Category: Makrofotografie

Eine Sinnestäuschung (2)

Am 6. November 2021 gelangen mir trotz trübem Tag Aufnahmen einer winzigen Bohrfliege,
genauer der Margariten-Bohrfliege.

Bei näherer Betrachtung des Fotos auf dem Buldschirm schien es mir, als hätte das Auge ein Lederballmuster.
Kann das denn sein?

Letzthin zeigte ich in dieser Reihe ein Foto von einer merkwürdig erscheinenden Wespe:

Vespula vulgaris mit einem scheinbar geöffneten Hinterleib. 22.10.2021

Tête-à-Tête

Am Rainfarn tut sich immer was…

Siphona geniculata , eine Raupenfliege (max. 6,5 mm) , mit einer deutlich kleineren Vertreterin wohl der gleichen Art.

Aufgenommen am 31.10.2021

Unscheinbar oder doch nicht

Viel scheint dieser Tage nicht auf dem Rainfarn los zu sein! Oder??

Nur kleine Fliegelein, lohnt sich nicht zu fotografieren!

Wirklich??

Ich bin mal dieser Fliege “näher getreten”…

Sapromyza hyalinata – Faulfliege (auch Polierfliege genannt)
Streifen auf den Augen hat sie auch.
Also doch interessanter als der 1. Blick vermuten lies…

Fotos vom 2.11.2021

Rotbeinige Holzschlupfwespe

Am letzten Tag des Oktobers fand ich an fast jedem zweiten Pfosten eines Grundstücks im Wald diese Holzwespe.

Zwei Stacheln?! Aufklärung unten…
Fast schon grazil, dieses Tierchen

Ein letztes Foto dieses Tierchens

Zu lesen ist hier:

Die Weibchen können mit ihrem Geruchssinn Insektenlarven tief im Totholz aufspüren. Sobald ein Opfer lokalisiert ist, positioniert sie sich genau und richtet sich mit ihren langen Beinen schräg auf. Dann sticht sie mit ihrem langen Legebohrer, der aus der Scheide geklappt wird, durch das Holz und legt ein Ei in das Opfer. Der Legevorgang kann abhängig von der Holzart und -stärke mehrere Minuten bis zu einer Stunde dauern.

Und hier:

Die Weibchen, das sind die Exemplare mit dem langen Anhang, laufen auf den Stämmen umher und tasten fortwährend mit ihren langen Fühlern deren Oberfläche ab. Plötzlich verharren sie auf einer Stelle und die Verlängerung ihres Hinterteils entpuppt sich als der Schutz eines Legestachels. Es ist eine feine Scheide, die das über körperlange Legewerkzeug schützt. Dieses misst gut Zentimeter, das Weibchen erreicht dadurch eine Gesamtlänge von über 7 Zentimetern.

Der dünne Legestachel – er ist nicht dicker als eine Nähnadel – wird an einer bestimmten Stelle auf das Holz aufgesetzt und dann beginnt ein schwieriger Vorgang. Der Legestachel wird langsam ins Holz „gebohrt“, bei einigen Exemplaren verschwindet er komplett im Stamm. Es steckt eine enorme Kraftanstrengung dahinter, manchmal heben sich die Hinterbeine vom Stamm ab und können sich erst nach längerer Zeit wieder ankrallen, wenn der Stachel tiefer ging.

Es ist kein eigentlicher „Bohrer“ dieser Legestachel, sondern er besteht aus zwei feinen Stechborsten, die abwechselnd in das Holz gestoßen werden. Ihre Spitzen sind sägeförmig ausgebildet und die Innenseiten sind mit feinen Schaufeln versehen welche das entstehende Sägemehl heraus befördern, welche Leistung der Natur!

Bis zu einer halben Stunde kann solch ein Vorgang dauern. Doch was oder wen das Holzschlupfwespen-Weibchen ansticht, muss man in der Literatur nachlesen: Es hat mit seinen feinen Sinnesorganen beim Abtasten des Stammes die Larve einer Pflanzenwespe geortet. Diese ist holzbewohnend und  wird jetzt zielgenau anvisiert und mit einem Ei belegt. Die kurze Zeit später schlüpfende Larve der Holzschlupfwespe frisst den „Wirt“ auf und lebt dann ihrerseits im Holz. Sie verpuppt sich dort auch und das fertige Insekt nagt sich im kommenden Sommer aus dem Stamm heraus an die Oberfläche, vorausgesetzt er wurde noch nicht verarbeitet.