Month: December 2021

Der Bewegungsneurotiker

Diese hier haben unter Garantie wenig Bewegung

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Auf einem kleinen Spaziergang traf ich meinen alten Nachbarn.
“Immer unterwegs?!”, meinte ich.
“Ja, ich bin gerne draussen. Meine Frau nennt mich einen Bewegungsneurotiker. Sie geht kaum nach draussen!”.

Ich selbst bin nur mässig unterwegs diese Tage. Gerade mal zum Efeu des Nachbarn – und dann wieder zurück.
Aber es gab Zeiten, da war ich mindestens 5 x die Woche spätnachmittags unterwegs, direkt nach der Arbeit. Meine Nachbarn sahen mich praktisch täglich hoch zum Wald gehen, es war immer die gleiche Strecke.

Das Gehen beruhigte mich, erdete mich auch ein wenig. Das war nötig, denn ich war oft nervös.
Ein, zwei Jahre vor diesem “neurotischen Spaziergehen” war ich ja eifriger Läufer gewesen, das tat mir ungemein gut damals. Federleicht und mit wenig Mühsal glitt ich die Anhöhen hoch.
Bis ich dann plötzlich Probleme bekam. Ich hatte keine Schmerzen, sondern nur ein merkwürdiges Gefühl ums linke Knie herum. Was es war, wusste ich nicht, aber ich gab das Laufen auf.
Ab und an lief ich noch, so einmal pro Monat, hatte dann aber immer leichtes Entzündungsgeschehen im Hüftgelenk.

Schweren Herzens gab ich das Laufen ganz auf, das war sehr sehr bitter, denn es war ein mächtiger Stein, auf den ich bauen konnte – ich war damals oft richtig glücklich gewesen.
Recht bald ging ich aber aufs Spazierengehen über, das war immer ohne Probleme und entschädigte mich etwas für den Verzicht. Bewegung an sich ist ja etwas Schönes.
Der notorische Spaziergänger, der ich war, ist nun ein Gelegenheitsspaziergänger geworden.

Eristalinus taeniops

Im Moment streife ich durch Bilder, die ich im Januar 2020 in Fuerteventura machte.

Diese wunderbare Fliege war an Kaktusblüten zu finden.
Ich erinnere mich, daß ich sie sogar Passanten zeigte. Denn ohne weiteres sieht man ihre Schönheit nicht.

Diese Fotos hatte ich mit einer kleinen Panasonic-Kamera gemacht, nicht mit meiner Spiegelreflexkamera.

Seltsamerweise finde ich diese Panasonic nicht mehr, sie hat nach der Fotografie von blauen Keramikköpfen offenbar blau gemacht und ist unauffindbar, schon lange Zeit.
Das muss ich so hinnehmen.

Bei 2 Grad am Efeu

Es war 2 Grad kalt, gestern, und ein wenig Sonne schien, also schaute ich beim Efeu nach, ob sich was regen würde

Ein paar Wintermücken waren trotz der Kälte aktiv, auch eine Spinne, die sich Beute erhoffte.
Der Spaß mit der Sonneneinstrahlung hielt aber nur eine gute halbe Stunde.

Mein letztes Foto von dieser Stipvisite gegen den hellen Himmel.

Immer wieder Zündstoff Hoffnung

Petra Pawlofsky hat ein liebenswürdiges Projekt gegründet, das das Thema Hoffnung trägt.

Dieses Projekt von ihr hat mich gestern animiert, aus Tonresten etwas zu bauen, das dazu beitragen mag:

Dieses schlanke Gefäß wird stabilisiert durch Stützen.
Diese Stützen sind durchaus jeweils voneinander verschieden. Sie stehen auch nicht in gleichem Abstand zueinander, aber alle tragen dazu bei, dass der Zylinder in der Mitte stehen kann.
Jede/jeder trägt bei. Weil er erkannt hat, daß dies Wert schafft.

Mit einem weiteren Rest schaffte ich ein luftiges Gebilde:

Diese spriessende Pflanze trägt!
In schönem Gleichklang streben die Stiele in die Höhe, ihr Abschluss symbolisiert gemeinsames Tun.
Und gleichzeitig wirken diese Stiele wie ein archaisches Symbol, in ihrer Einfachkeit und in ihrem liebevollen Gerichtetsein.
Dieses wohlgefällige Spriessen zeichne ich auch oft, fällt mir gerade ein.

Zum Abschluss eine Arbeit, die schon länger zurückliegt:

Eine Kammer, in der etwas sehr Zartes liegt, eine Samenkapsel!
In ihr ist alles, was das Leben braucht.
Möge Hoffnung weiter spriessen!