Schnellste Anpassungen (1)

In den letzten Wochen und Monaten sties ich auf einige Meldungen in Wissenschaftsjournalen, die von sehr schnellen Anpassungen der Natur auf veränderte äussere Umstände berichteten.
So etwas ist immer ungewöhnlich, lässt sich nicht allein durch Evolution erklären, sondern nur durch z.B. epigenetische Anpassungen, durch die Arten recht rasch reagieren können.
In loser Folge möchte ich 4 solcher Berichte nach und nach vorstellen.

  1. Bestimmte städtische Unkräuter entwickelten (in Rekordzeit) schwerere Samen, der direkt neben ihnen zu Boden fallen kann.

http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/1009706/

 

Thomas Bayrle: Call me Jim

Im MMK Frankfurt fiel mir erstmals deutlich das Werk von Thomas Bayrle auf.

Vor seinem Bild, “Call me Jim” (siehe unteren Link des MMK-Frankfurt), von 1976, das ich schon von früheren Besuchen her kannte, blieb ich lange stehen und ergründete die Technik, mit der er das Bild aufgebaut hat.

http://mmk-frankfurt.de/de/sammlung/werkdetailseite/?werk=1979%2F2

In sehr geduldiger und wohlüberlegter Weise ordnete er seine Strassen mit den Auto-und Bahnzügen an, Stück für Stück. Diese Methode, kleinste Elemente aus offenbar vielfach kopierten Modellautozeichnungen,  durch Klebung aneinanderzureihen, das gefiel mir ausserordentlich.

Das Bild selbst spricht zwei Sprachen: Es zeigt den Horror auf unseren Verkehrswegen, es zeigt aber auch, daß dies zu einem Stück Natur geworden ist. Dies gehört zu uns und hat sogar Ästhetik.

 

Susumu Yokata – Laputa

laputa

Erst vor kurzem bin ich auf den japanischen Elektronik-Produzenten Susumu Yokata aufmerksam geworden.
Seinen Longplayer von 2002, “The boy and the tree”, fand ich vorzüglich. Sehr eingängig, kraftvoll, intelligent.
Auf der Suche nach weiterem Material erfuhr ich mit einiger Pein, daß der sehr umtriebige Künstler leider 2015 verstorben ist. Er wurde nur 54 Jahre alt.

Auf discogs kann man den Umfang seines Outputs einsehen.

https://www.discogs.com/de/artist/368-Susumu-Yokota

Sein Album von 2003, Laputa, habe ich mir nun ebenfalls zugelegt.
Es strotzt nur so von Einfällen. Es vermeidet die Gattung “Noise”, mit der ich so manchmal  garnichts anfangen kann, sondern verbleibt in weitgehend harmonischen Spären.
Ein Fest für die Ohren, ohne beliebig zu sein.

Auf Youtube gibt es reichlich Material zu seinen Arbeiten.