Täuschungen im “Universum”

Im Science-Center Bremen, auch “Universum” genannt, sties ich auf diverse Spiele mit optischer Täuschung.

Das Bremer Kollektiv UrbanScreen hatte einen zylindrischen, auf zwei Ebenen zugänglichen Raum mit Täuschungen bestückt.

Man musste sich jeweils richtig positionieren, um die geometrischen Figuren, deren Elemente z. Teil über mehrere Treppenebenen optisch zusammengesetzt wurden, richtig ins Bild zu bekommen.

Im unteren Beispiel nahm ich nicht ganz die richtige Position ein. Ich hatte den Eindruck, daß meine Kamera in genau dem richtigen Kubikzentimeter positioniert sein musste. Etwas in die Knie, etwas nach links oder rechts, etwas nach vorn oder hinten, es war nicht ganz einfach.

Während der Aufnahmen war ich fast alleine in diesem Kabinett der geometrischen Figuren. Es konnte gut sein, daß man diesen Raum gänzlich übersah und nur als Verbindung zweier Räume im Stockwerk deutete.

Ich jedenfalls war auch knapp davor, den Zylinder flugs zu verlassen, da erinnerte mich eine geometrische Figur an einen Artikel von HJ Schlichting aus dem Januar dieses Jahres.

18 thoughts on “Täuschungen im “Universum”

    1. Ein Plus ist auch eine Irritation, die sich einstellen kann. Ist der Kreis real oder/und die Treppe?
      Wenn das Gehirn es nicht schaffen kann, dann kann durchaus Übelkeit eintreten – etwa in einem “gekippten” Haus (im Universum auch vertreten) mit schiefen Böden und Wänden, in dem der Gleichgewichtssinn was anderes meldet wie das Sehen, das partout eine normale Inneneinrichtung sehen will – dieser unüberbrückbare Konflikt führt zu Unwohlsein, jedenfalls bei mir.

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      1. Ja, so etwas gibt es auch im technischen Museum in Berlin. Ein Haus, was sich um die Besucher dreht, wo oben und unten verschwimmen. Es ist sehr beliebt bei Kindern.
        Ich hoffe, ich lande durch den Link nicht im Spam:
        https://technikmuseum.berlin/veranstaltung/?tx_dreipcems_events%5Bevent%5D=138&tx_dreipcems_events%5Bindex%5D=367178&tx_dreipcems_events%5Baction%5D=show&tx_dreipcems_events%5Bcontroller%5D=Event&cHash=1175911ac4042dfb628ef9f2646a1830
        🙂

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    1. Ja Ule, das war und ist ein feines Gesamtkunstwerk . Die zersprengten Zeichenfragmente wirkten auch für sich als abstrakte Auskleidung des spinnennetzartigen Treppenhauses , setzten sich magisch zusammen an jeweils ganz diskreter Stelle. Ohne den Hinweis von Fusspaaren auf den Treppen und den Böden hätte man sehr lange gesucht, um die Teile zusammenzukommen. Man hätte sie nicht wahrgenommen.
      Kaum zu glauben: dieses Netzwerk an Treppe und Zeichen wurde wohl meist nur als technischer Übergang von den Schauen auf unterster und mittlerer Ebene des Hauses angesehen.

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    1. Glatt möglich!
      Ich denke es war eine Art Vorsehung, dies zu entdecken.
      Irgendwer im Kollektiv wollte es der Neugier der Zutretenden überlassen, es zu entdecken. Zumal es ja zig Exponate gab im Haus, man geht an vielen achtlos vorbei, aus Erschöpfung oder Reizüberflutung heraus.

      Wir waren übrigens sechs Stunden vor Ort!!

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      1. Ich war 20 Jahre lang mit Studierenden jedes Jahr für einige Tage in europäische Science Center gereist (Paris, London, Winterthur, Prag …). Die Studierenden haben es höchstens 3 Stunden ausgehalten, dann lief bei ihnen bereits der Speicher über. Sechs Stunden ist wirklich eine beachtliche Leistung! 🙂

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  1. An den Artikel von Joachim erinnerte ich mich auch. Spannend! Man konnte den Raum übersehen, sagst du. Wie oft entgehen uns größere Formationen, weil wir entweder nicht den richtigen Standpunkt haben oder unsere Aufmerksamkeit durch das Kleinformatige, sofort Erkennbare abgezogen wird. ZB in der Politik, in en geschichtlichen Bewegungen. Oder sogar in unserer eigenen Biographie.

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    1. Die Aufmerksamkeit ist auf Gewohntes ausgerichtet. Der Raum sah eigentlich nur wie ein Übergang aus!
      Darüber hinaus ist das SEHEN in geschichtlichen, politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen abhängig von diversen Parametern.
      In der eigenen Biographie wird es Knoten geben, die man nicht erkennt/erkennen kann, es sei denn, jemand von draussen, dem man traut, schaut drauf.

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