Category: Gesellschaftliches

Ed Atkins im MMK Frankfurt

Die sehenswerte Ausstellung des Engländers Ed Atkins im MMK Frankfurt war rätselhaft und zugleich faszinierend und beschäftigte mich noch eine gute Weile.

Seine zwei Filme, von denen einer im unteren Stockwerk auf 5 großen Standwänden zeitgleich gezeigt wird, während der andere im 1. Stock auf 3 kleineren, im Dreieck aufgehängten  Leinwänden zu sehen ist, ziehen den Betrachter in den Bann.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 3.2.–14.5.2017.

Hier erzählt er im Ausstellungsfilm des MMK in knapper Form über dieses Projekt “Corpsing”:

Aki Kaurismäki: Die andere Seite der Hoffnung

 

Der vielfach gepriesene neue Film des Finnen Aki Kaurismäki , den ich mir unlängst ansah, erwies sich als sehr sehenswert.

In verschrobenen und skurillen Bildern behandelt der Film die europäische Flüchtlingsproblematik vermittels einer fiktiven Geschichte in Helsinki.
Scherenschnittartig, komödiantisch, trocken und lakonisch erzählte der Film auf zunächst zwei Ebenen über “Flüchtlinge”:

Der spät-mitteralterliche Wikström, der aus seiner Ehe und – in einem Schwung – seiner bisherigen Existenz als Hemdenhändler (!) ausbricht und flüchtet, trifft durch Zufall in seinem Hinterhof auf den syrischen Flüchtling Khaled, der sich der Abschiebung widersetzt hat.
Beide Flüchtlinge arbeiten ab da zusammen, in einer von Wikström zuvor gekauften Wirtschaft.
Diversen Widrigkeiten zum Trotz schafft es Wikström – mit einer gewissen Sturheit, seiner angeschlagenen Existenz und derselben seiner Mitarbeiter, zu denen nun auch Khaled gehört, eine Zukunft zu schaffen. Er schafft es sogar, die noch lebende Schwester von Khaled zu ihrem Bruder zu bringen.
Doch spielte die omnipräsente Fremdenfeindlichkeit ganz zum Schluß des Filmes entscheidend hinein, sodaß offen blieb, ob es wirklich ein Happyend gibt.
Wenn man aber die immer wieder im Film – unerwartet – auftauchenden hilfsbereiten und selbstlosen Menschen ansieht, dann muß man eigentlich an ein positives Ende glauben.

Die slapstickartigen und minimalistischen Szenen des Films betörten mich. Die seltsame Kombination von Depression, Komik, Hoffnung, Lebenskraft und Fadheit, das ergab eine ungewohnte Melange, die mich dieser dadurch sehr speziellen Kunstform gewogen machte.

 

Werner Finck

Werner Finck

Ich sties vor kurzem wieder auf den Kabarettisten und Schauspieler Werner Finck, der mir seinerzeit, in den frühen Siebzigern, in seiner Wesensart ausgesprochen gefallen hat. Ich besitze auch sein Buch “Alter Narr, was nun?”.

Hier ein schönes Gespräch mit Friedrich Luft:

https://www.youtube.com/watch?v=oyFOYMW8b2c

Ich möchte nach und nach an einige Schauspieler erinnern, die auf mich in den 60ern und 70ern erheblich Eindruck gemacht haben.

Tanz im Theater Schweinfurt

Im zweiten Jahr nutzen wir jetzt schon ein Abonnement für jeweils 6 Vorstellungen zeitgenössischen Tanzes im Theater Schweinfurt.

Am Freitag, 15.12. war die Formation Danza Contemporanea de Cuba zu Gast.

Die drei gezeigten Inszenierungen waren ganz unterschiedlich.
In der ersten,”Reversible”, stand für mich sinnliches Werben und Geschlechterspiel im Vordergrund. So wie diese Phänomene des Menschlichen dargestellt wurden, hatte es fast philosophische Qualität, jedenfalls für mich. Die Akteure übergaben sich einer Lebens-,Liebes- und Geschehensform, die für sich genommen nahrhaften und guten Inhalt bedeuten und dem Leben Sinn geben kann, weil es “erfüllend” ist im Sinne des Menschlich-typischen.

Der zweite Part war eine langsamer getanzte tieftraurige Geschichte. Einzelne Tänzer schienen am Schluß Tränen im Gesicht zu haben, für mich erstaunlich wie tief so etwas greifen kann.

Der dritte Part bestand aus improvisierten Paartänzen, die jeweils einander überschneidend, wunderbar schwungvoll von den einzelnen Paaren dargeboten wurden. Es wirkte wie ein unausgesetzter Reigen. Vermutlich war dieser so angelegte 3. Part nach dem Vorgängerteil nötig.
Das Tänzerische war kraftvoll-geschmeidig und von manchmal für mich überraschenden “Moves”  durchsetzt. Wie mir eine Tänzlehrerin, die ich dort traf, beschied, waren die tänzerischen Elemente aus reiner Improvisation gewonnen.

Das Ensemble bekam langanhaltenden Applaus, wie oft in Schweinfurt. Zudem stand man fast geschlossen auf, um die Magie zu würdigen, der man gewahr wurde.

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