Kissing gate

Vor vielleicht 17 Jahren hörte ich auf einer CD von Sam Brown den Song “Kissing gate”.

Was war unter diesem Begriff zu verstehen?
“Meet me at the kissing gate”! Das klang wie der Aufruf zu einem Stelldichein, zu irgendeinem Tor, da wo sich Liebende gewöhnlich treffen.

Durch die damalige Recherche sties ich recht mühsam auf die Bedeutung des “Kissing gate”. Heutzutage wirft Dir das Internet ja sofort die Bedeutung entgegen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kissing_gate

Es handelt sich also um ein Tor zu einer Viehweide. Menschen können auf die Weide und die Tiere können durch dieses spezielle Tor nicht raus.
Der Song hatte also keine romantische Bedeutung, wie ich dachte, sondern eine anti-romantische. Es ging um Trennung, nicht um ein Stelldichein.

Analysen

Analysen

Meine Zeit der engagierten Beschäftigung mit Schach liegt schon eine gute Weile zurück.
In den 80ern und noch Anfang der 90er spielte ich in den 3 höchsten Klassen.
Je höher man spielte, umso zäher waren die Kämpfe, leichte Fehler oder falsche Auffassungen einer Schachstellung führten in den Mannschaftskämpfen oft zu langanhaltenden Verteidigungssituationen.
Dieses sportliche Element hatte was für sich – zäh war ich ja schon immer.
Was ich aber im Grunde noch mehr schätzte und was ich später in meiner langen schachlich inaktiven Zeit  vermisste, waren die Analysen der gespielten Partien mit den Kameraden bzw. Gegnern direkt nach den Mannschaftspartien.

Diese gemeinsamen Analysen verbreiterten oft das Verständnis der „erlebten“ Stellungen. Eine etwas andere Auffassung oder Kenntnislage, die emsige Suche nach der Wahrheit bereicherte. Man war ja auch immer gesteigert aufmerksam nach der Partie – das half. Es wurde meist nicht vorschnell geurteilt, wohlwissend, daß sich die Wahrheit nicht so leicht erhaschen lässt.

Dieser intensive Austausch fehlt mir jetzt, weit mehr als der sportliche Aspekt des Spiels.
Doch wenn ich nachfühle, waren diese gemeinsamen Analysen immer recht selten.
Aber ich empfinde sie jetzt als sehr wertvoll. Mehr vielleicht als damals.
Teures Fohlen

Teures Fohlen

Dieses Bergziegenfohlen kostete mich was!

Ich hatte es in einem Kurs aus sogenanntem Paperclay gefertigt – was sehr dünne Strukturen erlaubt, wie etwa die Beinchen und die Hörner. Das ganze Tier wiegt auch nur ein paar Gramm, weil es zudem hohl ist, selbst die Hörner und Beinchen sind hohl.

In freudiger Erregung über die neuen technischen Möglichkeiten fotografierte ich es, ohne zuvor ausreichend meine Hände zu reinigen.
Die kleine Kamera musste eingeschickt werden – ich hätte auch meinen Park an ausrangierten Geräten erweitern können, doch wollte ich diese andere Möglichkeit mal ausprobieren. Zu vertretbarem Preis (etwa 35% des Kaufpreises) habe ich nun die Kamera zurück und fotografierte oben damit die schon längst gebrannte Figur.
Unten das unschuldige Fohlen, erst gerade zusammengefügt – Die Kamera wusste noch nichts von ihrem “Unglück”.

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Gottfried Schatz

Durch Zufall sties ich Anfang 2015 auf einige Essays des Biochemikers Gottfried Schatz in der NZZ. Diese Essays erklärten in unnachahmlicher Weise einige wissenswerte Dinge aus dem Bereich Biologie und angrenzender Wissenschaften. Staunen machten mich oft die nicht selbstverständlichen und nicht naheliegenden Zusammenhänge zum jeweiligen Thema. Das machte Appetit auf Wissenschaft und das sollte es auch: Schatz hatte es sich zur Aufgabe gemacht, zu vermitteln, die Schönheit der Wissenschaft an den Mann zu bringen.

Leider ist Gottfried Schatz 2015 gestorben.

 

Seine bewundernswerten Essays finden sich bei der NZZ und bei Scienceblog.at

Zum Kobalt, einem unverzichtbaren und sehr ursprünglichen Spurenelement im menschlichen Körper, schrieb er einen besonders aufregenden Artikel:

http://scienceblog.at/der-kobold-mir-%E2%80%94-was-das-kobalt-unseres-k%C3%B6rpers-von-der-geschichte-des-lebens-erz%C3%A4hlt

Winter

Der Winter wehrt sich

gegen seinen Kehraus

Noch will er nicht weichen

Hält halsstarrig fest.

Verklebt sich ins Gestern.

Doch nagt unerbittlich

Die Wärme des Tages an seinem Leib

Bald wird er gehen müssen

Man wird sich nicht erinnern

Wie und was er war.

Öffnung

Öffnung

Mir geht es so und vielen anderen auch:
Der Frühling ist heiß ersehnt und man zählt schon die Tage, an denen man sich nach Belieben wieder draussen aufhalten kann.
Gestern nutzte ich die wohltuende Sonne, um am Waldesrand durch trockenes Gestrüpp einen kleinen Spaziergang zu machen. Die Erde zwischen dem Gras war rutschig und erlaubte nur aufmerksames Gehen, aber selbst das war ein Genuß.

So wird wohl jetzt jeder neuer Tag von mir dahingehend wahrgenommen, was er zu der schlussendlichen Öffnung hin zum Frühling leistet.

Offthesky “Silent went the sea”

Offthesky “Silent went the sea”

Ich wurde auf den Künstler Jason Corder aufmerksam, nachdem ich mir CDs eines gewissen “Juxta Phona” besorgt hatte und dann feststellen durfte, daß sich inter diesem Alias jemand verbirgt, der ausser diesem auch noch weitere, u.a. einen mit “Offthesky” benutzt, hinter dem sich ein völlig anderer musikalischer Output verbirgt als der des “Juxta Phona”.
Unter “Offthesky” brachte er 2016 “Silent went the sea” heraus.
Hier ein visualisiertes Stück von Mioke:

 

Ausserdem hier ein Mitschnitt von einem Festival in Colorado 2012, auf dem Jason Corder performt hat und das einen Eindruck von seiner Arbeitsweise abliefern mag: