
Ein Vogel bewacht mein Röhrenobjekt.


Er ist wie eine Fliegenklatsche, dieser kleine Vogel, lässt keines der Biester in meine Keramikröhren.
Denn, wenn ich an den Röhren lauschen möchte, was sie mir melden, vom Untergrund her, dann will ich nicht durch ein Konzert der Quälgeister gestört werden. Dieses Gesumme stört den Kontakt.
Im Regen höre ich nicht an den Röhren. Ich denke, daß sie dann auch nicht richtig funktionieren.
Letztes Jahr habe ich ein Eigentor geschossen, als ich meine Röhren ganz woanders aufbaute, nämlich direkt am Zaun. Der Nachbar schnippelt und tut ja beständig im Garten. Täglich fast, manchmal frühs, manchmal mittags, manchmal abends und manchmal praktisch ständig!!
Das vermengt einfach Erdgeräusche mit menschlichem Tun, reinste Willkür. Also stehen meine Röhren jetzt im Hof, ziemlich davon abgeschirmt.
Letzthin war starkes Wetterleuchten. Da konnte ich sehr viel in den Röhren wahrnehmen. Das war ein Zauberspiel!
Die Gletscherschmelze, jetzt viel in den Medien, meine ich auch manchmal wahrzunehmen. Ob das jetzt der Similaungletscher war, der ob der verlorenen Wassermassen aufstöhnte oder ein anderer, viel weiter entfernter, kann ich nicht sagen. Hans, wenn er vom Biertrinken kommt, stöhnt auch ähnlich, aber das würde ich merken. So sehr kann ich mich nicht täuschen. Schliesslich höre ich schon viele Jahre an den Röhren.
Nur soviel, um mich auch mal etwas zu beweihräuchern, eine Christiane aus Hamburg, wo es ja viel Wasser gibt, liest meine Berichte immer kleinteiligst und fügt sie in ihre Etüdensammlung ein. Werner und Eckad auch, denke ich.
Nun, jeder wie er kann und mag! 🙂




