Month: November 2016

Bergziege

Bergziege

In dem unlängst besuchten 3-tägigen Kurs von Otakar Sliva im Westerwaldmuseum fertigten wir auch eine Art Bergziege, die ich hier noch ungebrannt zeige.
Das besondere Material Paperclay erlaubte, den Ton auch in sehr unüblich dünner Weise “auszurollen”. Mit gewöhnlichem Ton wären die Hörner und  Beinchen dieses 19X19 Objekts nicht machbar gewesen. Man hätte dazu bestimmte Tricks anwenden müssen. Beim Transportieren und spätestens beim Brennen wäre aber dieser Versuch schief gegangen. Wie leichter Keks wären die Beinchen gebrochen. Die Hörner wären allein von ihrem Gewicht her an den Ansätzen oder in der Mitte gebrochen.

Paperclay ist eine selbst hergestellte Mischung aus Ton und Zellulose. Es verhält sich hier ähnlich wie mit dem Zubereiten eines Brotteigs: Man fertigt das Material selber, mit dem man dann ans Objekte-Erschaffen geht.

 

 

Stefan Goldmann A1

Dem Soundtüftler Stefan Goldmann bin ich schon vor einiger Zeit begegnet. Seine ausgezeichnete Arbeit “17:50” (2012) sowie “Live at Honen-in Temple” (2013) hinterlies einen starken Eindruck.  Offenbar prägte sich mir sein Name ein, sodaß ich, während ich mit den Outputs anderer Künstler “zu tun hatte”, bei Gewahrwerden einer neuen Veröffentlichung, der CD “Industry” (2014) sofort zugriff, ohne mir die Scheibe auch nur vorher anzuhören.
“Industry” reihte sich würdig in die Reihe seiner Veröffentlichungen ein. Goldmann wurde für mich zum “Big Name” in Sachen Electro.

Nun fertigte er für den Film “A1 – Ein Streifen Schweizer Strasse” den Soundtrack an.

Der Score beinhaltet 19 kurze Tracks.
Alle Tracks sind eigenständig, stehen für sich. Es ist keine Dance-Music, wenn auch Rhythmik eine Rolle spielt. Rhythmik , wenn sie auftritt, ist eher spielerisch im Einsatz.

Die Soundereignisse sind spannend , oft wohltuend in ihrer Entfaltung. Man kann sie bisweilen dem Ambient zuzuordnen. Nichts Schreiendes und Eckiges.
Die  Elemente seiner Musik muten “electro-klassisch”an, wie etwa der Rhythmus des Auf-Metall-schlagens in “Asphalt melt”.
“A-Drive” unterliegt einem straighten Rhythmus, dem diverse sich rasch abwechsende Beigaben rasch und fortdauernd auf die Beine helfen.
“Nightlights” wirkt lakonisch, wie auftauchende Lichter in der Nacht tönen immer wieder rasch abebbende Widerhalle auf.
“Constructor”, das 4. Stück, scheint die Flut des Verkehrs, den Stakkato des immer gleichen Auf und Abs auf den Strassen zu simulieren. Gleiches gilt für Track 9 “Inward Slope”.

Die 19 “Studien” der A1 sind wohl als eine Übersetzung des Gesehenen und Gehörten auf der A1 anzusehen. Anstatt Field recordings zu verwenden und sie anzureichern, zu verfremden und mit einem Puls zu versehen, bildet Goldmann das Wesen des Geschehens “neu” ab.

Ein Juwel in meiner Sammlung!

Begegnung an der Tanke

Gestern Abend war ich tanken und traf dabei im Laden überraschend einen guten Freund, mit dem sich gleich ein Dialog entspann.
Ich lies 2 Kunden vor und bezahlte so etwas später, um dann wieder draussen mit dem Gespräch weiter zu machen.
Jemand sprach mich plötzlich an, ob das mein Auto an der Zapfsäule sei. Er wolle auch tanken.
Die Art der Ansprache war sehr freundlich, der Mann war nicht verärgert.
Er mochte vielleicht 40 gewesen sein und schaute etwas fremdländisch aus. Sein Deutsch war aber perfekt, so daß ich schloß, daß vielleicht ein Elternteil von ihm aus einem anderen Land stammt.
Weswegen ich das alles erwähne? Mich verblüffte die Ruhe und die Freundlichkeit des Mannes!
So ein Verhalten ist in unserer Gesellschaft heutzutage eher selten anzutreffen.
Erst Tage zuvor hatte mich eine Frau, die hinter mir in der Reihe zur Kasse stand, angesprochen, ob ich denn mit meinem Einkaufswagen gedenke, weiterzugehen. Ich hatte kurz wegen eines Artikels gestoppt, den ich griffbereit im Regal neben mir sah. Dieser kurze Stop schuf einen Meter Platz zwischen den Wagen, den jemand nutzte, um sich vor mir hinzustellen.
Ich antwortete der Frau: „Ja sicher doch gehe ich weiter!“ Und erntete nur einen mürrischen Blick, der mir in etwa sagte: „Hättest Du halt besser aufgepasst! Deine Entschuldigung bringt mir jetzt nichts!“.
Dem Mann an der Tanke bat ich übrigens um Entschuldigung und wiederholte diese noch mal, als er vom Zahlen zurück kam. Mich hatte seine Reaktion so stark beeindruckt, daß ich das so wollte.
Das Gespräch mit dem Freund konnte übrigens am Rand der Tanke noch eine Weile weitergehen.

Bonmot dazu: Spirit tanken beim Sprit tanken

Das Warum des Namens

Das Warum des Namens

Wieso “Kopf und Gestalt”?

Nun, dieser Name entstand gestern in einem kleinen Spiel durch ein Begriffe-Jonglieren und wurde recht rasch von mir identifiziert und akzeptiert.
Kopfmensch sei ich, wurde mir oft und immer wieder gesagt, also einer, der primär im Kopf unterwegs ist.
Dies kann ich akzeptieren, auch mit all den üblichen negativen Implikationen, da die negativen Aspekte durch die Plusfaktoren für mich deutlich ausgestochen werden.
Aber es gibt noch eine weitere gewichtige Seite in mir und die ist die des Gestaltens.
Sei es das Gestalten von Texten, sei es das Gestalten von Keramik, von Zeichnung und Fotografie und schlussendlich auch das Gestalten von Schachpartien.
Gestalt steht vor Gestalten, weil mich primär Gestalt interessiert, Form, Struktur, ein kreatives Output.

Etwas eigen zu Erschaffendes zieht mich ebenso an wie Nachdenken und Nachschürfen.
So, mit diesen zwei Polen,  wird die “Gestalt” meiner Person richtig rund und schafft eine gute Basis.