Month: February 2019

Irrationalität

Kleine Kritzelei mit Kugelschreiber 2004 im Notizblock

Süsser_Zwang

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In einem früheren Artikel von mir,  “Die Milchflasche“deutete ich schon das Thema “Zwang” an.
Gängigstes Beispiel einer “Zwangs-Gestimmtheit”, englisch mit OCD (obsessive compulsive disorder) bezeichnet,  dürfte allgemein bekannt wohl unendlich vieles Händewaschen oder das wiederholte Kontrollieren eines Herds sein.

Bei mir treten nun ab und an sowohl Zwangsgedanken als auch Zwangshandlungen auf. Und das seit frühester Kindheit und daher nicht völlig abzuschütteln.

Ein “harmloses” Beispiel unter vielen:
An einem Abend, gegen 18:00,  war ich auf dem Weg zu einem Jazzkonzert mit Mitwirkung des Blogkollegen Stefan Hetzel.

Ich parkte auf einer Strasse unweit der Musikkneipe.

Höchstparkdauer zwei Stunden las ich plötzlich. Was hies das? Auch abends?!? Ich nahm also mein Auto  wieder weg (!) und fuhr ins nächste Parkhaus, obwohl ich für den Platz auf der Strasse schon gelöhnt hatte! Auf der besagten Straße hatte ich abends übrigens schon öfters mal geparkt, aber plötzlich hatte ich an diesem Abend die Eingebung: Womöglich immer Glück gehabt! Heute schleppen sie es vielleicht ab!

Kaum war mein Auto im Parkhaus geparkt, kam mir der nächste Gedanke: War das jetzt im Parkhaus etwa ein Dauer-Parkplatz gewesen? Soll ich es wieder rausholen? Was mache ich bloß jetzt???

Ich konnte meine aufgeschaukelte Angst ,was recht ungewöhnlich ist, dann doch abschütteln. Striktes Vermeiden des Daran-Denkens war die Maxime, sodaß ich das Konzert dann doch gut verfolgen konnte.

In äusseren Krisenzeiten kann dieses beschriebene Phänomen stärker werden und den vollen Alltag bestimmen. Die obige Zeichnung stammt aus solch einer Krise.

 

 

 

Update aus der Werkstatt 2019/08

Mini

Diese kleine “Murmel” namens Dontgetit wundert sich, was der Gerhard  alles aus Ton so macht. Ihr kennt ihn vielleicht bereits.

Gestern stand das Glasieren einiger meiner schrühgebrannten Objekte an.
Hier ein Foto dieser  in Creme-metallic und Tauchblau jeweils mehrfach und im Wechsel getauchten Objekte:

glassieren

Der große Kopf gehört nicht zu meinen Arbeiten.
Im Hintergrund 4T, das mit Paper-Clay zu flicken war (Riss) und die “Kußzahl”, 13 Kugeln in perfekter Anordnung.

Einige weitere Objekte sind nicht auf dem Bild, da zerbrochen oder von mir zerbrochen, weil unsauber ausgeführt. Es ist wie im Schach:
Du bekommst nur dann etwas heraus, wenn Du etwas reinlegst.

 

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Machtvolle Präsenz von Greifvögeln

Vogel6

Im Oasis-Park/ Fuerteventura gab es eine im Eintrittspreis inbegriffene Greifvogelshow.

 

Die machtvolle Präsenz dieser eher still wirkenden Tiere beeindruckte.Vogel8

 

Vom Wesen her wirkten sie auf mich wenig vertraut.Vogel7

 

Ein sehr schönes Tier, ein Bussard?!Vogel5

 

Dieser Vogel ist eher als putzig zu bezeichnen.Vogel2

 

Notfalls können sie auch eine gewisse Strecke laufen.Vogel1

 

Die ungeheure Spannbreite der Flügel. Sehr machtvoll.Adler

In der etwa 30-minütigen Show kam man diesen Tieren körperlich recht nahe. Ein Vogel flog z.B. direkt an meinem Kopf vorbei.
Wütende Schreie oder Ungeduld waren nicht zu beobachten. Arbeitsverweigerung nur in einem Fall.
Sie nahmen gerne den Luftraum ein, der ihr angestammtes Territorium ist. So flogen einige der Vögel während des Tages ständig über das Habitat.

Was weiß ich eigentlich von Vögeln?
Daß sie von Sauriern abstammen?
Daß Singvögel jedes Jahr neu Lieder lernen, dank eines Vorgangs, den man Neurogenese nennt?
Daß Rabenvögel zu besonderer Intelligenz fähig sind: Etwa befähigt sind, Werkzeuge zu bilden, um an Futter zu kommen? Daß sie grafische Muster wiedererkennen können? Daß sie Artgenossen Futter zugänglich machen können, weil es ihnen selbst nicht zugänglich ist und der Genosse nicht rankommen kann? Daß sie soziale Tiere sind?
Das weiß man mittlerweile auch von Hühnern, daß sie Freundschaften schliessen können.

Eigentlich würde ich mir – nach dieser Vorstellung – wünschen, mehr und in direktem Augenschein von diesen Spezies zu erfahren. Das Besondere, eigene dieser Tiere wahrzunehmen und die Verbindung zu uns erahnen zu können.
So wie mir Insekten mittlerweile um einiges vertrauter sind, wäre es gut, auch mal in diese Welt abzutauchen.