Category: Keramik

Milsbeek

Milsbeek

Ende September waren wir zum ersten Mal auf dem Keramikmarkt Milsbeek an der niederländisch-deutschen Grenze.
Eigentlich wollten wir nur Job Heykamp wiedersehen, einen mit uns befreundeten Keramiker.

Was sich uns aber auf dem trefflich organisierten Markt bot, war künstlerische Ware von sehr guter Qualität. Das war so nicht vorherzusehen.

Jeder der etwa 100 Aussteller, von denen wir schon einige vom Keramikmarkt Diessen her kannten, bot Objekte oder Geschirr an, das je ein sehr deutliches eigenes Gepräge hatte.
Nach dem ersten Tag dort war ich vom Gesehenen regelrecht erschöpft -denn die Begutachtung der Stücke verlangt eine gespannte Aufmerksamkeit.
Am 2. Tag dann hatte ich schon einen sehr guten Eindruck gewonnen – und ein Wiederkommen im nächsten Jahr ins Auge gefasst.P1050438.JPG

P1040057.JPGTechnik-Demonstrationen

und liebenswerte, unaufdringliche Gaukler, die ins Bild passten.

Vasenobjekt

Vasenobjekt

Mich reizt auf meinem Weg, mit Keramik zu spielen, die Verwendung einfacher geometrischer Grundformen, um damit ein neues Gebilde aufzubauen.
Eine Idee, die ich vor vielleicht 2 Jahren entwickelte, war, einen Vasenköper mit Rippen zu versehen, die gleichzeitig seine Stützen sein sollten.
Zunächst waren es Stützpfeiler, 4, 6 oder 8. Dann fertigte ich sie unterschiedlich dick an oder unterschiedlich stark von der Vase abstehend oder in einem bestimmten Rhythmus.
Eine nächste Variation war dann jüngst, die Pfeiler-Attribute der Vase in Form eines “Zeichens” zu gestalten. Der einzelne Pfeiler wurde zweiteilig angelegt: Eine gern “unter innerer Spannung stehende” Form, hier eine Art Schaufel, wurde an der Vasenoberfläche angebracht, und von dieser ausgehend wurde nach unten in schwach gegenläufiger Spannung die eigentliche Stütze angebracht.
Man benutzt hier wohl am besten eine Schablone für die obere (Schaufel-) Form, wenn auch immer die Maße etwas unbekannt bleiben werden, da der zu erstellende Vasenkörper in einer Gipsform mit Ton ausgelegt wird. Und diese so enstandene Tonform dann auch noch um 10 % schrumpfen wird und nur die viel weitere Aussenform der Gipsform, als Anhalt für die Schablonen zur Verfügung steht.
So entsteht bisweilen oder fast immer etwas anderes, als man ursprünglich vor hatte.
Damit die Vasenform in dem hohen Gebilde  nicht zu mickrig erscheint, habe ich sie auch noch weiter aufgebaut, also erhöht.

Wie lange man für ein solches Objekt braucht?! Mit den Wartezeiten, bis man etwa die Schaufelformen anbringen kann?
Ich schweige mich hier aus. Es ist nicht so wichtig. Was wichtig ist, ist die Freude am Ausprobieren und Gestalten!

Turm nach nirgendwo

Turm nach nirgendwo

Vor einigen Jahren interessierte mich in der Keramik eine Idee, eine mehr oder weniger beliebige Grundform seriell in Rotation anzuordnen.

Dies hier ist ein solches Resultat.

Ausgehend von einer Grundform, die in der Mitte  aus technischen Gründen hohl  zu sein hat,  fertigte ich diverse Ableger, die ich dann nach einer gewissem Zeit des Trocknens sukzessive verband, wohl wissend, daß jede Grundform sorgsam und pflichtgemäss mit der vorhergehenden zu verbinden ist.

Dies dauerte etwa 2 Tage.

Die Glasur des hier mehr als 360 Grad verdrehten Stücks war wiederum eine Sache für sich. Nach dem ersten Schrühbrand (etwa 960 Grad) wurde die Glasur durch Schüttung besorgt. Dies ergibt eine eher zufällige, aber letztlich gleichmässige “Textur”. Man sieht Pinselspuren nicht.

Bei den jeweiligen Bränden merkt man, ob man wirklich sauber gearbeitet hat. Hat man die einzelnen Elemente nicht wirklich sauber verbunden, hat man plötzlich Einzelteile in der Hand.
Hier wie so oft gilt: Geduld und Sorgsamkeit sind integraler Part der Arbeit!

 

Bergziege

Bergziege

In dem unlängst besuchten 3-tägigen Kurs von Otakar Sliva im Westerwaldmuseum fertigten wir auch eine Art Bergziege, die ich hier noch ungebrannt zeige.
Das besondere Material Paperclay erlaubte, den Ton auch in sehr unüblich dünner Weise “auszurollen”. Mit gewöhnlichem Ton wären die Hörner und  Beinchen dieses 19X19 Objekts nicht machbar gewesen. Man hätte dazu bestimmte Tricks anwenden müssen. Beim Transportieren und spätestens beim Brennen wäre aber dieser Versuch schief gegangen. Wie leichter Keks wären die Beinchen gebrochen. Die Hörner wären allein von ihrem Gewicht her an den Ansätzen oder in der Mitte gebrochen.

Paperclay ist eine selbst hergestellte Mischung aus Ton und Zellulose. Es verhält sich hier ähnlich wie mit dem Zubereiten eines Brotteigs: Man fertigt das Material selber, mit dem man dann ans Objekte-Erschaffen geht.