Die Wollschweber sind wieder da

Aber bei mir erst seit ein paar Tagen.

Erstes gutes Foto auf einem trockenen Blatt
Am persischen Ehrenpreis, die Flügel schlagen dabei
Die Beinchen superzart
Aus jeder Lage wird getrunken.

Am Abend sah ich sie auch bei einer Kirschblüte. Da lässt sie auch mal “ihren” Ehrenpreis saussen.

Unklarer Sonnenhut

Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Für zwei weitere Wochen stehen Christianes neue Etüden an.
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Die Wortspende ist diesmal von von Ludwig Zeidler (bloggt nicht mehr), und Irgendwas ist immer.

Sonnenhut
haltlos
massieren.

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Ich massiere mir meine Stirne: Wo habe ich denn den Sonnenhut her, der zuoberst in meinem Kleiderschrank liegt?
War es Mexiko? Oder Mallorca? Oder sonstwo her? Ich habe tatsächlich keine Ahnung.
Haltlos gehen all diese Erinnerungen flöten. Manchmal vermengt man auch Erlebnisse, was witzig ist, wenn man an einen Ort wiederkehrt und etwas vermisst, das da niemals war.

Oder man macht eine Rundreise und merkt im Tageshotel nach gewisser Zeit: Ach, da war ich schon mal.

Von all dem ahnte ich schon etwas in frühen Jahren. Ich prägte mir meist sehr intensiv ein, was ich da sah, meinend, daß es so nicht so leicht verlorenginge.
Weit gefehlt.

Wenn ich jetzt (ich meine natürlich irgendwann später) wieder in Urlaub bin, dann schiesse ich rein dokumentarisch viele, viele Fotos, quer beet, einfach, um später irgendwelche Anhaltspunkte zu haben.

Übrigens: Den Sonnenhut habe ich tatsächlich und er ruht zuoberst im Schrank.

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Die Laale

Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Für zwei weitere Wochen stehen Christianes neue Etüden an.
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Die Wortspende ist diesmal von Puzzle

Dackelfalten
fruchtig
scheppern

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Vor ein paar Tagen brachte mir eine Nachbarin Fotos von einer Hochzeit von vor 70 Jahren vorbei.

Darauf zu sehen war meine Großmutter mütterlicherseits, von der ich ab und an einen Zehner erbat, um mir Süssigkeiten davon zu kaufen. Ob es damals schon fruchtige Zuckerschlangen gab, weiß ich nicht. Ich schielte immer nach den gelben Zucker-Dottereiern. Aber Stäbchen gab es gewiss, das weiss ich wohl, diese harten Dinger, die man auch lutschen konnte.
Meine Grossmutter ging zweimal am Tag in die Kirche. Sehr sehr früh und dann nochmal abends.
Da konnte es scheppern, egal was auch immer, das lies sie nie aus, daraus bezog sie ihre Kraft.

Sie wirkte immer sehr ausgemergelt. Man konnte sagen, sie hatte Dackelfalten vor der Zeit.
11 Kinder und das Baugeschäft ihres Manns.
Gütig war sie immer, allzeit. Ich ging gern zu ihr. Den Zehner erbat ich vielleicht nur 3, 4 Mal. Ich war gut erzogen.


Auf dem besagten Foto ist auch die Urgrossmutter zu sehen, “Laale” nannten sie sie. Das war wie ein Eigenname.
Sie war wie eine Art Fels. Breitbeinig stand sie auf den Fotos da, wie ein Urgestein, wie jemand eben, der all dies Leben um sich rum “zu verantworten hatte”.
Laale lernte ich nie kennen. Ich muss 1 oder 2 gewesen sein, als sicher mal ihr Blick auf mir geruht hatte.
Da bin ich eigentlich sicher.

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