Lange zurück

Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Für zwei weitere Wochen stehen Christianes neue Etüden an.
Die folgenden 3 Worte sind in einem Text von max. 300 Worten zu verwenden.
Die Wortspende ist diesmal von Puzzle

Dackelfalten
fruchtig
scheppern

*

Damals hatten wir alle noch keine Dackelfalten.
Das war in den Endachtzigern, da war ich in einer “Schachgemeinde” unterwegs. Das waren meist Studenten, aber auch jüngere Leute, die in der Stadt wohnten.

Davon träumte ich in einer der letzten Nächte.

Anfang der Neunziger verlor ich den Kontakt zu dieser Gruppe.

An einen jungen Mann aus dieser Gruppe konnte ich mich in den Träumen erinnern: An einen gut aussehenden und korrekten jungen Mann, der aber auch irgendwie unklar war.
Damals trank ich noch garnichts, auch keine fruchtigen Cocktails. Mit Alkohol hatte ich da absolut nichts zu tun.
Andere schon und nicht zu knapp.

Gescheppert hatte es damals, als in einem wichtigen Mannschaftsspiel der Teamleiter völlig übernächtigt erschienen war. Er riss die ganze Mannschaft mit.

Nach einiger Zeit wechselte ich den Klub.
Gab aber bald danach Schach ganz auf, letztlich für 6, 7 Jahre.


Und warum träume ich von diesen so ungemein fern zurück liegenden Zeiten??

Weil diese Begegnungen so fern zurückliegen wie die aktuellen Begegnungen aus 2018, 2019 und frühem 2020.

All das Umfeld aus kulturellem Tun in unserer Stadt ist wegen Corona komplett weggebrochen. Nicht mehr da. Nicht mehr existent. War nicht. Ist nicht! Ausgelöscht.

Diesen Umstand erlebte ich in einer uralten Erinnerung vom Ende der Achtziger.

*


Unbekannte Raupenfliege

Am 31.03. spätnachmittags kam ich von einer ausgedehnten Fototour zurück, konnte aber nicht umhin, bei einer nahen Wiese mit Bäumen noch schnell weitere Aufnahmen zu machen.

Auf einem Gänseblümchen fiel mir eine ganz besondere Fliege auf, die ich so nicht zu kennen schien. Also machte ich noch eine Reihe von Aufnahmen.

Die Fliege war geduldig und graste das Gänseblümchen, sich im Kreise drehend, ordentlich ab.

Noch am gleichen Abend versuchte ich sie näher zu bestimmen. Ich wusste, daß es eine Raupenfliege war, das erkannte man an der reichlichen Behaarung.
Aber die genaue Art??! Vergebens!!

Heute, am 2.4. setzte ich mich nochmal dran, vielleicht zum 3. Mal. Zunächst auch vergebens.

Dann fand ich bei Insektenbox doch eine Art, die mir zu passen schien:

Gonia picea!

Nochmal einige wichtige Details:

Die hellen Blätter werfen Licht auf die (mächtige) Stirn und das Auge des Insekts zurück!
Diese fleischfarbene Stirn verdutzte mich.
Die zerfetzt erscheinenden Flügel (die wohl einfach so geformt sind) gaben keinen Hinweis.

Die Frage ist jetzt:
Ist solch ein beträchtlicher Bestimmungsaufwand noch zu rechtfertigen?!

Aufgeschlossener Zitronenfalter

Edgar von “Seescho” fragte mich jüngst, ob ich je einen Zitronenfalter mit nicht hochgeklappten Flügenln fotografiert hatte.

Ich meinte: “Schon..!”.

Aber ganz sicher bin ich mir bei näherem Nachdenken nicht.

Jedenfalls habe ich heute einen beim Flug fotografiert.
Ist zwar nicht dasselbe, aber eine “halbe Lösung”, nicht wahr? 😉

Der Gewelltstreifige treibt sich rum!

Ja, den gibt es!

Denn:

An der Türe zum Garten krabbelte etwas ganz ganz Winziges.
Am PC wurde sichtbar, was es ist. Nicht wie vermutet der Rapsglanzkäfer…


Nur 1,8 mm – 2,8 mm lang:

Phyllotreta vittula. Der Gewelltstreifige Kohlerdfloh

wiewohl ein Käfer.

Soll Kohl zerfressen im Nu und springen wie ein Floh.
Was er in unserem kohlfreien Ambiente macht?