Noch immer gehe ich zeichnen. Zwar nicht regelmässig, aber doch öfters. Beim obigen Event entschied ich mich kurz davor, doch hinzufahren. Besonders gut aufgelegt war ich nicht, aber darauf kommt es auch nicht an.
21 Zeichner waren vor Ort. Es tut einfach gut, mit ihnen zusammen dieser Leidenschaft zu frönen.
Die Sonne schien von früh an und lies nicht mehr locker. Und es war zudem Sonntag. Kein Wunder, daß sich Kind und Kegel aufmachten, die gängigen Orte aufzusuchen, wo man nach Herzenslust flanieren konnte. „Veitsbach“, wie Veitshöchheim von Einheimischen manchmal genannt wird, zeichnet sich da in mancherlei Hinsicht aus. Da ist zunächst der Rokokogarten mit Barockschloss, ein Weltkulturerbe. Davon wusste ich vor 35 Jahren noch nichts. Bis dann in einer TV-Serie über die europäischen Kunstepochen ausgerechnet dieser Garten erwähnt wurde. Es ist schon merkwürdig, seine (weitere) Heimat nicht richtig zu kennen. Hätte mich damals jemand zu „Veitsbach“ befragt, wäre mir wenig zu diesem Städtchen eingefallen. So mancher Bekannte aus meinem Umfeld hätte dann wohl gesagt: “Typisch für solch einen heimatlosen Gesell!”
Nun waren wir also an besagtem Sonntag im Rokokogarten, aber die kleine Stadt war mächtig voll und so zog es uns bald an den Main, wo man zusehends einsamer flanieren konnte, je länger man unterwegs war. Die Sonne hatte ordentliche Strahlkraft. Die Bäume dort am Main, u.a. riesige Schwarzpappeln, die Kirschpflaume und hohe Weiden machten schon etwas her. Noch dazu war schon Huflattich am Wegrand zu finden, der Frühling war also schon ordentlich zugange. Dazu der Main als treuer Wegbegleiter. Wir gingen eine lange Strecke. Auf dem Rückweg machte ich auf einer Bank Rast und schlief sogar selig ein.
Beim Abendbrot dann beglückwünschten wir uns zu dem schönen Tag, der doch zunächst im überfüllten Städtchen nicht so berückend gewirkt hatte.