Category: Persönliches

Zu Besuch beim “Bachler Sepp”.

Während unseres kürzlichen Urlaubs in Südtirol war ich neben Wanderaktivitäten auch darauf aus, Museen bzw. Sammlungen zu besuchen.
Eine dieser Sammlungen gehört dem 85-jährigen Josef Frei alias “Bachler Sepp” .
Seit frühester Kindheit an Mineralien und später auch noch an Insekten interessiert, vermachte er in späten Jahren seine Funde dem Ort Schenna.

Erst das dritte Mal an Ort und Stelle bekamen wir Einlaß in diese Sammlung, denn diese ist nur 2 Stunden in der Woche zu besichtigen.
Der ältere Herr zeigte uns auf unseren Wunsch hin besonders die Schmetterlinge und Käfer, die übrigens allesamt in Tirol zu finden sind. Lediglich ein fremd erscheinendes Exemplar war darunter, aber nur deswegen, weil dieser Schmetterling mittlerweile in Tirol heimisch ist. Ansonsten ist wohl alles erfasst, was sich her finden lässt.

Was der lebenslange Sammler zu erzählen hatte, war – in unseren Augen –  ausserordentlich! Leider blieb uns nur eine Stunde Zeit, sodaß wir über die Lebensweise der Tiere und Josef Frei’s Erfahrungen mit ihnen nur punktuell etwas erfuhren.
Bezeichnend für mich war, daß er während unserer Anwesenheit einen winzigen Schädling  (“Feind”) in einem der ansonsten sehr dichten Schaukästen ausmachte und ihn sachgerecht an die Luft beförderte.

Der “Bachler Sepp” stammt aus einfachen Verhältnissen, mauserte sich aber, neben all seiner Berufstätigkeit vor Ort als Schuster und Maurer, zu einem gefragten Sachverständigen, was Insekten und Mineralien betraf. Seine Frau hatte offenbar bei allem Verständnis für ihn, etwa wenn er nachts auf der Suche nach besonderen Faltern war.

Hier ein paar Kostproben aus den Schaukästen:

 

Der erwähnte Exot, Philosamia Cynthia:

Bachler2

Der Perlmutterfalter! Dieser Name verbindet mich mit meiner Kindheit.

Bachler3

 

Bachler4

Bachler5

Bachler6

 

 

Kurze Anmerkungen zu Woyzeck

Im Stadttheater Würzburg lief gestern Abend “Woyzeck” von Büchner. Ein gut inszeniertes Stück.

Ich hatte ja Kinskis “Woyzeck” noch etwas im Ohr, diese ewige Geschichte des geplagten Individuums. Ein Individuum, das rangniedrig, deswegen einiges zu erdulden hat und daran zerbricht.

Die saddistische Ader in uns, dieses Gefallen daran, Leute, die sozial tiefer stehen, auszunutzen, auf sie herabzusehen und sich ihr Leid zunutze zu machen, ist so universal wie sonst etwas.
Von Primaten wissen wir von den Rangordnung der Tiere und wie Frustrationen, erlitten durch die höher stehenden Tiere, an die niederen abgeleitet werden, die sich wiederum Individuen aussuchen, an denen sie ihre Frustration auslassen können.

Gegen diese Impulse können wir nichts, doch haben wir einen Intellekt, der uns aufzeigen kann, wie mit diesen Impulsen umzugehen wäre. Näher hinschauen, reflektieren…anders kann es nicht gehen. Wenn es denn geht.

Ausstellungswochenende

Aus1Samstag und Sonntag war unsere Werkstatt geöffnet. Das Wetter war am Sonntag famos.
Samstags waren es nur gut eine Handvoll Besucher, am Sonntag 20 – 30.
Spannend war es, viele Gespräche, alte Freunde und ganz neue Gesichter.

Es lohnte sich.

Weitere Bilder folgen…

 

Paper-Porzellan-Kurs mit Otakar Sliva

Gerade komme ich von einem Paper-Porzellan-Kurs mit Otakar Sliva zurück.

Der Werkstoff Porzellan ist durch Beigabe von Zellulose  recht stabil und lässt sich trocken und feucht verarbeiten. Dünnwandiges ist damit möglich!

Im Grunde ging es  um das Kennenlernen des Werkstoffs und der Möglichkeiten. Praxis muss zuhause sein, aber erste Grundsätze blieben haften.

Meine Ausbeute vom WE ist gemischt. Zwischendurch war ich persönlich recht unzufrieden – der anberaumte Stier gelang mir nicht. Dafür gelang mir danach wieder anderes ganz ordentlich.

Hier also die ganz rohen Versuchsstücke:

 

Fusch

Der Fisch als erstes Objekt

Kopf

Das Köpfchen als letztes, aus reinem Porzellan diesmal. Es ging hier um die zweckmässigen Schritte, angefangen von einer Doppeleiform bis hin zur Haargestaltung.
Otakars System überzeugte.

 

Ausbeute

Mein Sammelsirium ( ausser dem rechten Krokodil ).
Die drei unteren Objekte sind Studien für etwaige geometrische Objekte. Das Türmchen rechts (aus 5 Winkeln) mit gerade mal max. 1,5 mm dicken Blättchen erwies sich als stabil. Ich trug es mit zwei Fingern am oberen Winkel durch den Raum!!

In der Mitte der geometrischen Objekte ein Gebilde aus 4 gewellten/gebogenen Rautenformen…typisch für mich (keine einzige gerade Linie). Ich will so etwas mit mehr technischer Sicherheit hinkriegen.