In einem Trockenrasengebiet nahe Nüdlingen sties ich auf manch ungewöhnliche Insekten.
Die haben offenbar ihr Habitat dort und sind schwer woanders zu begegnen.
Welche Schwebfliege es war, konnte ich mit blossem Auge nicht erkennen. Sie ist recht winzig.Dadurch, daß sie schwebt, ist sie auch im Flug einigermassen gut aufzunehmen.Just landed
Die Flügel werden gleich eingeklappt.
*
Es braucht etwas Geduld und ein waches Auge für Bewegung.
Nach nunmehr 5 Jahren Makrofotografie ist mir geschärfte Beobachtung in Fleisch und Blut übergegangen.
Im Kurort Bad Kissingen, wo ich gerade eine Woche war, gab es früher hochklassige Schachturniere, u.a. auch einmal ein sogenanntes Kanditatenturnier, in dem 8 Top-Grossmeister um das Recht kämpften, den Weltmeister herauszufordern.
Ich schaute damals dabei zu, es war ein grandioses Ereignis, ähnlich vielleicht wie Leonard Bernstein persönlich kennen zu lernen (was ich nie tat).
Ich stand unmittelbar an den Brettern. Keine 3 m entfernt.
Es versteht sich von selbst, daß man sich da an äusserste Ruhe hält.
Ich erinnere mich, daß neben mir jemand seine Schokolade auseinanderbrach und zudem mit der Plastikumhüllung raschelte.
Man muss wissen, daß so mancher große Spieler vielleicht nur einmal im Leben die Chance erhält, im Kanditatenturnier mitzuspielen. Und daß ein falscher Zug aufgrund einer Störung eine Partie zerstören kann. Jeder, der selbst mal Schach unter Turnierbedingungen spielte, weiß das. Ein Kumpel sagte mal adäquat zum Lärmproblem: “Die Stellung verträgt keinen Hauch!”.
Noch heute denke ich an das mir fatal erscheinende Rascheln. 30 Jahre danach.
Ich erinnere jetzt so manches wieder, was lange schon zurückliegt.
Zur Zeit der Pandemie war mir zwar des öfteren bang, aber erst seit dem Krieg in der Ukraine bin ich mit etwas konfrontiert, das sich als Flashbacks bezeichnen lässt. Ab und an tauchen bedrohliche und unklare „ Gefühle“ auf, die sich in eine gewöhnliche Stimmung für Sekundenbruchteile einschieben können. So als würde ich gleich irgend etwas gewahr werden, was es an der Stelle nicht gibt/geben kann.
Zur Zeit meiner schweren Depression vor 22 Jahren waren es im Unterschied dazu zwanghafte Gedanken, die sich ins Gedankengefüge einschleichen wollten, meist über als schlimm erlebte Versäumnisse, und wehe, ich lies sie, wenn auch nur partiell, rein. Dann gab es kein Halten mehr. Die Depression hörte übrigens genau da auf, als dieser Druck der Zwangsgedanken aufhörte. Ich musste nicht mehr von vorneherein dagegenhalten. Es war damals „die Kunst“, eine einzelne schlichte Zeichnung, die mich eines Abends befreite.