Omi ihre Decke

Für zwei weitere Wochen stehen Christianes neue Etüden an.
Die folgenden 3 Worte sind in einem Text von max. 300 Worten zu verwenden.
Die Wortspende ist diesmal von nellindreams.

Picknickdecke
verwegen
recherchieren.

“Du Omi, kann ich Deine Picknickdecke mit in den Wald nehmen?”, fragte Klein Fred.

“Du bist ja ganz schön verwegen, Fred”, meinte Omi Gertrud.
“Gibt es im Wald denn eigentlich Tiger?”, fragte Fred.
“Da brauche ich nicht zu recherchieren, Fred, die gibt es bei uns nicht!”
“Und was ist mit Wölfen?”

“Fred, wenn Du glaubst, es gibt Wölfe, dann gibt es sie. Wenn Du das nicht glaubst, sind einfach keine da! Punkt!
Die Presse erzählt ja immer so ein Zeug. Wenn Du geerdet bist, gibt es keine Wölfe.”

Opi Hans kam bei den letzten Worten herein und schalt seine Frau: ” Klar gibt es Wölfe, Gertrud! Die Medien haben davon berichtet! Du kannst doch Fred nicht solche Dinge erzählen!!”.

Jetzt war Fred ganz verdutzt. Omi und Opi stritten wieder miteinander.
Über Wölfe. Ob es sie gibt oder das nur Fake ist.


26 thoughts on “Omi ihre Decke

  1. Schön eingedampft aufs Wesentliche, meinen Respekt. Klar gibt es “Wölfe”. Wenn man “geerdet” ist, kommt man vermutlich/hoffentlich eher mit dem, was das bedeuten kann, klar. 😉
    Herzliche Abendgrüße! 😀

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  2. Bei uns im Wendland wäre die Auskunft der Grossmutter fahrlässiger esoterischer Unfug. Es gibt drei Wolfsrudel in den Waldgebieten des Landkreises mit insgesamt rund 30 Tieren, jedes Jahr ziehen die ausgeachsenen Jungen als “Halbstarke” auf der Suche nach einem neuen Revier auch durch die Landschaft dazwischen. Ich habe auch schon einen gesehen. Die Landwirte, deren Tiere gerissen wurden, wären auch erstaunt, jemand würde ihnen erzählen, es läge an der mangelnden Erdung.

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  3. Eine spannende philosophische Diskussion, die sich da entspannt hat in den Kommentaren: Was macht einen “Sachverhalt” zu einem “Sachverhalt”? Und wie “wichtig” und “gut” ist es, wenn über etwas in den Medien berichtet wird, das für die allermeisten wenig bis gar keine Relevanz hat, sie aber aufgrund der Meldungen plötzlich davon überzeugt sind, es hätte für sie ganz erhebliche Relevanz? (Irgendwo ist irgendjemand im Wald einem Wolf begegnet. Rein objektiv gesehen gibt es also Wölfe und damit auch eine abstrakte Gefahr. Aber ist das für Fred von irgendeiner Bedeutung?)

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      1. Vielleicht meint die Omi, wenn man geerdet ist, braucht man keine Angst zu haben, selbst wenn man einem Wolf begegnen sollte? (Denn der Mensch gehört nicht zu seinem bevorzugten “Beutetier”.) Wenn man allerdings große Angst hat vor dem Wolf, ist man nicht mehr entspannt im Wald unterwegs, verpasst alles Schöne, was dort zu sehen und zu erleben ist, weil man ständig nur angespannt nach einem möglichen Wolf Ausschau hält. Und WENN man ihm dann tatsächlich begegnet, greift er vielleicht auch noch eher an, weil er die Angst riecht.
        Die geerdete Omi will also, dass der Fred den Wald genießt :-).

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