
Nur kleine Fliegelein, lohnt sich nicht zu fotografieren!
Wirklich??
Ich bin mal dieser Fliege “näher getreten”…



Fotos vom 2.11.2021
Category: Makrofotografie

Nur kleine Fliegelein, lohnt sich nicht zu fotografieren!
Wirklich??
Ich bin mal dieser Fliege “näher getreten”…



Fotos vom 2.11.2021
Am letzten Tag des Oktobers fand ich an fast jedem zweiten Pfosten eines Grundstücks im Wald diese Holzwespe.



Ein letztes Foto dieses Tierchens
Zu lesen ist hier:
Die Weibchen können mit ihrem Geruchssinn Insektenlarven tief im Totholz aufspüren. Sobald ein Opfer lokalisiert ist, positioniert sie sich genau und richtet sich mit ihren langen Beinen schräg auf. Dann sticht sie mit ihrem langen Legebohrer, der aus der Scheide geklappt wird, durch das Holz und legt ein Ei in das Opfer. Der Legevorgang kann abhängig von der Holzart und -stärke mehrere Minuten bis zu einer Stunde dauern.
Und hier:
Die Weibchen, das sind die Exemplare mit dem langen Anhang, laufen auf den Stämmen umher und tasten fortwährend mit ihren langen Fühlern deren Oberfläche ab. Plötzlich verharren sie auf einer Stelle und die Verlängerung ihres Hinterteils entpuppt sich als der Schutz eines Legestachels. Es ist eine feine Scheide, die das über körperlange Legewerkzeug schützt. Dieses misst gut 3½ Zentimeter, das Weibchen erreicht dadurch eine Gesamtlänge von über 7 Zentimetern.
Der dünne Legestachel – er ist nicht dicker als eine Nähnadel – wird an einer bestimmten Stelle auf das Holz aufgesetzt und dann beginnt ein schwieriger Vorgang. Der Legestachel wird langsam ins Holz „gebohrt“, bei einigen Exemplaren verschwindet er komplett im Stamm. Es steckt eine enorme Kraftanstrengung dahinter, manchmal heben sich die Hinterbeine vom Stamm ab und können sich erst nach längerer Zeit wieder ankrallen, wenn der Stachel tiefer ging.
Es ist kein eigentlicher „Bohrer“ dieser Legestachel, sondern er besteht aus zwei feinen Stechborsten, die abwechselnd in das Holz gestoßen werden. Ihre Spitzen sind sägeförmig ausgebildet und die Innenseiten sind mit feinen Schaufeln versehen welche das entstehende Sägemehl heraus befördern, welche Leistung der Natur!
Bis zu einer halben Stunde kann solch ein Vorgang dauern. Doch was oder wen das Holzschlupfwespen-Weibchen ansticht, muss man in der Literatur nachlesen: Es hat mit seinen feinen Sinnesorganen beim Abtasten des Stammes die Larve einer Pflanzenwespe geortet. Diese ist holzbewohnend und wird jetzt zielgenau anvisiert und mit einem Ei belegt. Die kurze Zeit später schlüpfende Larve der Holzschlupfwespe frisst den „Wirt“ auf und lebt dann ihrerseits im Holz. Sie verpuppt sich dort auch und das fertige Insekt nagt sich im kommenden Sommer aus dem Stamm heraus an die Oberfläche, vorausgesetzt er wurde noch nicht verarbeitet.



Zwar hatte ich einiges fotografiert an einem sonst trüben Tag des 23.10.2021, aber dieser “Braten” kam mir zum Schluss gerade recht.
Ein Tier mit toller Zeichnung. Wieso es gerade da Platz nahm? Um den Wettergott um besseres Wetter zu bitten?
Wer weiss.
Heute ist wieder ein Fenster offen.


Auftritt für die Kleinen und Winzigen wie der Staublaus Graphopsocus cruciatus