Category: Etüden

Die Sonne fühlen

Wieder steht für zwei Wochen Christianes Etüdenaufruf an.

In max 300 Wörtern kann man da eine kleine Geschichte, ein Essay, ein Gedicht, ein Was-auch-immer schreiben, die drei vorgegebene Worte enthalten sollen.
Kain Schreiber gab diese 3 Worte vor:

Zwerg
quer
fühlen.

So ein Zwerg wie die Ribaut-Winkerzikade, die nur 2 – 4 mm groß ist, braucht auch und gerade jetzt im Februar die Sonne.

Wie fühlt und erlebt sie sie? Am besten wohl auf Metall, das die Sonnenenergie speichert, sodaß sich ein Sitzenbleiben anbietet.

Bei diesem Ansinnen kommt ihr nur ein Fotograf quer.

Ein wenig ruckelt sie bei seiner Annäherung, aber spürt keine weitergehende Gefahr und lässt ihn gewähren, was zu folgenden Fotos führte:




Makabre Grössenverhältnisse

Ein Blick in mein Archiv:

Ein winziger Falter auf dem Rainfarn. Sehesteds Helmkraut-Spreizflügelfalter
Seine wahre Grösse kann man hier ermessen. Der Gigant Honigbiene im Vorfeld.
Aber die Gallwespe (?!)) oben ist gleich nochmal eine Kategorie kleiner als das Falterchen.

Mir gefällt dieses Triptychon, seit ich es irgendwann im Juli 2020 schoß.

Wer ist denn nun der Zwerg in dieser Zusammenstellung? Wie fühlt sich bei allem die kleine Wespe? Offenbar völlig unbeindruckt zieht sie quer über den großen Rainfarn-Teller. Wohl wissend, daß Falter und Honigbiene nichts von ihr wollen.

Ein Beitrag zu Christianes Etüdenaufruf .

Zwerg sein

Wieder steht für zwei Wochen Christianes Etüdenaufruf an.

In max 300 Wörtern kann man da eine kleine Geschichte, ein Essay, ein Gedicht, ein Was-auch-immer schreiben, die drei vorgegebene Worte enthalten sollen.
Kain Schreiber gab diese 3 Worte vor:

Zwerg
quer
fühlen.

Sich wie ein Zwerg fühlen?

Wann hat Schorsch das das erste Mal erlebt?

Als er aus der Dusche heraus bloß vor die Erzieherin treten musste und sich Belehrungen anhören musste?!
Ach, was muss das der Frau gut getan haben, den kleinen Jungen zu demütigen, wie er da mit seinem steifen Henkelmann stand, in der Kälte.

Danach schmeckte ihr sicherlich der Weck mit der dicken Schicht Quark zum Frühstück um so besser.
Da konnte am Tag kaum mehr etwas quer kommen.



Der verlorene Ring

Für eine Woche Christianes besonderer Extraetüdenaufruf an.

In max 500 Wörtern soll man eine kleine Geschichte erzählen, die fünf aus sechs vorgegebene Worte enthält. Die sechs Worte sind:

Hoffnungsschimmer, unverzeihlich, nähen,Wackelpudding, unverdrossen, knistern.

Fünfundzwanzig war Renate geworden und feierte diesen besonderen Geburtstag mit ihrer Oma und ihrer Mutter. Oma wohnte ja im gleichen Ort, nahebei.

Renate wollte einen ganz besonderen Ring an ihrem Geburtstag tragen. Unverzeihlich allerdings, diesen Ring vom letzten Kappadokien-Urlaub verlegt zu haben.
Einen solchen findest Du nicht so leicht, dachte sie. Es tat damals so schön knistern, als sie den Ring von dem jungen Mann kaufte. Der war so galant, so aufmerksam, das hat ihr sehr gut getan.

„Ich werde Dir ein Täschen nähen, da tust Du all deine Ringe rein”, sagte Omi.

Jäh fuhr Renate herum: „Aber Omi, da durchmischt sich doch alles. Ich möchte meine Erinnerungen an diese Ringe nicht durcheinanderbringen“.
Unverdrossen blieb Oma bei ihrem Vorschlag: “ Ich habe hier noch ein Etui, da tust Du dein aktuell wertvollstes Stück rein. Du kannst ja immer abwechseln zwischen dem Etui und dem Beutelchen“.

Einen Hoffnungsschimmer hatte Renate aber noch, den Ring zu finden. Sie wollte nur während der Suche stark an den jungen Mann denken. Wenn sie ihn fand, dann käme der Ring, wie Omi es sagte, ins besagte Etui.