Category: Etüden

Billardkugeln

Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt erneut.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Billard
aktuell
gestalten
enthalten.

Die Wortspende für die Textwochen 42/43 des Jahres 2022 stammt von Monika mit ihrem Blog Allerlei Gedanken

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Unlängst veröffentliche Sonja (Wildgans) dasTageswort “Balzverhalten”. Das brachte mich auf diese Etüde.

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Billard-Kugeln zu besitzen, bedeutet umgangsprachlich, stark unter Druck zu sein.

Das habe ich nur in Ansätzen kennengelernt, konnte mir das aber bisweilen wie ein Schauspieler, der Rollen einübt, einigermassen gut vorstellen: Da rennt man quasi auf der Strasse herum, nach dem nächsten Kick.

Ob man so sein Leben gestalten kann?

Der gerade erst gestorbene Schauspieler Günter Lamprecht hätte so eine Rolle spielen können!
Aktuell erinnere ich mich an seine Rolle in “Rückfälle” von Peter Beauvais, 1977. Dort spielte er einen trockenen Alkoholiker, der aufgrund fehlender Unterstützung rückfällig wurde. Die Wucht dieses Rückfalls spielte er genial – und mir unvergesslich!
Er setzte nachts in einem Hinterhof die gerade im Bahnhofsviertel gekaufte Schnapsflasche an. In Sekundenschnelle wurde er vom Verkoster zu jemandem, der den Schnaps wie Atem brauchte. Diese Wandlung in Sekundenbruchteilen spielte er so, wie es kaum einer konnte.
Diese eine für mich genial gespielte Szene von vielleicht 15 Sekunden Dauer machte mich zeitlebens zum Fan dieses Schauspielers.




Ein paar Gedanken zu einem Ballspiel

Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt erneut.
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Billard
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Die Wortspende für die Textwochen 42/43 des Jahres 2022 stammt von Monika mit ihrem Blog Allerlei Gedanken

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Das Billard-Spiel hat mich eine gewisse Lebensphase intensiv begleitet. Diese Phase ist gar nicht so lange her.

Ich hatte zwei Freunde, mit denen ich bisweilen sogar zweimal die Woche für 90 Minuten spielte. Das gestaltete die Woche und der Alltag war so etwas durchbrochen.
Aus Gründen der Abwechslung spielten wir nicht nur im Ort, wo es mind. vier Möglichkeiten gab, sondern auch weiter entfernt. Diese weiter entfernte Stätte suchte ich auch mal gelegentlich solo auf, vor der Samstagsdisko in Würzburg etwa.

Aktuell spiele ich kein Billard mehr. Das hat auch damit zu tun, daß einer meiner zwei Kumpel überraschend verstorben ist. So ruht mein Queue nun fein aufgeräumt im Keller.

Zu diesem Spiel hatte ich ein besseres Verhältnis als zum Kartenspiel.
Man ist in Bewegung und kann während des Spiels Spässchen treiben oder auch einiges aus seinem aktuellen Leben loswerden.

Zeit im Überfluss zu haben – wann hatte ich zuletzt dieses Gefühl? Wohl nur damals.



Ist Komplexität reduzierbar?

Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt mich erneut.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Zeitlupe
behäbig
verprassen
enthalten.

Die Worte stammen von Werner Kastens mit seinem Blog Mit Worten Gedanken horten

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Den obigen Satz mit der Komplexität hatte Hans mal in WordPress formuliert und als Entwurf abgespeichert.
Was wollte er damals damit wohl sagen?
Seinem behäbigen Gehirn fiel es partout nicht ein. Er hatte buchstäblich keine Ahnung mehr, was er damals damit sagen wollte.
“Ich muss passen, Gerhard!”.

“Was trieb Materie an, komplexer zu werden?”
Auch so eine Frage von Hans.
“Diese Frage von mir verstehe ich schon eher”, sagte er.
“Das vollzog sich jedenfalls in Zeitlupe, die Belebung von etwas, was einst nur “Staub” war.”
Eine weitere Frage von Hans: “Habe ich mein Leben verprasst“?

“Das könnte schon sein, recht oft habe ich gekniffen”, sagte Hans.
“Wenig gewagt. Ich habe nicht Kunst studiert, weil ich rotgrünschwach war und bin. Stattdessen etwas, was auf Sand gebaut war. Und was ich dann nicht durchhielt.”

“Andere waren zielstrebiger und sind dennoch im Aus gelandet !”, sagte ich darauf.

“Das stimmt”, sagte Hans. “Die Wege des Herrn sind unergründlich”.



Lautloses Abschalten

Christianes neuer Etüdenaufruf verlockt mich erneut.
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Die Worte stammen von Werner Kastens mit seinem Blog Mit Worten Gedanken horten

In Erinnerung an “Lautlos im Weltraum” mit Bruce Dern.

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Man wollte nicht mehr weiter Geld verprassen. Diese fünf Raumstationen mit Flora der Erde, das schluckte erheblich Geld. Man hatte ja seinerzeit die Idee gehabt, die Pflanzenvielfalt der Erde zu konservieren – auf möglichst natürliche Weise, wenn auch im kalten Weltraum gelegen.

Auf der Erde war ja alles verwüstet. Ein Koloss, der verseucht war. Ein stinkender Ball…eine Kloake fast.
Leben konnte man dort nur mehr in bestimmten Zonen. So ähnlich wie um die 2000er herum in den Vierteln der Reichen. Die hatten damals ihre Nobelviertel, mit Wachen, Sicherheit und Luxeriosität.

Eine behäbige und sinnlose Idee wäre es, all die Pflanzen von Erde 1.0 wiederzuerwecken. Zumal diese Pflanzen ohnehin nur in Treibhäusern Fuss fassen könnten.
“Denen muss man ja Starthilfen auf jedem mm geben , meinte Ingenieur Hans! Die nutzen ihre Chance ja nur in Zeitlupe! Nein, mit denen ist kein Staat zu gewinnen, erst recht nicht eine Saat, hahahaha.
Vergesst das grüne Geschwurbel!
So wie er dachten viele.

Alle Parteien waren dafür, die Raumkapseln abzuschalten. Die DNA der Pflanzen war ja zudem in Datenbanken vorhanden, man konnte sie also allzeit wiederbeleben, wenn man es WIRKLICH unbedingt wollen wollte.
Doch wer wollte das schon wirklich?! Wer?

Das Leben war zudem in bestimmten Funktionseinheiten gesichert, Essen gab es in Tablettenform und Luft aus dem Gerät. Zwar war man nachwievor biologischer Mensch, aber doch auch autark wie nie zuvor und so weitestgehend unabhängig.
Man brauchte nur Grund, um seinen Fuß darauf zu setzen und Gravitation, weil nach dieser ja jede Zelle schreit, aber sonst? Die Sonne schien zudem unablässig auf den Ball, was sie auch weiter einige Jährchen tun würde.

Wie sagte Hans: Endlich sind wir so, wie wir eigentlich immer sein wollten!
Frei.

282 Worte