Das eckige Wort

Christianes Etüdenaufruf verlockt eins ums andere Mal.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Schildkröte
großzügig
flehen
enthalten.

Die Wortspende für die Textwochen 44/45 des Jahres 2022 stammt von Natalie mit ihrem Blog Fundevogelnest.

*

“Der Professor braucht ja ewig für sein Buch, Paul!”.

“Eckehard, da musst Du schon großzügig sein. Gut Ding will Weile haben”.

“Mir kommt das Schreibtempo fast wie das einer Schildkröte vor.”

Eckehard! So darfst Du nicht urteilen! Und wenn Du auch dreimal am Tag flehst, so ein Werk braucht nun mal seine Zeit!
Schliesslich müssen all die Gedanken handfest und überzeugend sein,stringend einer Linie folgen.

Aber ich habe mal in seine Aufzeichnungen geguckt, als er nicht da war. Da verstehe ich keinen Satz!

Eckehard, das darfst Du nicht! Bloß weil er bei Dir wohnt, hast Du dazu kein Recht!

Ja schon, aber ich war sooo neugierig!

Neugierig, neugierig, neugierig!? Buuuh!

Jaaaa..aber zurück dazu, Paul, daß ich seine Sätze nicht verstehe.

Man muss halt von Anfang an einsteigen, wenn man einen Text verstehen will.
Ich jedenfalls fange damit erst gar nicht an!

Waaas! Wie meinst Du das, Paul? Verstehe ich wirklich nicht. Du hast doch zuhause eine ganze Ecke mit philosophischen Büchern!

Eckehard! Hast Du da etwa auch geguckt?

Nun ja, ich wollte doch sehen, was Du liest, Paul!

Eckehard, die Bücher hatte ich geerbt. Da gucke ich nie rein!

Aber wieso hast Du sie denn da stehen?

Mensch! Hast Du mal was von Raumausstattung gehört? Du liest doch auch diese Journale beim Arzt oder?!

Da gucke ich nie rein, Paul!

Ja, in was guckst Du denn überhaupt rein, Eckad! In was, in was?!

Nenn mich doch nicht Eckad!…Meist schaue ich TV oder Videos. Eher hauptsächlich Videos.

Und wieso willst Du dann den Professor verstehen, Eckehard?

Weil ich auch mal was anderes sehen will – ausser immer das Viereck.

Eckehard, aber ein Buch hat auch vier Ecken!!

Aber das kann ich weglegen – etwa in eine Bücherecke.

Eckehard, unsere Diskussion wird immer eckiger.
Ich hätte Lust auf ein Bier! Du auch?

300 Worte



Hurdles

Da ich seit wenigen Monaten in einer Klade Tagesnotizen verfasse,
in einer Klade, in der ich 93 anfing und 95 aufhörte,
sties ich auch auf kleine Karrikaturen, die ich Mitte der 90er fast tagtäglich machte.
In einem sehr kleinen Büchlein.

Das Büchlein passte in jede Jackentasche, da konnte ich immer drin zeichnen, wenn ich es wollte.

Nachgereicht

Nachzureichen zum vorherigen Post war noch dieses Foto der Mosaikjungfer.

Sie drohte hier zu entfleuchen, kaum hatte ich sie gesichtet und erste Fotos gemacht.

Doch Gottseidank entschied sie sich dann doch fürs Bleiben.

Dadurch war es mir möglich , das Wesen aus mehreren Winkeln zu begutachten, auch wenn das Gestrüpp ringsum eine ganz klare Sicht schwer zulies.
Ich war es dann, der irgendwann genug hatte, nicht das Insekt. Entgegen üblicher Tradition machte ich nicht noch Reserveaufnahmen. (Bis dato hatte ich vielleicht nur ein – oder zweimal überhaupt vorzeitiges Aufbrechen bereut gehabt).

Wie erleichtert ich doch gewesen war, den Weg zum Teich nicht umsonst gemacht zu haben.

Von meinen Gedanken während des Wegs dorthin, über gymnasale Erlebnisse und Arbeitswelterlebnisse berichte ich ein anderes Mal. Kaum zu glauben jedenfalls, welche Erinnerungen da hochkamen.
Insofern war das mit der Libelle nur ein Zubrot.
Reich bestückt ging ich den langen Weg zum Auto zurück.

Tusch: Die Mosaikjungfer

Ja, so nennt sich eine bestimmte Libelle, die ich an einem schmalen Teich in der Nähe von Lohr a. Main fotografieren konnte.

Ganz schön bunt ist sie, das kann sie kaum verstecken.

Turnübungen inclusive

Auch mal ausgestreckt 🙂

Dieses Schwingen ihres Hinterleibs, wie eine Begleitmusik.

Ich hatte sie urspr. als Quelljungfer bezeichnet, weil ein Schild darauf hinwies. Nun scheint es eine Mosaikjungfer gewesen zu sein und die fliegt auch noch im Oktober.