Ich erinnerte mich an es, als ich bei Almuth (Pflanzwas) die Ahornfedersah . Zwar ist mein Keramikplalast nicht so filigran, kann er auch nicht sein, aber zumindest ist er sehr fragil, verletzlich und man muss behutsam mit ihm umgehen.
Hier ein Blick von oben durch den Schichtenpalast. UrsprĂĽnglich kam ich auf die Idee, als ich bei jemand einen “Drehturm” aus Ritter-Sport-Tafeln sah 🙂
Ein blanker Turm aus “Schokotafeln” wĂĽrde sich kaum eignen. denn mehr als etwa 3 cm Dicke Ton wĂĽrden beim Brennen im Keramikofen ärgste Probleme machen. So habe ich bei diesen 11 identischen Schichtformen sicherheitshalber einen Zwischenraum kreiert, der zudem auch zur Ă„sthetik beiträgt.
Der Transport zwischen den Brenngängen ist auch difizil, denn falsch angefasst brechen die Schichten des getrockneten Tons wie Zwieback. Das muß bei der Konstruktion mit bedacht werden. Auch jetzt würde ein unbedachter, schneller Transport wohl Schaden anrichten.
Heide (Puzzleblume) und Almuth (Pflanzwas) haben etwas angedacht, was ich interessant fand und an dem ich mich gerne beteilige:
Eine sogenannte Zimmerreise und zwar einmal im Monat. Oder mehrmals, wenn man möchte. Heide managt nun dankenswerterweise das Projekt und dies hier istmein Beitrag für den Januar:
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Diese kleine afrikanische Skulptur hat Leben!
Sie verbindet mich, obwohl in Würzburg gekauft, mit einer kurzen Reise nach New York 1995. Damals fand dort die Schach-WM zwischen Kasparov und Anand statt, was der äussere Grund der Reise war. An nur einem einzelnen Abend besuchte ich die Spielstätte der Schachgrössen, die anderen Tage streifte ich durch die Stadt.
NatĂĽrlich wollte ich die Broadway-Theater, aber auch die Kunstmuseen besuchen.
Da gab es das MoMA, museum of modern Art, das Guggenheim und das Whitney museum of american arts , das Museum of contemporary arts und das Metropolitan Museum.
Seltsamerweise erinnere ich mich ausgerechnet immer wieder mal an die langgezogenen Treppenaufgänge des Metropolitan Museum. Ich ging am Morgen auf den fast leeren Treppen hin und her. Ich vermute, das Museum war noch nicht offen. Und ich wollte keinerlei Zeit versäumen, typisch. Jedenfalls waren diese Treppen recht lang, fast schon zum Jonglieren einladend.
Da ich eine Kontaktlinse gleich am Eintreffabend verloren hatte, sah ich mich fĂĽr die folgenden 5 Tage gehandicapt. Die andere verbliebene Linse war zu schwach, also lies ich sie auch gleich weg.
Im Museum sah ich mir die ĂĽblichen Highlights an wie etwa den Tempel von Dendur.
Im linken Teil des Museums war die afrikanische Kunst untergebracht, die mich mehr interessierte. Hier gab es viel zu bewundern. Ursprüngliche Kunst wie meine Skulptur oben. Einen Stock höher dann war die Ozeanische Kunst untergebracht.
Und hier verschlug es mir ganz unerwartet den Atem! Es war ein Erweckungserlebnis. Die dort gezeigte Kunst schien mir noch kraftvoller, urtümlicher und aufgeladener zu sein als die afrikanische Kunst. Ich war zuvor noch nie solcher Kunst begegnet. Wem nur konnte ich diese Eingebungen und Gefühle mitteilen? Es war einfach überwältigend. Ich versuchte mir wie oft die Formen einzuprägen, die langen Schiffe, die viele Meter hohen Kultgegenstände.
Nur ein Foto aus diesem Raum hatte ich “gerettet”, denn meine Filmrollen waren begrenzt.
Geisterstange der Mimika aus Neuseeland
Ich hoffte sehr auf einen Fotoband im Artshop, doch da gab es nichts dazu.
Einen geeigneten Fotoband erwarb ich erst Jahre später.
Der Autor
Und was gab es abseits davon:
Schwule in einem Cafe, die mir von einiger Ferne begeistert irgendetwas zuriefen. Mensch, was tat mir das gut! Auch im Nachhinein. Ich vergaĂź das lange Zeit nicht.
Dann war ich auch in Leo Castellis Artgalerie, die schwer zu finden war. Der 88-jährige Castelli war nicht da, aber ich durfte mich umschauen.
Schnelle Inlinefahrer gab es viele. Ich weiĂź noch, wie ich einem jungen Mann staunend nachschaute, wie er eine leichte Steigung im Bogen in Vehemenz nahm.
Exaltierte gab es einige wenige auf den Strassen. Am besten man kĂĽmmerte sich nicht darum. So etwa ein grell angezogener wild schreiender Mann im Rollstuhl. Dann jemand, der einen Riesen-Gettoblaster auf seinen Schultern trug. Und ein wild gestikulierender Prediger.
Im Central Park hatte ich mal Angst. Auch ganz ganz unten im Süden von Manhattan im Hafengebiet, als es dämmerte. Ich wollte von dort aus zu meinem Hotel hochlaufen, was sich als völlig absurd erwies. Die Distanz war einfach enorm.
An einer Aufzeichnung eines Songs für MTV nahm ich ganz zufällig im Westvillage als Teil der cheering crowd teil. Die Zeit dafür war mir nicht zu schade.
Eine abgerissene AutotĂĽr und zwei Taxis, die scheppernd nebeneinander herrasten.
Obwohl ich manchmal Zeit verlor durch erfolglose Sucherei, begegnete mir unheimlich viel. Man fragt sich, was so alles in 5 Tage passen kann… einfach irre viel 🙂