
Aufgenommen 2018 in Schenna, Südtirol
Author: kopfundgestalt

Aufgenommen 2018 in Schenna, Südtirol

Einen Text in Christianes neuen Etüdenaufruf bringe ich hier ein.
Mein max. 300 Worte umfassender Text soll die Worte
Museum
biografisch
erinnern.
enthalten.
Wortspender ist in diesen 2 Wochen ist Erinnerungswerkstatt.
*
Während eines Urlaubs in Südtirol vor etwa 4 Jahren besuchte ich dort ein kleines Museum.
Es handelte sich um eine Mineralien- und Insektensammlung. Sie gehörte Josef Frei alias “Bachler Sepp” .
Seit frühester Kindheit an Mineralien und später auch an Insekten interessiert, vermachte er in späten Jahren seine Funde dem Ort Schenna.
Was der lebenslange Sammler zu erzählen hatte, war ausserordentlich! Er erinnerte sich an manchen Fund, verknüpfte diesen mit biographischen Anekdoten.
Wie ich jetzt hatte er früher auch Insektenfotografie betrieben, aber diese Leidenschaft dann auf andere Dinge verlagert.
Die Zeit im Museum war knapp bemessen. Es hatte nur für 2 Stunden die Woche auf.
Der “Bachler Sepp” stammte aus einfachen Verhältnissen. Neben seiner Berufstätigkeit als Schuster und Maurer entwickelte er sich zu einem gefragten Sachverständigen, was Insekten und Mineralien betraf. Seine Frau hatte offenbar bei allem Verständnis, gerade wenn er nachts auf der Suche nach besonderen Faltern war.
Dieses Fasziniert- und Fokussiertsein in seinem Leben kann ich gut nachvollziehen.
Wer die folgende etwas längere Erzählung nicht lesen möchte, dem sei verraten, daß in ihr von einer schadhaften Lieferung die Rede ist, die uns 4 Tage in Trapp gehalten und dabei einige Nerven gekostet hat. 🙂
Also im Einzelnen
Wir bekamen dieser Tage 3 Tonnen Ton angeliefert: Zwei Tonnen für den Eigenbedarf und eine zur Weitergabe an ein befreundetes Institut.
Je Tonne sind es 100 “Hubel”, also in Plastik abgepackte 10 kg-Portionen.

Diese Hubel mussten wir per Hand in den Keller verbringen und dort sauber und fachmännisch aufstapeln.
(Sie müssen dazu am besten quadratischen Querschnitt bekommen, gerade wenn sie etwas aus der Form geraten sind.)
Nachdem wir etwa 15 Hubel in den Lagerraum verbracht hatten, stellten wir fest, daß einige der Hubel Löcher im Plastik aufwiesen und zwar meist an der Naht. Bemerkt man diese Löcher nicht, werden die Hubel allmählich trocken und sind im Prinzip nicht mehr verwendbar.

Meine Frau entschied , die Löcher mit Klebband zu verschliessen – und wenigstens eine Tonne, also eine Palette, runterzutragen. (Sie wollte die Paletten einfach vom Carport weg haben. Auch wegen möglichem Frost.)
Von den 100 Hubeln waren aber sicher 90 % nicht o.k. Also kleben, kleben, kleben.
Also: Es wurden die 100 Hubel runter geschafft.
Zwei Helfer zum Transportieren hatte ich schon wegen des Malheurs abgesagt gehabt, ein dritter war aber schon per Zug auf dem Weg. Und half dann mit.
Nach den ersten 100 Hubeln prüften wir zu dritt Palette 2. Auch da waren 90 % beschädigt, wenn auch es kleinere Löcher waren, aber das macht physikalisch keinen Unterschied zu grossen Löchern.
Meine Frau entschied nun, diese 100 Hubel auch herunterzutragen und im Lageraum sauber zu verkleben, bevor sie verschichtet wurden. Nach 8 Stunden Arbeit insgesamt war alles soweit erledigt. Körperlich hatten wir keinen Schaden davongetragen, aßen danach noch nett beim Inder und brachten unseren Helfer noch pünktlich zur Bahn.
Die 3. Palette, die wir weitergeben werden, hatte ich stichpunktartig geprüft. Da schienen mir die die Falze der Nähte 1 – 2 mm länger. Also diese Palette paletti 😉
Meine Frau schreibt heute oder morgen eine Mail an die Firma. Sie ist mit ihr ansonsten in sehr gutem Einvernehmen. Bin gespannt, was da rauskommt.
Update:
Auch die dritte Tonne war nicht in Ordnung. Falsche Ettiketten diesmal.
Durch mehrfaches Gegenchecken dann die erlösende Erkenntnis:
Das Richtige drin!
Und die Abholer dieser 3. Tonne kamen ein zweites Mal vorbei, mittlerweile kenne ich sie alle beim Namen, alle vier, nett sind sie und verständnisvoll…
Prozente gab es auch von der Firma für unsere ganze Unbill. Der zuständige Mann war warmherzig und entschuldigte sich vielmals, also ist das Ganze abgehakt.
Meine erste Doppelwandgefäss-Arbeit mit schräg eingelegter Schale von 2014

Durchmesser 22 cm
Die Glasur war mir damals nicht völlig gelungen, deshalb glasierte ich es dieser Tage neu:





Der Aufwand hat sich gelohnt, Glasur passt!
Ausgehend von dieser Arbeit habe ich in den Jahren nach 2014 vielleicht noch weitere 9 Variationen angefertigt.
Teils um einiges grösser (bis zu 43 cm Durchmesser) und dann auch mit zwei oder drei (!) Innenschalen statt einer – und sogar invers, also die zweite Schale um 180 Grad gedreht.
Das Thema war für mich ,wie meist, nach 1, 2 Arbeiten ausgereizt, meine Frau wollte aber mehr.
Das Argument, daß das, was man technisch gut bewältigt, in Variationen weiter treiben sollte, zog bei mir zunächst kaum.
Serien mochte ich nicht.
Aber im Prinzip hatte sie recht, man sollte alle Möglichkeiten ausloten.
Vielleicht fällt mir zum Ende von 2021 oder im Frühjahr 2022 eine neue Variation ein.