Querbindiger Fallkäfer

Nach einer etwas mässigen Fototour dann das:

Was suchte der Fallkäfer auf meinem Baumwollhandschuh? 🙂
Fäden zupfen?!

Irgendwann hatte der Winzling jedenfalls genug und flog davon.

Ich sagte danke für die schöne Begegnung 🙂

Vierfleck/Appearance of four-spotted kimmer

Gestern am Teich angekommen, zeigte sich der Vierfleck von seiner besten Seite.

Arrived at the pond yesterday, the four spot skimmer showed its best side.

Ein schöner Rücken kann auch entzücken

Von vorne lies er sich dann nicht mehr fotografieren. Meine Präsenz nahm er – nun als störend – wahr und kehrte nicht mehr zum Stängel des Eisenkraut zurück.

Then he could not be photographed from the front. He perceived my presence – now as disturbing – and never returned to the verbena stem.

… und tschüss! … and goodbye

Erinnerungen einer Nation

Dank Christiane geht es munter mit den Etüden weiter.
Die Wortspende stammt diesmal von Herr Stepnwolf vom Blog Weltall. Erde. Mensch…und Ich. Sie lauten:

Reagenzglas
übermächtig
vergessen.

Ich versuche mich diesmal mit einer sehr mageren Buchrezension, denn es gilt ja, die 300-Worte-Regel nicht zu überschreiten…

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Neil MacGregor, Gründungsintendant des Humboldt-Forums, versucht in dem Buch “Erinnerungen einer Nation” anhand meist künstlerischer Artefakte, deutsche Geschichte nachzuzeichnen.
In 30 Kapiteln untersucht er sehr präzise und mit tiefer, vorurteilsfreier Einscht, was es eigentlich heißt, Deutscher zu sein.
Auch wenn man geschichtlich schon gut bewandert ist, verhelfen diese Schritte durch die Epochen zu einem umfassenderen Verständnis des Deutschtums.

MacGregors Blick durchs Reagenzglas oder Brennglas erweist sich als ein sehr abgeklärter Blick, ohne Vorurteile und sieht Europa als Ganzes.

Man liest vom sehr prägenden Bauernkrieg und der machtvollen Hanse. Von den Preussen und der Auflösung dieses Reiches.
Die Geschichte der Juden in Deutschland wird nicht vergessen und ausgespart. Mein Titelbild von Rudolf Arnheim, den ich mal skizziert hatte, mag als Referenz an dieses Kapiel dienen.
Luthers Übersetzung der Bibel wird beleuchtet, auch der Versuch, dies in England gleich zu tun, wird gestreift.
Gutenberg’s einmaliges Genie, die bisher schon zur Verfügung stehenden handwerklichen Fertigkeiten so zu bündeln und komprimieren, daß ein Serienbuchdruck von Büchern möglich war, beeindruckt. Seine Erfindung war ein Multipliaktor hohen Ausmasses für die Verbreitung von Wissen.
Riemenschneiders Kunst wird ein ganzes Kapitel gewidmet. Ebenso natürlich darf Dürer nicht fehlen, dessen Signum oft kopiert wurde. Gegen Kopien seiner Werke hatte Dürer wenig, nur die Kopie seines “AD”-Zeichens, die sties ihm sauer auf.
Der übermächtige Goethe darf in der geschichtlichen Betrachtung nicht fehlen.
Und natürlich darf auch Käthe Kollwitz und Ernst Barlach nicht fehlen. Barlachs schwebender, pazifistischer Engel mit dem Gesicht von Kollwitz wurde in der NS-Zeit zerstört. Nur durch eine damalige heimliche Kopie hat dieses Werk überlebt und hängt nun gleich an 2 Orten in Deutschland.

Die wichtige Bauhausbewegung klingt im Buch mehrmals an.

Die Phase von Napoleons demütigenden Siegen Anfang des 19. Jahrhunderts bis zur Gründung des deutschen Kaiserreichs 1871 wird eingehend beleuchtet.
Vergessen wurde wenig in diesem kenntnisreichen Buch.

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300 Worte