Wieder mal ein Werk aus dem Kulturspeicher Würzburg
Dieses Werk von Michael Kidner fand ich recht spannend.Ein Ausschnitt zeigt, wieso es mich ansprach.
Der Hintergrund scheint aus Kuben aufgebaut, die sich bei näherer Betrachtung nicht zu einem organisch Ganzen gruppieren lassen, fast so wie beim Magier Maurits C. Escher. Ich mag grundsätzlich Kuben und Rauten.
Die roten und blauen Bänder, die der Künstler den Kuben hier aufgelegt hat, scheinen den utopischen Raum neu zu vermessen. Sie lagern sich aber manchmal nicht schmiegsam an das Kubengerüst an. Insofern wird der surreale Raum, der durch die Kuben geschaffen wurde, ein zweites Mal “in Frage gestellt”.
Nichtsdestotrotz sorgen die Bänder für eine Gesamt-Ästhetik, die gut tut.
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Der Kulturspeicher mit seiner konkreten Kunst ist ein Juwel. Wie es nicht viele gibt.
Wer mal in Würzburg ist, sollte sich das nicht entgehen lassen.
Und es tut unumwunden gut. Eine Labsal für die Seele.
14 Studien sind es geworden, oft weil ich meist etwas früher fertig war und sich so noch eine Kurzstudie nachzog.
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Eine Verwandte hat eine Knieoperation hinter sich gebracht. Ich sprach ihr Mut zu, doch sie winkte ab. Eine schwere Krankheit hatte sie vor einigen Jahren bewältigt und damals ging es für sie psychisch hart an die Substanz. Ich selbst hatte vor 23 Jahren eine 15-monatige Depression (!) am Laufen und war auch da ziemlich am Ende. Dann aber gab es wie durch ein Wunder eine Rückkehr ins Leben. Wieso vergisst man so etwas? Heute ärgern mich kleine Wehwechen, aber damals war das doch eine um mehrere Stufen andere Situation. Kann man so etwas verstehen?
Vipsammelei, Collecting Vips, WAS verstehe ich darunter?
Nun gut, wenn man also Prominente sammelt.
Wenn man auf einen solchen stösst, ihn in ein Gespräch verwickeln.
Mein Nachbar ist so jemand. Kein Prominenter selbst, aber mit Prominenten in Kontakt treten, das ist ihm sehr wichtig.
Mit diesem Nachbarn habe ich seit Anfang des Jahres kaum mal ein Wort gewechselt, obwohl wir uns öfters mal sehen, vor der Haustüre. Auch waren wir schon gemeinsam vor 4 Jahren in Urlaub. Wenn der Nachbar in eine Veranstaltung geht, etwa in ein Konzert, mit einem sehr bekannten Pianisten, dann spricht er schon mal eine Stunde mit ihm – wenn sich die Gelegenheit bietet. Er selbst ist kein Musiker und er hört gewöhnlich nicht das, was dieser Pianist auf seinen CDs verlautbart. Doch das tut nichts zur Sache. Er hat sicherlich schon 527 Kontakte mit Prominenten gehabt. Seien es vielleicht auch nur 301, das tut nichts zur Sache. Nichts zur Sache tut es.
Und nun zu der entscheidenden Frage: Wieso bin ICH nicht berühmt?! Wäre ich das, würde ich den Nachbarn kaum loskriegen. Ich bin aber nicht berühmt, nur Keramiker, Naturfotograf und Schachspieler, alles Nischenexistenzen !!! In Nischen hausen. Sich dort gemütlich umtun. Das kann ich! Ich könnte DAGEGEN Ausstellungen machen. Ich könnte einige Naturfotos der örtlichen Zeitung schicken. Ich könnte auf Turniere fahren. All das mache ich nicht.
Selber blöd.
Technologieoffen
Für mich das Unwort des Jahres – oder zumindest einer dieser. Man will sich alle Türen offenhalten, auch schon längst verschlossene.
Treppenexistenz
HJ Schlichting zeigte unlängst eine Pariser Treppe.
Das lies mich an eine Kritzelei in einem Notizbüchlein denken, das ich vor mehr als 20 Jahren gerne in der Jackentasche mit mir rum trug:
Was ging mir 1999 durch den Kopf, als ich das mit einem Filzstift hinkritzelte?!
Nachwievor macht es Spaß zu zeichnen, aus vielerlei Gründen.
Diesmal stand (oder saß) ein Mann.
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Das Modell war wohl definiert, das machte es schwer. Kaum eine Linie war so, wie man es “erwarten” konnte. Eine Mitzeichnerin meinte: “Schrecklich schön!”
Hinterher, bei der Durchsicht der 12 Zeichnungen von diesem Abend, war ich nicht mehr so kritisch mit mir. Während des Tuns haderte ich doch etwas mit den Schwierigkeiten.
Schön war es auch, an diesem Abend wieder einen alten Mitzeichner aus vor 2020 wiederzusehen. Das tat gut!
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Nach dem Nachhausekommen schaute ich mir einen Talk über Tierhaltung an. Wie oft, zeichnete ich dabei etwas:
Die Outdoor-Zeichengelegenheit hatte mich nicht losgelassen.
Das Wohl der Tiere ist ein ziemlich ungelöstes Problem. Ich ernähre mich zwar vegetarisch, aber nicht vegan. In Frankfurt wurde ich auf einer Vegan-Demo angewitzelt, weil ich noch Milch und Käse zu mir nehme. Nun gut, in dieser Beziehung mag es noch Verbesserungsbedarf geben. Immerhin aber nutze ich mein Auto nur gelegentlich, was in der klimatechnischen Mischrechnung (jetzt dieses betrachtet) für mich ein leichtes Plus ergeben dürfte. Zweimal waren wir in diesem Jahr eine knappe Woche weg, in Wolfsburg und Frankfurt, jeweils mit dem Zug.