Franz und Xaver im Wald

Zeichnung aus einem Notizbüchlein, “Endlosschleife”

Danke an Christiane , die die Etüden, an denen ich gerne teilnehme, verwaltet.
Die Wortspende stammt diesmal von kommunikatz.
Folgende Worte sind zu verwenden:

Pilze
traurig
schlafen

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Die beiden alten Freunde Fanz und Xaver im Wald. Als sie so bedächtig und schweigend nebeneinander hergehen, stellt Xaver plötzlich eine Frage:

Franz: Denkst Du, daß der Mensch vernünftig ist?

Xaver: Oha, was für eine unerwartete Frage!

Franz: Schon, aber meinst Du, hat er eine Begabung zur Vernunft? Das frage ich mich nämlich des öfteren.

Xaver: Wenn Du mich fragst, dann hörst Du eher Pilze wachsen”

Franz: Diese Entschiedenheit bei Dir macht mich jetzt traurig! Wie kannst Du das so hart formulieren?

Xaver: Die Vernunft ist eben schlafen gegangen, vermutlich schläft sie schon, seit es die Menschheit gibt. Aufwachen gelingt immer mal ab und an für ein Stück, dann ist aber wieder Ruh.

Franz: Du scheinst mir aber ein starker Pessimist zu sein, mein lieber Xaver. Das gefällt mir rein gar nicht.”

Xaver: Du hast mich gefragt, dies ist meine Meinung. Überzeuge mich, daß es anders ist!

Und so gingen sie weiter, immer wieder dabei stehen beleibend. Was sie einander sagten, weiß ich nicht, da ausser Hörweite.

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Nebenmonde

Die unten gezeigte große Kissing-Number (je Kugel 15 cm Durchmesser) hatte ich ja unlängst geschaffen.

The final work

Bei diesem kleinen Projekt hatte ich statt der benötigten 13 Kugeln ganze 16 als Vorrat gebildet, um bei technischen Fehlern nicht aufgehalten zu werden.
Nur eine der 16 verhunzte ich beim Zusammenbau der Kissing number ein wenig. Mit dieser etwas beschädigten Kugel hatte ich noch 2 Kugeln übrig.
Was nun also tun mit den 3 Restkugeln?

Ich habe sie nun dekorativ einfach ein wenig weiter gearbeitet.

Diese Monde mit Ring kann ich als Elemente auf eine Strange im Garten zusammen mit anderen runden/eckigen Stücken auffädeln. Mond 3 hat kein oberes Loch, wäre dann also das Schlussstück.

Giacomo

Zeichnung aus einem Notizbüchlein, nicht extra für diesen Artikel

Danke an Christiane , die die Etüden, an denen ich gerne teilnehme, verwaltet.
Die Wortspende stammt diesmal von kommunikatz.
Folgende Worte sind zu verwenden:

Pilze
traurig
schlafen

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Wenn Hans und Fritz mit Giacomo beim Schorsch Schafkopf spielten, schaute ich immer mal gerne ein wenig zu.
Der alte Giacomo hielt mit den Einheimischen mit, wenn sie kurze, stoßartige Bemerkungen zum Spiel machten. Ich verstand kaum etwas, da nicht vom Ort, Giacomo aber war überhaupt nicht zu verstehen.
Man trank Bier. Giacomo verlangte meist “Noch ens, a Pilz“. So klang es zumindest.
Zweieinhalb Stunden sassen sie zusammen.
Hans meinte als erster, daß er jetzt schlafen gehen müsse. Fritz schloss sich an: “Ja, es ist an der Zeit! Der Tag war lang. Gemma.”
Und liesen Giacomo alleine mit seinem Pils.
Der wurde allmählich ganz traurig in seiner Ecke.
“Woas is denn”, meinte Schorsch, als Giacomo zahlen wollte.
“Nix is. Schur gut”, meinte er. Zahlte und ging.
Zum Schorsch sagte ich, als Giacomo weg war: “So kenn ich den Giacomo net”.
“Ja, er vermisst seine Heimat, jetzt wo die Trude nicht mehr ist. Seine Heimat ist weit unten, in den Bergen. Er hat mir davon erzählt, wie es da war, als er noch Kind war. Eine ganz andere Zeit.”

*