Category: Etüden

Die Laale

Quelle: Pixabay, bearbeitet von Christiane

Für zwei weitere Wochen stehen Christianes neue Etüden an.
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Dackelfalten
fruchtig
scheppern

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Vor ein paar Tagen brachte mir eine Nachbarin Fotos von einer Hochzeit von vor 70 Jahren vorbei.

Darauf zu sehen war meine Großmutter mütterlicherseits, von der ich ab und an einen Zehner erbat, um mir Süssigkeiten davon zu kaufen. Ob es damals schon fruchtige Zuckerschlangen gab, weiß ich nicht. Ich schielte immer nach den gelben Zucker-Dottereiern. Aber Stäbchen gab es gewiss, das weiss ich wohl, diese harten Dinger, die man auch lutschen konnte.
Meine Grossmutter ging zweimal am Tag in die Kirche. Sehr sehr früh und dann nochmal abends.
Da konnte es scheppern, egal was auch immer, das lies sie nie aus, daraus bezog sie ihre Kraft.

Sie wirkte immer sehr ausgemergelt. Man konnte sagen, sie hatte Dackelfalten vor der Zeit.
11 Kinder und das Baugeschäft ihres Manns.
Gütig war sie immer, allzeit. Ich ging gern zu ihr. Den Zehner erbat ich vielleicht nur 3, 4 Mal. Ich war gut erzogen.


Auf dem besagten Foto ist auch die Urgrossmutter zu sehen, “Laale” nannten sie sie. Das war wie ein Eigenname.
Sie war wie eine Art Fels. Breitbeinig stand sie auf den Fotos da, wie ein Urgestein, wie jemand eben, der all dies Leben um sich rum “zu verantworten hatte”.
Laale lernte ich nie kennen. Ich muss 1 oder 2 gewesen sein, als sicher mal ihr Blick auf mir geruht hatte.
Da bin ich eigentlich sicher.

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Lange zurück

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Dackelfalten
fruchtig
scheppern

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Damals hatten wir alle noch keine Dackelfalten.
Das war in den Endachtzigern, da war ich in einer “Schachgemeinde” unterwegs. Das waren meist Studenten, aber auch jüngere Leute, die in der Stadt wohnten.

Davon träumte ich in einer der letzten Nächte.

Anfang der Neunziger verlor ich den Kontakt zu dieser Gruppe.

An einen jungen Mann aus dieser Gruppe konnte ich mich in den Träumen erinnern: An einen gut aussehenden und korrekten jungen Mann, der aber auch irgendwie unklar war.
Damals trank ich noch garnichts, auch keine fruchtigen Cocktails. Mit Alkohol hatte ich da absolut nichts zu tun.
Andere schon und nicht zu knapp.

Gescheppert hatte es damals, als in einem wichtigen Mannschaftsspiel der Teamleiter völlig übernächtigt erschienen war. Er riss die ganze Mannschaft mit.

Nach einiger Zeit wechselte ich den Klub.
Gab aber bald danach Schach ganz auf, letztlich für 6, 7 Jahre.


Und warum träume ich von diesen so ungemein fern zurück liegenden Zeiten??

Weil diese Begegnungen so fern zurückliegen wie die aktuellen Begegnungen aus 2018, 2019 und frühem 2020.

All das Umfeld aus kulturellem Tun in unserer Stadt ist wegen Corona komplett weggebrochen. Nicht mehr da. Nicht mehr existent. War nicht. Ist nicht! Ausgelöscht.

Diesen Umstand erlebte ich in einer uralten Erinnerung vom Ende der Achtziger.

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Nöte

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Dackelfalten
fruchtig
scheppern

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Auf meine kleine Wanderungen nehme ich ab und an Joghurts mit, meist die fruchtigen.
Und natürlich meine Kamera.
Noch nie ist sie mir zu Boden gescheppert, doch letzthin geschah es fast:
Feldern entlang einen Hang hoch sah ich Wintermücken an einem dunklen Busch schweben. Obwohl ich wusste, dass die Fotos nichts werden würden, konnte ich nicht umhin, das Geflunker zu fotografieren. Waren ja eh nur Pixel, also nicht weiters schlimm.

Plötzlich sehe ich, wie jemand mich zu fotografieren versucht.”Ich nehme Sie jetzt auf!”, sagte der etwa gleichaltrige Mann in seinem Garten auf mich herab. Meine Dackelfalten, wenn ich sie gehabt hätte, wären noch faltiger geworden!
“Hier in der Umgebung wurde schon oft eingebrochen”.

Ich entgegnete: “Ich fotografiere doch nur die Wintermücken unterhalb ihres Gartens”.

“Finden Sie das nicht komisch, was Sie da anführen”?, meinte er.
Um ihn zu beschwichtigen, gab ich ihm meine Telefonnummer.

Meine Frau meinte zuhause: “Siehste, nicht nur Du hast Ängste”.
Ja, Ängste gehören zu mir, damit hat sie recht. Schon als Kind hatte ich immense Ängste vor Wespen, das wurde schon panisch und vollkommen irrational. Deswegen musste ich sogar eine Klasse wiederholen! Man glaubt es nicht, wie arg das war!

Also:

Irgendetwas an dieser Geschichte ist erlogen. Aber was nur? 😉

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More success

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Dackelfalten
fruchtig
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“Komm, Gerhard, ich will Dir doch nur aufzeigen, was Du besser machen kannst! Mit deinen Krabbeltieren und dem Keramiktrödel lockst Du doch niemand vor die Kiste!”
Heinz war wirklich energisch, er wollte mir was für meinen Blog anbieten.

“Aber Heinz, mit Katzenfotos und Dackelfalten kann ich doch keinen Staat gewinnen. Und fruchtige Rezepte habe ich auch nicht auf Lager, ich kann grad ein paar wenige Dinge am Herd”.

“Was ich Dir vorschlagen möchte, da würden die Zahlen nur so scheppern. MENSCH! Du würderst Dich vor Likes kaum mehr retten können. Dann würdest Du sogar für die Werbebranche interessant!
Na, wie wäre es mit einem deftigen Zubrot da?”

Heinz bringt mich zum Schwitzen. Wirklich!
Irgendwo war da ein Haken, ich spürte es. Trude war auch nicht da, um mir beizustehen.
Ich möchte Heinz ja folgen, lieber heute als morgen.
Was mache ich nur???
Mein Widerstand ist keiner, ich habe keine Argumente mehr.

Ein nevtötendes Piepen links von mir ist zu hören. Der Kühlschrank!
“Du Heinz, wart mal, ich muss den Kühlschrank vom Bier her zumachen!”
Aber wo ist denn der? Wooo ist denn der!!? Alles umgestellt seit gestern. Schrecklich! Nichts findet man.
Und es piepst und piepst!
Heinz scheint es zu amüsieren.

Jäh fahre ich plötzlich hoch, der verdammte Wecker, der bringt mich noch um den Verstand!
Alles nur geträumt.

Und eines weiss ich jetzt sicher in meinem verschwitzten Sosein:
Ein Heinz kommt mir nicht ins Haus! Und der Blog bleibt so, auch wenn es links und rechts rauskrabbelt!

*