Das, was im Regal steht

Einen Text in Christianes neuen Etüdenaufruf bringe ich hier ein.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Museum
biografisch
erinnern.

enthalten.
Wortspender ist in diesen 2 Wochen ist Erinnerungswerkstatt.

*


Manche Leser “arbeiten” sich offenbar fast ausschliesslich an alten Autoren ab.
Ich selbst lese eher Neues.

Ich sage deshalb nicht, daß Klassiker ins Museum gehören, keinesfalls.
Doch oft kenne oder kannte ich die biographischen Begleitumstände ihres Schaffens nicht.
Die sind aber immer wichtig, um zu verstehen, was den Autor veranlasst hatte, genau dieses Buch zu schreiben.

Vorgestern sah ich mir im TV einiges zu Dostojewski an. Auch zu Musil, Büchner und Frisch.

Dostojewskijs “Dämonen” hatte ich als junger Mann, ich erinnere mich, 2, 3 mal angepackt, aber nie zu Ende lesen können. Sein Werk “Schuld und Sühne” schon.
Dostojewskij ist aktueller denn je. Auch sicher manch andere klassischen Autoren.
Grund genug also, wieder mal ins Regal zu greifen, um sich mit ihnen erneut zu beschäftigen.


30 thoughts on “Das, was im Regal steht

  1. Dostojewski habe ich als Jugendliche verschlungen und hatte gestern, beim Regale ausräumen und entstauben auch wieder einiges von ihm in der Hand. Es gibt so viele Bücher die sich lohnen würden ein zweites oder drittes Mal zu lesen. Allein … die Lebenszeit reicht dafür nicht aus.

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  2. Meine Frau liest gerade zum zweiten mal Die Brüder Karamasow, ein Buch, das sie sehr beeindruckt hat. So hat dein Post eine ganz besondere Bedeutung und ich werde ihr ihn vorlesen, wenn sie aufgestanden ist.

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  3. Die Brüder Karamasov habe ich mir bereits zur neuen Lektüre bereit gelegt. Da ich die Angewohnheit habe, beim Lesen (mit Bleistift) Anmerkungen zu machen, finde ich es Moment gerade interessant zu sehen, was mich bei der Jahrzehnte zurückliegenden letzten Lektüre besonders beschäftigt hat.

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    1. Ja, diese Angewohnheit kann ich bei mir auch nicht abstellen. Manchmal sehen meine Bücher an manchen Stellen wie ein leicht ramponiertes Kinderbuch aus: Gelbe, Grüne, Rote Marker plus Anmerkungen, lächelnden oder traurigen Köpfen, Ausrufezeichen, Fragezeichen usw. usw. Und in der Tat, man ist heute erstaunt, was einem “damals” wichtig war oder aufstieß. Neulich habe ich eine Stelle gefunden bei der ich in der Schweiz mit dem Zug fuhr und an einem bestimmten Firmen-Gebäude vorbeikam, dessen Name genau zu der Passage im Buch passte. Der Name prangt nun für das gesamte Buchleben oder der Lesbarkeit des Bleistifts auf den zwie Seiten am Rand.

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            1. Also! Was sind schon xyJahre..Aber einen Influencer sieht man ja nicht unbedingt und wenn habe ich noch Jugendfotos so wie du :-))) Außerdem: mit etlich Schminke gäbe ich sicherlich einen passablen Senioreninfluencer ab.

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  4. Die Frage ist auch, ob man die biografischen Begleitumstände Begleitumstände nach einer gewissen Zeit überhaupt noch kennt bzw. sie beurteilen kann 🤔. Das ist mit ein Grund, weshalb mich Biografien interessieren, wenn ich mein Wissen über eine*n Autor*in vertiefen möchte.
    Schöne Handschrift hast du! 😁
    Fast-Mittagskaffeegrüße 😁☁️🍁☕🍪🍂👍

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    1. Danke Dir, zunächst wollte ich sie so veröffentlichen 🙂

      Es gibt sehr viel Sekundärliteratur, manchmal scheinen die Forscher “jeden einzelnen Tag zu kennen”.

      Der Kaffee schmeckt, wie immer 🙂
      Schönen Mittag Dir!

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    1. Ich bin ein schlechter Schmökerer, liebe Ule, lieber schiesse ich Fotos, sortiere sie, bewerte sie, bestimme sie und veröffentliche sie oder auch wiederum nicht, egal um welche einzelnen Sufen der Verwertung es sich dabei handeln möge 🙂 :-).

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  5. Ja, so dachte ich auch lange, bis mir deutlich wurde, das Ansätze auch ganz alter Autoren sich bis in unsere Zeit Geltung verschafft haben. Nicht 1:1 aber in “Anlehnung an..”. So hat Platon -abgesehen von seinen “Wissenschaftlichen Methoden” die vilefach bis heute Geltung “einfordern”, es insbesondere bis in mein Kinderzimmer geschafft: Er versuchte ja – grob gesagt- die Welt/ den Kosmos als eine ideal-gestaffelte-gestufte Sphäre zu beschreiben. Jeder habe auf seiner Stufe seinen Platz und solle auch, in einem so wohlgeordneten Kosmos, dort bleiben, regiert von Weisen-Philosophen-Königen.
    Daraus scheint im Laufe der Zeit eine “autoritäre” (weltliche und religiöse) Erziehung ihre Rechtfertigung gezogen zu haben. “Früh krümmt sich wer ein Häkchen werden soll”. Hierrarchie wurde 2500 Jahre das “Zauberwort” mit dem elitäre Verhältnisse in König-Reichen, in Kirchen, im Politischen, in der Erziehung zementiert werden konnten.

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    1. Da weiß ich zu wenig:
      Welche der philosophische Ideen hat es im Einzelnen geschafft, ob im Original oder verwässert, Einzug in die Ordnungen und Vorstellungen von Gesellschaften zu finden?!
      Immer wieder mal lese ich ja von solchen mit langen Fingern in die Gegenwart hineinreichenden Ideen.
      Hatten manche Figuren der Antike tatsächlich solche Macht, eben weil es nur wenige von ihnen gab?

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      1. Für Platon muss man noch berücksichtigen, dass er seine Philosophie entwickelte um “den Griechen” in einer bisanten politischen Situatioen ein “Korsett” zu geben. Die Polis drohte auseinander zufallen. Nacher griff das Christentum sicherlich nur zu gerne nach seiner “Schönen Theorie”, später Könige und Kaiser. Insofern trugen alle “die Fackel” weiter.

        Aber zu Deiner Frage hat Wittgenstein sicherlich auch recht, wenn er schreibt:
        “Es ist so schwer, den Anfang zu finden. Oder besser: Es ist schwer am Anfang anzufangen.
        Und nicht versuchen weiter zurück zu gehen.” (Wittgenstein, 1949-51: Nr. 471)

        “Eine der wichtigsten Ursachen davon, dass die Frage nach der Entstehung von Philosophie in Griechenland noch immer offen ist, besteht in der schwierigen Bestimmung von (griechischer) Philosophie.
        So gibt es immer “Ursprungsmythen”: mit dem..seit dem..durch den…usw.
        Ursprungsmythen sind historisch verfahrende Legitimationsideologie. Sie betrachten die Geschichte vom Resultat, der aktuelle Zustand erscheint als unausweichliche Konsequenz und folgerichtige Entwicklung dessen, was bereits in den beherrschenden Anfang eingewickelt war. In einer wirklich vernünftigen Welt hingegen ist die Macht des Ursprungs gebrochen, dort gibt es immer auch Alternativen.”

        “Heisenberg sieht er vor allem in der Fruchtbarkeit des typisch griechischen prinzipiellen Fragens die Aktualität der Antike für alle Disziplinen begründet. Die Sprache der Mathematik zur Beschreibung der physikalischen Welt sowie der Materialismus, wie er im Denken Demokrits vorliegt, seien griechischen Ursprungs. An anderer Stelle hebt er die vorbildliche Bedeutung der Antike nicht nur für ungebrochen aktuelle erkenntnistheoretische und ontologische Thesen, sondern auch für die Schönheit moderner Physik hervor. Insbesondere durch die pythagoreische und platonische Entdeckung der sachlich angemessenen Reduktion einer bunten “Vielfalt der Erscheinungen” auf schöne, mathematisch darstellbare “einheitliche Formprinzipien […] ist eigentlich schon das ganze Programm der heutigen exakten Naturwissenschaft vorweggenommen” (Heisenberg, 1977).

        “Und an dem Ufer steh ich lange Tage, Das Land der Griechen mit der Seele suchend,
        Und gegen meine Seufzer bringt die Welle, Nur dumpfe Töne brausend mir herüber.” (Goethe, 1779: 7)

        “Manche behaupten: Der Aufschwung Europas begann nicht mit den Griechen sondern mit Kolumbus und den Reichtümern aus den Kolonien” (James, M. Blaut)

        ( Alles zitiert nach. Helmut Heit “Der Ursprungsmythos der Vernunft. Zur philosophiehistorischen Genealogie des griechischen Wunders”)
        PS: Soviel kann man sagen: Sicherlich “such(t)en” viele im alten Griechenland bei den alten Denkern nach dem heutigen “Euopa”. Nietzsche ging ja noch weiter zurück und suchte sich bei Zarathustra und Heraklit – weit vor Platon.

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  6. Das größte sind für mich “Die Brüder Karamasov”. Grad kürzlich las ich wieder das unglaubliche Gespräch von Ivan mit dem Teufel, in einem befreundeten Blog; und nahm mir vor, den Roman erneut, zum vierten Mal, zu lesen. Leider nicht auf Russisch, aber es gibt im Griechischen eine großartige Übersetzung, und auch die deutschen Übersetzungen können sich sehen lassen. .

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