

Wie bei 9 % der Männer wurde bei mir als junger Mensch eine Rotgrünschwäche festgestellt.
Meine Form heißt wohl Deuteranomalie und betrifft 5 % der Männer.
Frauen sind um den Faktor 10 weniger betroffen, da sie ja zwei X-Chromosomen aufweisen, was die Chance zur Korrektur eines Fehlers auf einem der X-Chromosome erlaubt.
Was soll ich dazu sagen?
Dieser Fakt hat mich dazu veranlasst, daß ich nicht Kunst studierte.
Gut oder schlecht?
Beim Kauf von Kleidung tue ich mich manchmal schwer, gerade bei den sehr modernen Mischfarben.
Im März bin ich mit meiner Frau an Hecken vorbeigewandert, wo sich grüne Zweige mit roten abwechselten. Mir fällt das gewöhnlich nicht auf – werde ich darauf hingewiesen, sehe ich den Unterschied allerdings dann doch deutlich.
Man sagt meiner Sehschwäche dafür grössere Teil-Empfindlichkeiten zu. Im Blaubereich soll ich angeblich differenzierter sehen, but who knows.
Als kleiner Knirps allerdings schockierte mich das Entdecken dieser Farbschwäche sehr. Es blieb als eine Unfähigkeit mental bei mir hängen, deshalb erinnere ich die Situation immer noch.
Übrigens: Bei den Fotos oben sehe ich deutliche Unterschiede, um gleich einem Irrtum vorzubeugen.

Hallo Gerhard!
Irgendwelche Schwächen oder körperliche Anomalien hat Jeder/Jede. Je mehr Ärzte man konsultiert, umso mehr “Krankheitsbilder” werden diagnostiziert, obwohl man beschwerdefrei ist. Dies räumen selbst Internisten ein.
Gruss schlagloch
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Du beschreibst ziemlich genau meine Situation. Ein klares Rot kann ich gut erkennen, ebenso wie ein klares Gruen. Also habe ich z.B. mit Ampeln kein Problem. Aber wenn ich hierzulande unterwegs bin und die schoenen Fruehlingsblumen sehe – oder eben auch nicht – dann merke ich diese “Schwaeche” ganz deutlich: die schoenen roten Indian Paintbrushes fallen mir in gruenem Gras kaum auf.
Fast ein Problem waere es bei meinen Segelscheinen geworden. Da war meine Farbtuechtigkeit gerade noch im Rahmen.
Als “Makel” habe ich es uebrigens nie empfunden, als hinderlich dagegen schon. Vieles in puncto Farbauswahl kann ich dann eben nur meiner Frau ueberlassen. Aber was soll’s. Sie ist ja gut darin. 🙂
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Frauen haben es ja nur, wenn jedes ihrer X-Chromosome betroffen ist.
Der Indian Paintbrush kann schon dem Grün recht nahekommen!
Soweit ich mich JETZT schlau gemacht habe, ist es bei mir so, daß von den vier Rezeptoren (1x rot, 3 x grün) der 2te Grün-Rezeptor eigentlich für Rot wertet, also eine Fehlfunktion. Dann gibt es ja noch solche Dinge wie ein Verkümmertsein des 2ten Rezeptors u.ä.
Wie Du empfinde ich es auch nicht tragisch, so ist es nun mal.
Meine Frau hat m.E. ein gesteigertes Farbempfinden, stärker wie andere Frauen. Die sieht Anteile von Farben in einer Hauptfarbe.
Mein Bruder ist übrigens rot-braun-blind 🙂 Was das genau heißt, weiß ich nicht, haha.
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Bei “klarem” Rot oder Gruen habe ich eigentlich nur auf grosse Entfernung Probleme, das zu unterscheiden. Aber selbst wenn ich schnell mit dem Auto unterwegs bin, erkenne ich die Farbe von Ampeln noch bei Weitem frueh genug. Aus meinem “frueheren Lebens” als Segler erinnere ich mich noch, dass ich ein Fernglas brauchte, um die Farben von gruenen und/oder roten Tonnen sowie Ampelsignale an Schleusen und/oder Bruecken korrekt auszumachen, wenn meine Mitsegler das schon mit blossem Auge konnten.
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Tja! Alles nicht so einfach.
Bei manchen Ampeln bin ich auch im Zweifel, gerade wenn das Ampellicht hell leuchtet.
Gottseidank kommt das eher selten vor.
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🙂
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Auch ich bin der Meinung, dass der Mensch, der unter einer ‘Schwäche’ leidet, oft mit einer ‘Fähigkeit’ in einem anderen Feld kompensiert. Das scheint bei dir mit deinen vielseitigen Talenten der Fall zu sein, lieber Gerhart.
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Danke für Deine Einschätzung, lieber Peter!
Jeder von uns versucht, besonders zu sein! Ohne Ausnahme!
Facetten deines Besondersseins hast Du uns ja gezeigt, etwa mit deiner besonderen Liebesgeschichte!
Gruß an Deine Frau!
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Habe deinen lieben Gruß an meine Frau weitergereicht. Danke!
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oh, das ist interessant… du siehst (bei rot/ grün) nur (grau?)abstufungen, oder?
wer weiß, wofür es gut war, dass du einen anderen weg gegangen bist als das kunststudium… und wer weiß – vielleicht kannst du tatsächlich dadurch andere farben noch differenzierter wahrnehmen als “normal”?
die natur hat eben so manche “laune”… 😉
liebe grüße!
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Rot und Grün sehe ich schon, aber es gibt Zwischentöne, da zweifele ich manchmal.
Das was Du meinst, ist völlige Farbenblindheit…aber das haben sehr sehr wenige Menschen.
Ich bin’s auch zufrieden. Andere haben auch angeborene Leiden wie Asthma. Da ist meine “Einschränkung” nun mal “ferner liefen”.
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ich finde das “rot” so toll, ich hoffe, du hattest einen guten Start in die neue Woche, Klaus?
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Doch, der Start war gut! Danke, Klaus!
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Schade, diese Entscheidung, das Studium betreffend! Finde ich, und du?
Gruß von Sonja
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Mit meinem geringen Selbstwertgefühl damals war das eine richtige Entscheidung. Denn davon leben ist eine andere Sache auch!
Künstlerisches lebe ich ja, das hat mich nicht gehindert 🙂
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Das erklärt mir ein bisschen deine “Strukturverliebtheit”.
Es gibrt so viele Stärken und Schwächen, die man im Laufe des Lebens an sich und anderen zu erkennen lernt und es nur als Vielfalt empfindet,, aber als Kind gehört zur Erziehung leider auch eine gewisse Gleichmacherei und das ersatzlose “Bemüh-dich-mehr” als Vorwurf. Wenn aber Bemühen nicht hilft, verursacht eigentlich erst das Aburteilen durch andere ein Gefühl des Nichtgenügens und macht den Erklärungsbedarf in manchen Situationen unangenehmer als nötig.
Das mit dem Füherschein bei der Bundeswehr verstehe ich nicht – Farbschwächen sind doch überhaupt der Grund dafür, dass Ampellichter unverwechselbar untereinander angeordnet sind und Verkehrszeichen von grafischer Eindeutigkeit, selbst wenn man nur schwarzweiss sähe.
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Danke für Deinen ausführlichen Kommentar 🙂
Das mit dem Rotgrüntest, das war damals so in der BW Regel, leider.
Neben meiner Rotgrünschwäche kann ich auch das “R” nicht richtig sprechen. Oder die Regionalprobleme mit S und Sch.
Meine Frau liebt die mannigfaltigen Erdtöne von Fuerteventura. ICH muß mich darauf konzentrieren, dann sehe ich das Spiel der Brauntöne. Aber ins Auge springt es mir nicht sofort.
Aber insgesamt hast Du recht mit der Kindheitsanalyse. Ich hatte ja mal “Die Milchflasche” veröffentlicht:
https://kopfundgestalt.com/2016/12/15/die-milchflasche/
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Sehr schön gesehen! So wird eine Schwäche zu einer Stärke!
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Als eine Stärke habe ich es nie empfunden, nur als einen Makel. 😉
Ich konnte so bei der BW auch keinen Führerschein machen.
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Solang du die roten nicht mit den grünen Parteien verwechselst, hat dein Problem, das, wie du sagst, 5% der Männer teilen, jedenfalls keinen politischen Nebeneffekt. 😉
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