Category: Etüden

Horst sein Garten

Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Für zwei weitere Wochen stehen Christianes neue Etüden an.
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Dackelfalten
fruchtig
scheppern

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Meinen Nachbarn Horst sehe ich oft seinem Garten.
Ich mag ihn, er ist so rechtschaffen und grüsst mich auch immer freundlich , wenn er mich bei seinem Tun bemerkt.

Letzthin ging ich wieder an seinem Zaun vorbei, da war er wohl zu vertieft. Ihn direkt anrufen wollte ich auch nicht. Das verbietet sich ja fast.
Zuhause angekommen, hatte ich plötzlich Lust auf einen fruchtigen Weisswein. Der schmeckte so gut, ich nahm mir noch einen und dann noch einen.

Was war denn bloss los mit mir??? Am frühen Abend solch eine Lust aufs Geniessen? Was beschäftigte mich denn gerade jetzt?

So beim Nachgrübeln fiel mir auf, daß Horst so etwas wie Dackelfalten aufwies. Nie so etwas an ihm bemerkt all die Zeit. Sonst war er ja immer aufrecht, diesmal aber so gebückt dastehend – und irgendwo auch bedrückt.

Sicher, seine Trude ist nicht einfach, aber scheppern habe ich noch nie was drüben gehört.

In letzter Zeit, so fiel mir jetzt auch ein, war Horst viel in Wald und Flur unterwegs. Er kam meist spätnachmittags von seinen Touren zurück.

Ich sollte ihn mal ansprechen!!
Horst tut mir einfach leid. So ein famoser Mensch! Ich mag ihn! Nie hatte ich Probleme mit ihm und immer wechselten ein paar nette Worte über den Zaun. Einfach wundervoll das!

Ich weiss natürlich nicht, wie er und sie zuhause sind…
Das kann ich nicht wissen und will es im Grunde auch nicht, nicht mehr vom ewig Gleichen…

Ah, der Weisswein tut guuut!


Set vor traumhafter Kulisse

Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

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Dackelfalten
fruchtig
scheppern

Diesmal eine Musiketüde…gibt es so etwas überhaupt?

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Spätabends sitzen wir oft vor dem TV und sehen uns Konzertvideos an.
Oft sind es auch DJ-Auftritte von mir bekannten oder unbekannten Künstlern.

Da sind alle möglichen vertreten, von ganz jungen DJs oder gestylten Ladies über altgediente Hasen. Kürzlich sah ich sogar einen mit einem schaukelnden Maskottchen mit witzigen Dackelfalten auf dem Pult .

Manchmal scheppert es in diesen Sets technoid daher, ruppig und laut. Solange die Mixtur dabei nicht zu eintönig (oder einfältig) wird, mag ich auch das Rauhe, das energievoll Vorwärtstreibende.
Die Schauplätze für die Sets sind dabei oft exotisch: Auf einer Bergspitze, wo ein 007 gedreht wurde. Oder in Armenien auf einem Kultberg oder vor der Kathedrale in Chartres.

Henrik Schwarz, der vor der Kathedrale im Mai 2019, hat in seinen Sets seit jeher viel eigenes Material verwoben. Ich würde das Set vor der Kathedrale als Ethno-Techno bezeichnen. Es wirkt irgendwie fruchtig, es hat Elemente, die auf anderen Festivals nicht greifen würden. Es sind auch eigens französischsprachige Elemente dabei, “es ruckelt nicht” und ist mehr auf Harmonie getrimmt.


Neben all der unterschiedlichen Musik, der man in den genannten Videos begegnet, bietet es sich für mich an, die Künstlernamen zu zeichnen. Das bekommt dann einen eigenen Schwung und macht mir zusätzlich Freude..

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Für Interessierte: Das Set findet man auf Youtube unter

Henrik Schwarz live at Cathédrale de Chartres in France for Cercle


Nicolas

Quelle: Pixabay; Bearbeitung von Christiane

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Klassenkeile
schwammig
trödeln.

Diesmal eine Musiketüde…gibt es so etwas überhaupt?

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Nicolas Jaar ist mittlerweile 31.

Der Chilene, lebhaft in NY, ist ein Musikproduzent.
Schon im Alter von 13 Jahren (!), wo andere noch in Klassenkeile verwickelt waren, spielte er irgendwo in Chile sein erstes (AUFGEZEICHNETES) Live-Set. Das ich natürlich besitze!
Seit gut 10 Jahren verfolge ich seine Musik.

Er wurde damals vor 10 Jahren regelrecht gehypt, weil er eher langsame elektronische Musik produzierte und nicht die technoiden, schnellen Klänge, die damals en vogue waren.

Seine Musik war und ist nie schwammig, sondern originell.
In seiner Karriere trödelte er nie. Mit gerade 31 hat er schon einen sehr vielfältigen Output hingelegt und allerlei Kooperationen ausprobiert.

Sein Album Telas, das er im Herbst 2020 vorlegte und dem ich eine Zeichnung unten widme, weicht wiederum sehr von seiner bisherigen Musik ab. Er ist weiter am Feilen und was er produziert, wird wohl nie langweilig werden.

Das ist gut so, denn wahre Künstler bleiben nicht stehen.

Das “T” habe ich extra in der Schwebe gehalten…

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Das mit der Anziehungskraft

Quelle: Pixabay; Bearbeitung von Christiane

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Klassenkeile
schwammig
trödeln.

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Sie fand den dicken, schwammigen Horst, der bei Klassenkeile meist den Kürzeren zog, offenbar klasse. Ausgerechnet die Klassenschönste Renate hatte einen Blick auf ihn geworfen. Warum, da herrschte bei mir reichlich Unverständnis.

Horst war einer, der meist trödelte. Er erledigte seine Arbeiten fast immer auf den letzten Drücker. Das allerdings war bemerkenswert, denn in den letzten zwei Nächten vor der Abgabe so aufs Gas treten zu können, das war phänomenal.
Als ich ihn einmal in einer solchen Phase um Rat fragte, hatte er trotzdem 15 Minuten für mich.

Seine abgelieferte Arbeit dann fand ich eigentlich nicht besonders, eher mittelmässig. Dennoch bekam er ansprechende Noten. Auch das ist etwas, was ich kaum nachvollziehen konnte.

Sein Selbstbewusstsein war immer völlig intakt. Seine Ungepflegtheit interessierte ihn nicht und auch nicht die abschätzigen Blicke auf der Strasse. Zahnlücken, fettiges Haar, so what?!
Vielleicht war es seine Unabhängigkeit, die Renate gefiel. So könnte es gewesen sein.

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