismus.