Tagesgedanken XXXVIII

Es gibt Möglichkeiten für mich, gewiß, aber unter welchem Stein liegen sie?

Ein Satz von Kafka in seinem Tagebuch.

So, wie es aussah, lag unter keinem Stein etwas. Aber hatte er alle geprüft?!
Der Gedanke, Kraft seines Geistes all die Untiefen in sich meistern zu können, ist verlockend, aber zum Scheitern verurteilt. So viele hatten schon ähnliches versucht.

Am besten ist: Man hat keine Probleme.

*

Freut mich und macht mich traurig, denn ich habe nichts.

Ein Gedanke von Kafka, der eine Einladung von Robert Musil zu einem Literaturmagazin bekam.

Der Gedanke, nicht zu genügen , ist mir aus meiner eigenen Kindheit bekannt. Als mein Kunstlehrer häusliche Arbeiten von mir sehen wollte, überfiel mich ähnliches Grauen.

Die Frage der Präsentation

So manches Objekt, hier ein schweres, aus einem Möbiusband entwickeltes Objekt, ist nicht optimal präsentiert.

Dieses hier ruht auf einer Zementplatte, dicht am Boden.

Es braucht definitiv einen höheren Stand.

Auch meine Kleinköpfe, an die hundert oder mehr, brauchen vermutlich eine Treppenpräsentation: In diversen Ebenen präsentierte Köpfe von murmelartig bis groß.

Man könnte da endlos daran feilen, etwa wie Franz K. an seinem Bau (gleichnamige Erzählung) und nie ganz zufrieden sein.

Wie stabil sind Insekten?

Vor drei Tagen wischte ich eine winzige Blattwespe aus meinem Haar. Sie landete dabei auf dem Tisch.

Das tat mir leid. Ich dachte, daß einiges kaputt sei.
Ich hievte das Insekt auf ein Stückcken Pappe und trug es nach draussen.

Doch das Insekt kam auf dem Lorbeer wieder zu Kräften:

Und war bald wieder bereit zum Abflug:

Unglaublich!

Gute Ausbeute

Eine ganz feine Blattwespe ist mir am letzten Tag des März 2024 untergekommen.

Aglaostigma aucupariae

Diese Blattwespe war gut zu bestimmen. Andere Blattwespen nur sehr schwer:

Den Namen dieser am 27.3. fotografierten Blattwespe konnte ich trotz zahlreicher Versuche und, trotz ihres Kleinseins guter Fotos, nicht ermitteln.